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Begriffe rund um Umwelt, Treibhauseffekt und Klimaschutz
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Chronik "Umwelt, Klima und Mensch" |

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1952
Der "Tag des Baumes" wird von nun an jedes Jahr im April auch in Deutschland mit Feierstunden begangen und soll die Bedeutung des Waldes für Menschen und Wirtschaft im Bewusstsein halten. Am 25. April pflanzen Bundespräsident Theodor Heuss und der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bundesminister Robert Lehr, im Bonner Hofgarten einen Ahorn.
1961
Am 28. April fordert Willy Brandt in seiner Rede im Ruhrgebiet: "Blauer Himmel über der Ruhr". Er macht damit als erster deutscher Politiker das Thema Umweltverschmutzung im "Pott" zum Wahlkampfthema.
1961
Gründung der Naturschutzorganisation World Wildlife Fund, heute World Wide Fund For Nature (WWF) am 11. September in der Schweiz. Das globale Netzwerk ist in mehr als 100 Ländern der Erde aktiv und setzt sich gegen die weltweite Umweltzerstörung ein.
1962
In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 bricht über die deutsche Nordseeküste die schwerste Sturmflut seit über 100 Jahren herein. Orkanböen mit Geschwindigkeiten bis zu 200 Kilometern pro Stunde und meterhohe Fluten lassen zahlreiche Deichabschnitte an der Küste, der Unterelbe und der Weser brechen. Am schlimmsten trifft die Flutkatastrophe das über 100 Kilometer von der Küste entfernt gelegene Hamburg. Ganze Stadtteile stehen unter Wasser. Über 60.000 Bewohner südlich der Elbe werden obdachlos. Strom, Gas und Wasser fallen in der Millionenstadt aus.
1962
Rachel Carson veröffentlicht den ersten "Umweltroman" und erklärt damit erstmals einem großen Publikum, was Ökologie ist. (Nähere Informationen finden Sie unter Literatur
sowie hier.)
1968
Gründung des "Club of Rome". Ziel: Identifikation der brennendsten Probleme, denen sich die Menschheit gegenübersieht, deren Analyse, die Suche nach zukünftigen alternativen Lösungen und das Entwickeln von Zukunftsszenarien. Die Arbeit des Club of Rome wird von drei sich ergänzenden Prinzipien bestimmt: Globale Betrachtungsweise, Ganzheitliches Denken und Interdisziplinärer, langzeitlicher Lösungsansatz.
70er Jahre
Der zu dieser Zeit im Kabinett Brandt für diesen Aufgabenbereich zuständige Innenminister Hans-Dietrich Genscher führt das Wort "Umweltschutz" als Übersetzung des anglo-amerikanischen Begriffs "environment protection" in die deutsche Sprache ein und bezeichnet diesen als "eine staatliche Aufgabe von gleichem Rang wie die soziale Frage im letzten Jahrhundert". (Nähere Informationen finden Sie hier.)
1970
Der Europarat designiert auf britische Initiative das erste "Europäische Naturschutzjahr" und veranstaltet im Februar in Straßburg eine Konferenz zum menschlichen Einfluss auf die Umwelt.
1971
Am 15. September macht sich eine kleine Gruppe von Friedensaktivisten des "Don't Make a Wave Committee" mit der "Phyllis Cormack" auf den Weg zu den Aleuten-Inseln. Vor der Küste Alaskas wollen sie einen US-amerikanischen Atomtest verhindern. Für die Aktion finden die Organisatoren einen Namen, der das Programm der Expedition verdeutlicht: Green + Peace = Greenpeace.
1972
Die 1. UN-Konferenz über die menschliche Umwelt findet in Stockholm statt und gilt als der eigentliche Beginn der internationalen Umweltpolitik. Das politische Hauptinteresse der Industrieländer liegt darin, Maßnahmen zur Begrenzung industrieller Umweltverschmutzung und zum Schutze von Ökosystemen zu
vereinbaren, um eine drohende Umweltkatastrophe abzuwenden. Dazu wird auch das United Nations Environmental Programme (UNEP) eingerichtet.
Das Abfallbeseitigungsgesetz dehnt die rechtlichen Befugnisse auf dem Gebiet der Abfallbeseitigung aus (unter Innenminister Genscher).
1974
Mit dem Bundesimmissionsschutzgesetz wird ein weiteres der wichtigsten umweltrechtlichen Gesetze geschaffen.
