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Wahlen in der Demokratie - Bausteine
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Baustein 1: Grundlagen der Demokratie |  |
| Wolfgang Sander / Julia Haarmann / Matthias Noé |
Im ersten Baustein dieses Kapitels geht es um die grundlegenden Merkmale der Demokratie in Abgrenzung zu autoritären Staatsformen. Dabei stehen folgende Ziele im Mittelpunkt:
Die Schülerinnen und Schüler sollen...
- Den Grundgedanken einer demokratischen Entscheidungsfindung (allgemeine Beteiligung aller Betroffenen, Meinungsfreiheit, gegenseitiger Respekt, Mehrheitsprinzip) am Beispiel einer Schulklasse benennen und in Abgrenzung zu autoritären Entscheidungsprozessen erläutern können.
- die Notwendigkeit repräsentativer Demokratie in modernen Staaten nachvollziehen und begründen können.
- die wesentlichen Merkmale der repräsentativen Demokratie (Volkssouveränität, Gewaltenteilung, Rechtsstaatlichkeit) kennen.
- die Nachteile autoritärer Herrschaft am Beispiel Simbabwes benennen können.
- zu einer begründeten und differenzierten Stellungnahme bezüglich der Vor- und Nachteile demokratischer Herrschaft befähigt werden.
Ecclestone: "Ich hasse die Demokratie!"
Zum Einstieg in den Baustein legt die Lehrperson eine Folie mit einem provokativen Zitat des Formel 1-Chefs Bernie Ecclestone auf den OHP (MW 01.01). Ecclestone formuliert dort eine ablehnende Haltung gegenüber der Demokratie. Eine Diktatur, so Ecclestone, sei die bessere Staatsform für die Menschen.
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MW 01.01 Bernie Ecclestone. Foto:DPA
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Mit Hilfe dieses Zitats wird zunächst das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler aktiviert. Hierfür sollen diese sich in einer von drei vorher festgelegten Ecken des Klassenraums positionieren, je nachdem, ob sie den Aussagen von Ecclestone zustimmen, diese ablehnen, oder sich eine Beurteilung der Frage noch nicht zutrauen (Entscheidungsspiel). Vermutlich werden sich die meisten Schülerinnen und Schüler in der "Ablehnungs-" bzw. "Neutralitätsecke" positionieren. Aber es ist durchaus denkbar, dass Einzelne, entweder aus provokativen Erwägungen heraus aber gegebenenfalls auch aus Überzeugung, Zustimmung signalisieren.
Im Anschluss an diese Stellungnahme werden die Schülerinnen und Schüler aufgefordert ihre Meinung zu begründen, was, je nach Vorwissen der Schülerinnen und Schüler, in eine mehr oder minder angeregte Diskussion einmünden wird. An einem geeigneten Zeitpunkt sollte die Lehrperson nach den Merkmalen fragen, anhand derer man eine Demokratie von einer Diktatur unterscheiden kann. Die Antwort fällt erwartungsgemäß eher oberflächlich aus, sodass die Lehrperson an dieser Stelle die Notwendigkeit einer tiefer gehenden Erarbeitung der spezifischen Merkmale der Demokratie passend ins Spiel bringen kann.
Grundprinzipien einer demokratischen Entscheidung
Die eigentliche Erarbeitung gliedert sich in mehrere Phasen. In einem ersten Schritt sollen den Grundgedanken demokratischen Entscheidens verdeutlicht werden. Dazu setzen sich die Schülerinnen und Schüler in Einzelarbeit mit einem Text (MW 01.02) auseinander, in dem eine Entscheidungssituation in einer Schulklasse geschildert wird. Sie arbeiten grundlegende Merkmale sowie Voraussetzungen demokratischer Entscheidungen heraus und formulieren die Vor- und Nachteile, die ein demokratisches Entscheidungsverfahren im Gegensatz zu einem autoritären ("die Lehrperson entscheidet allein") kennzeichnen. Diese Vor- und Nachteile sollten, nach der Besprechung der herausgearbeiteten Grundmerkmale, im Plenum besprochen und an der Tafel festgehalten werden.
