Wer steht zur Wahl?

BIG

Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit

1.2.2011
Das zentrale politische Motiv des "Bündnisses für Innovation und Gerechtigkeit" ist der Einsatz für Migranten. Die Partei fordert die Einführung der doppelten Staatsbürgerschaft und das kommunale Wahlrecht für alle Ausländer.

Logo des BIG
Gründungsjahr Landesverband
k.A.

Mitgliederzahl in Hamburg
k.A.

Landesvorsitz
Yasar Erdogan

                                           Wahlergebnis 2008
                                           stand nicht zur Wahl

                                           



Partei-Profil
Autor: Steffen Mohrenberg (M.A.), Universität Hamburg

Das Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit (BIG) wurde im März 2010 gegründet und nahm erstmals im Mai 2010 in Nordrhein-Westfalen an einer Landtagswahl teil. Bereits 2009 wurden zwei heutige BIG-Mitglieder in den Bonner Stadtrat gewählt.

Das zentrale politische Motiv des BIG ist der Einsatz für Migranten – viele BIG-Kandidaten sind selbst Muslime mit Migrationshintergrund. Im Grundsatzprogramm des Bündnisses werden laut Islamwissenschaftler Lutz Berger Bezüge auf den Islam deutlich. Zum Beispiel erinnert die Ablehnung des "zinsbelasteten Wirtschaftssystems" an das islamische Zinsverbot. Auch beim Thema "Integration" scheint sich das BIG an einem konservativen Islamverständnis zu orientieren. Integration habe demnach die kulturellen Identitäten von Gruppen zu bewahren. Ein alternatives Integrationsverständnis zielt hingegen auf den Schutz individueller Identitäten ab und betont zugleich deren Veränderbarkeit. Weiterhin benennt das Programm "die Familie als Zusammenschluss von Frau und Mann" als die "Grundlage der staatlichen Ordnung" und fordert "strenge Gesetze" zur Stärkung der inneren Sicherheit.

Im Bildungsbereich fordert das BIG, Kinder sozial benachteiligter Familien bereits im Vorschulalter staatlich zu fördern und lehnt das dreigliedrige Schulsystem ab der fünften Klasse ab. Studiengebühren werden als Beitrag zur Stärkung der universitären Eigenverantwortung begrüßt. Zur besseren Integration von Minderheiten sollen die doppelte Staatsbürgerschaft und das kommunale Wahlrecht für alle Ausländer eingeführt werden. Alle Kinder sollen Unterricht über die Kulturen der in Deutschland vertretenen Minderheiten erhalten.