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Materialien für die Jugendlichen
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M 04.09 Werkzeug: Durchführung eines Interviews |

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Ein Interview ist eine gezielte und geplante Befragung einer oder mehrerer Personen mit dem Ziel, etwas über die Person oder ein Sachgebiet, auf dem dieser Experte ist, herauszufinden. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen eurer Informationsfindung und können im Verlauf der Projektarbeit wichtig werden. Ein Interview eignet sich auch gut zum Abdruck in Medien versucht eurer Glück in den Lokalredaktionen, vielleicht erscheint ihr dann selbst als "rasende Reporter", die aktiv werden!
Im Rahmen eures Projektes werdet ihr in Kontakt mit vielen interessanten Interviewpartnern kommen. Die folgenden Beispiele sollen die Einsatzmöglichkeiten eines Interviews veranschaulichen, sicherlich fallen euch aber noch viele weitere Gesprächspartner ein.
Ein Interview kann geführt werden mit
- der Bürgermeisterin bzw. dem Bürgermeister sowie Kandidatinnen und Kandidaten für dieses Amt
- Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitikern, Ratsmitgliedern und sonstigen politischen Entscheidungsträgern
- Schuldirektorinnen und Schuldirektoren
- Leiterinnen und Leitern von Einrichtungen, die Jugendliche betreffen (z.B. Jugendamt, Schulbehörde)
- Leiterinnen und Leitern von Unternehmen und Betrieben
- (potentiellen) Unterstützerinnen und Unterstützern des Projektes wie z.B. Anwohnerinnen und Anwohnern oder Besucherinnen und Besuchern einer Einrichtung
- Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und sonstige Experten für ein Thema wie z.B. Umweltschutz, Lärmbelästigung, Verkehrsplanung ...
Wenn ihr euch auf einen oder mehrere "Wunschkandidatinnen oder Wunschkandidaten" geeinigt habt, geht es darum, einen Termin zu vereinbaren und das Interview optimal vorzubereiten.
I. Checkliste "Vorbereitung eines Interviews"
- Eure Terminanfrage an die gewünschte Interviewpartnerin/den gewünschten Interviewpartner sollte möglichst frühzeitig erfolgen, damit auch Ausweichtermine gefunden werden können
- Informiert euch ausführlich über die Person, die ihr interviewen werdet (Tätigkeitsschwerpunkte, Arbeitsbereiche, politische Positionen etc.)
- Erstellt einen "roten Faden" über den Ablauf des Interviews: Einigt euch auf die Fragen, die ihr stellen wollt und auf eine geeignete Reihenfolge. Tipp: Teilt euch die Fragen auf, so dass jeder einen bestimmten Komplex bearbeitet und auch im Interview die Fragen dazu stellt. Das ist angenehmer und belebt das Gespräch!
- Achtet in diesem Zusammenhang darauf, dass ihr vor allem "offene Fragen" stellt. Eine Frage ist offen, wenn man sie nicht nur mit "Ja", "Nein" oder einem Wort beantworten kann, sondern wenn sie den Befragten auffordert, mehr zu erzählen.
Beispiele:
geschlossene Frage: Sind Sie für den Schließung des Jugendzentrums?
offene Frage: Was denken Sie, wie soll es mit dem Jugendzentrum weiter gehen?
- Überlegt, wie ihr das Interview sichern wollt: mitschreiben oder mit einem digitalen Aufnahmegerät bzw. Diktiergerät aufzeichnen? Stellt sicher, dass die Technik funktioniert und überschätzt nicht eure "Mitschreibgeschwindigkeit"!
- Übt das Interview in einem Rollenspiel mit einer euch bekannte Person, die den Interviewpartner darstellt. Auf diese Weise verringert sich eventuelle Nervosität :-)
II. Checkliste "Durchführung und Abschluss des Interviews"
- Kommt auf jeden Fall rechtzeitig, d.h. mindestens eine Viertelstunde vor Interview-Beginn! Das gilt für alle Veranstaltungen, in denen ihr eine wichtige Funktion ausübt!
- Kontrolliert unmittelbar vor Interviewbeginn die Rahmenbedingungen z. B. sollten Störungsquellen wie Handys ausgeschaltet werden.
- Stellt euch eurem Interviewpartner vor: Name, Institution (Jugendheim, Organisation, Schule etc.), Anlass der Befragung. Stellt klar, wofür ihr die Ergebnisse benötigt und ob sie veröffentlicht werden. Bedankt euch, dass er/sie Zeit für euch gefunden hat.
- Versucht, eine angenehme Atmosphäre herzustellen, in der die Interviewpartnerin/der Interviewpartner gerne redet und sich nicht zu kurz fasst.
- Achtung: Verzichtet trotz aller Höflichkeit nicht auf kritische Fragen!
- Fragt nach, wenn ihr eine Antwort nicht versteht oder das Gefühl habt, dass man euch ausweicht!
- Vermeidet Kettenfragen, das heißt mehrere Fragen hintereinander zu stellen, ohne zwischendurch Zeit für eine Antwort zu lassen.
- Bedankt euch bei eurer Interviewpartnerin bzw. eurem Interviewpartner!
- Falls das Interview veröffentlicht wird, fragt nach, ob er bzw. sie das Interview noch einmal gegenlesen möchte das ist durchaus üblich!
Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit, die Auswertung des Interviews: Fertigt eine Abschrift der Tonbandaufnahme an und gliedert sie in Abschnitte. Referiert die wichtigsten Ergebnisse bei einem Treffen eurer Projektgruppe oder halten sie auf einer Wandzeitung, so dass sich alle Interessenten informieren können.
Wenn sich die Presse nicht für euer Interview interessiert oder es aus Platzgründen nicht drucken kann, könnt ihr es vervielfältigen und an potentielle Unterstützer eures Projekts verteilen oder auf eurer Schulhomepage veröffentlichen!
Tipp:
Gelungene Beispiele für Interviews, die Jugendliche im Rahmen des Projektes "Meschede (K)ein Ort für Jugendliche" geführt haben findet ihr unter:
http://schule.geeky.de/pw2003/site/downloads.html
Zusammengestellt nach: Becker, Franz Josef E. (2002): Politisches Lernen durch Realbegegnung. Zur Methode von Erkundung und Befragung. In: Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.) (1991): Methoden in der politischen Bildung Handlungsorientierung. Bonn. Kolossa, Bernd (2000): Methodentrainer. Arbeitsbuch für die Sekundarstufe II Gesellschaftswissenschaften. Berlin: Cornelsen. |
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