Da sich das Zitat von Ecclestone jedoch nicht auf die Schule sondern auf staatliche Herrschaftsstrukturen bezieht, reichen die bisherigen Erarbeitungsschritte noch nicht aus. Zur Vorbereitung der Erarbeitung der wesentlichen Merkmale der modernen repräsentativen Demokratie, aber auch um die kreativen Potentiale der Schülerinnen und Schüler zu aktivieren, werden diese im Folgenden aufgefordert in Gruppenarbeit ein eigenes demokratisches Entscheidungsverfahren für ein fiktives Land mit 40 Millionen Einwohnern in seinen Grundzügen zu entwickeln (MW 01.03). Die entwickelten Entscheidungsverfahren sollen in Form eines Schaubildes auf Folie festgehalten und anschließend dem Plenum präsentiert und erläutert werden, wo sie schließlich hinsichtlich der damit verbundenen Vor- und Nachteile diskutiert werden. Dabei werden die Schülerinnen und Schüler voraussichtlich schon auf Probleme wie die hohe Bevölkerungszahl, die eine direkte Beteiligung aller Bürgerinnen und Bürger unmöglich macht, hinweisen.
Merkmale der repräsentativen Demokratie
Auf solche Weise vorbereitet, sollte die Erarbeitung der wesentlichen Merkmale der modernen repräsentativen Demokratie möglich sein. Die Schülerinnen und Schüler fertigen, ausgehend von ihren bisherigen Notizen und dem Text MW 01.04 eine Liste der Merkmale der repräsentativen Demokratie an. Jedes Merkmal der Liste wird mit einigen kurzen Bemerkungen schriftlich erläutert. In einer anschließenden Partnerarbeit erhalten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit ihre Listen miteinander zu vergleichen, zu ergänzen, zu korrigieren, zu modifizieren und weiterzuentwickeln. Die so fertig gestellten "Checklisten" werden anschließend dem Plenum in Auswahl präsentiert. Die Lehrperson hält die wichtigsten Aspekte an der Tafel fest (MW 01.05).
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Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten Merkmale der Demokratie. Foto: Uni Münster
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Ein Schüler oder eine Schülerin kann zur längerfristigen Sicherung der erarbeiteten Liste gebeten werden, diese in Form eines Lernplakates zu Hause noch einmal zusammenzufassen. Dieses Plakat kann dann schließlich – für alle sichtbar – in der Klasse aufgehängt werden (Lernplakat erstellen).
Fallbeispiel Simbabwe
Nachdem die Merkmale repräsentativer Demokratie nun in ihren Grundzügen bekannt sind, wird durch einen Rückbezug auf das Eingangszitat die Überleitung zu den Materialien MW 01.06
und MW 01.07 hergestellt. In MW 01.06 finden sich vergleichende Definitionen von Demokratie und weiteren Herrschaftsformen nach zwei unterschiedlichen Klassifikationsmustern. MW 01.07
hingegen enthält Auszüge einer Reportage über die Tage nach der Präsidentschaftswahl in Simbabwe im März 2008. Die Schülerinnen und Schüler erhalten nun die Gelegenheit, die von ihnen entwickelte Checkliste am Beispiel Simbabwes zum Einsatz zu bringen, indem sie herausarbeiten, welche wesentlichen Merkmale von Demokratie in Simbabwe missachtet werden.
Nach der in Einzelarbeit stattfindenden Überprüfung diskutieren die Schülerinnen und Schüler im Plenum erneut das Zitat von Ecclestone, bzw. ihre eigene Positionierung dazu. Zum Abschluss des Bausteins arbeiten die Schülerinnen und Schüler aus einem kurzen Text wichtige Argumente heraus, die begründen, weshalb die Demokratie als die beste aller Herrschaftsformen bezeichnet werden kann. Die Argumente werden in einer zusammenfassenden Übersichtstabelle zu den Vor- und Nachteilen der Demokratie festgehalten und abschließend unter erneutem Rückbezug auf das Eingangszitat und in der Gesamtschau aller Argumente diskutiert.
01. Oktober 2008 |  |
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Bundestagswahl |
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Links ins Internet
In diesem Bereich finden Sie eine kommentierte Auflistung aktueller Links zum Thema Bundestagwahlen 2009. Die Übersicht umfasst die Bereiche Demokratie, Wahlen, Wahlrecht & Wahlsysteme, liefert einen Überblick über diverse Medienportale und interaktive Plattformen, und Informationen über Wahlen und Bildung sowie Jugend. |
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Wahlen 2009 |
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Methodensammlung
Auf diesen Seiten findet sich eine Reihe von Methodenmodulen. Diese bestehen in der Regel aus Hinweisen für die Lehrenden und einem Arbeitsblatt für die Schülerhand. Weiterhin erhalten Sie hier hilfreiche Informationen zur Dokumentation des Befragungsprojektes. |
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Einführung in GrafStat |
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Einsatz der Software in Befragungsprojekten
Die Software GrafStat ist ein einfach handzuhabendes Programm für Befragungsprojekte jeder Art. Sie unterstützt alle Bereiche einer Befragung. Zu jedem Kapitel gibt es weitere Hinweise und Anleitungen im ausführlichen Handbuch. |
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