1974
Genscher setzt die Gründung des Umweltbundesamtes in Berlin durch, was zu Konflikten mit der DDR und der Sowjetunion führt. Heute befindet sich der Dienstsitz des UBA in Dessau.
1974
Die Chemiker Frank Sherwood Rowland und Mario J. Molina finden heraus, dass FCKW unter bestimmten Bedingungen Ozon zerstören kann.
Daraufhin reagiert die Welt nur halbherzig. Die EG-Staaten wollen die Verwendung von FCKW um 1/3 reduzieren. (Nähere Informationen finden Sie hier.)
1976
Umweltkatastrophe: Seveso, Italien – Das Sevesounglück war der bisher größte Chemieunfall Europas. Die Umweltkatastrophe ereignete sich am 10. Juli 1976 in der chemischen Fabrik Icmesa S.p.A (Tochterunternehmen von Givaudan, wiederum eine Tochter von Roche) in Meda, 20 Kilometer nördlich von Mailand. Das Firmengelände berührte das Gebiet von vier Gemeinden, unter ihnen Seveso, das Namensgeber des Unglücks wurde. Dabei wurden große Mengen des hochgiftigen Dioxins TCDD (umgangssprachlich auch nur Dioxin oder Sevesogift genannt) freigesetzt. Die Anzahl der Todesopfer ist unbekannt. Untersuchungen dokumentieren aber einen Anstieg von verschiedenen Krebsarten in der betroffenen Region.
1977
Jimmy Carter fordert im April in einer Fernsehansprache an die Nation seine Landsleute u. a. dazu auf weniger Strom zu verbrauchen und sparsamere Autos zu fahren (aufgrund der schwindenden Öl- und Gasvorräte der USA).
Zwei Tage später präsentiert er dem Kongress seine Idee, die Energieversorgung des Landes bis 2050 komplett auf erneuerbare Energien umstellen zu wollen. (Nähere Informationen finden Sie hier.)
1978
Der Blaue Engel – ein Prüf-/Gütesiegel für besonders umweltschonende Produkte und Dienstleistungen – wird erstmalig vergeben.
1982/83
El Niño (= das Auftreten ungewöhnlicher, nicht zyklischer, veränderter Strömungen im ozeanographisch-meteorologischen System des äquatorialen Pazifiks) ist stark und ungewöhnlich ausgeprägt. Auf drei Vierteln der Erde ändern sich die Wettermuster und verursachen Überschwemmungen entlang der westlichen Küsten Süd- und Nordamerikas und Dürren im südlichen Afrika, in Südostasien und Australien. Es kommt zu einem Massensterben von Fischen, Seevögeln und Korallen; die Zahl der verletzten und toten Menschen wird auf mehr als 1.000 beziffert.
1984
Das bisher größte Giftgasunglück ereignet sich am 03. Dezember im indischen Bophal. Aus einem Leck der Chemiefirma Union Carbide strömt Methyl-Isocyanidgas, 2000 Menschen sterben noch in derselben Nacht. Mehrere Tausend Opfer werden in den darauf folgenden Tagen durch die Chemikalie vergiftet. Umweltorganisationen sprechen von ungefähr 20.000 Toten, viele andere leiden ihr Leben lang unter den Spätfolgen. (Weiterführende Informationen finden Sie hier.)
1985
Mit der Rainbow Warrior hilft Greenpeace im Mai rund 300 Einwohnern der schwer strahlenverseuchten kleinen Pazifikinsel Rongelap bei der Umsiedelung auf eine andere Insel. Auf der Rainbow Warrior bereiten Greenpeace-Aktivisten die Friedensflotte zum Moruroa-Atoll vor, wo Frankreich gerade neue Atomtests vorbereitet. Doch zu dieser Reise kommt es nicht mehr. Am 10. Juli wird das Greenpeace-Flaggschiff Rainbow Warrior vom französischen Geheimdienst versenkt.
1985
Britische Polarforscher der Station Halley Bay entdecken ein Ozonloch über der Antarktis. Sie stellen fest, dass die Ozonsäule, wie sie jeweils im Frühjahr über der Station gemessen wird, von 1977 bis 1984 um über 40 Prozent abgenommen hat.
Quellen und weitere Links:
Scinexx – Das Wissensmagazin: Eine kurze Geschichte des Klimas...
http://www.scinexx.de/index.php?cmd=focus_detail2&f_id=35&rang=7 |
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