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GrafStat - Unterrichtsmaterial Fußball und Nationalbewusstsein
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M 04.14 Tibets Fußball-Nationalmannschaft |

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Tibet, eine Nation ohne eigenen Staat, hat eine eigene Fußballnationalmannschaft.
Die tibetischen Fußballer sind keine Profis. Sie tragen keine hochtechnologische Sportkleidung, kein Zeugwart putzt ihre Schuhe und auch in einem Entmüdungsbecken lag noch keiner von ihnen. Statt um Sponsorenverträge und Egopflege geht es ihnen um das Repräsentieren ihres Landes weltweit, gerade weil sie eine Mannschaft ohne Staat bilden.
Seitdem die chinesische Volksarmee 1959 auf dem Hochplateau das Regiment übernahm, gilt Tibet als autonome Region des Riesenreiches. Regiert wird sie aus Peking, und ebenso wie Bayern als Mannschaft nicht an Europameisterschaften teilnehmen darf, ist es Tibet untersagt, international mitzuspielen. Dass es dennoch eine Nationalmannschaft gibt, liegt an der besonderen politischen Situation, die auch eine Exilregierung Tibets im indischen Dharamsala zulässt: Tibet sieht sich als eigenständige Nation, und während die Chinesen das eigentliche Land besetzen, übernehmen die Exiltibeter alle Funktionen, die einen richtigen Staat ausmachen. Eine Fußballmannschaft der Besten ist dabei immer ein wichtiger Bestandteil, wie man gerade in Deutschland seit der Weltmeisterschaft im eigenen Land nur zu gut weiß. […]
Tenzin Namgyal ist hörbar eben kein Chinese. Sein Englisch hat den harten Akzent, der nach indischem Bollywood klingt. Denn Tenzin lebt seit seiner Geburtin Nepal, in einem Flüchtlingscamp in Pokhara. Ebenso wie seine Teamkameraden kennt er Tibet nur aus den Erzählungen seiner Eltern, die Ende der 1950er dem Dalai Lama ins Exil folgten. "Seine Heiligkeit der Dalai Lama", sagt Tenzin, denn der einfache Titel des spirituellen Oberhauptes reicht ihm nicht. Tenzin Gyatso lautet der Mönchsname des Dalai Lama, und Tenzin heißt auch die Hälfte der Spieler: Tenzin Cheyphel, Tenzin Damdul, Tenzin Kachoe oder eben Tenzin Namgyal.
"Ich bin Kapitän der Mannschaft, weil ich im Tor stehe", sagt er: "Von dort hat man einfach den besten Überblick, you know …" You know, du weißt schon, so beendet er fast jeden seiner Sätze. Er formuliert vorsichtig, blickt immer wieder zu Boden. "Wir wollen unser Land repräsentieren und die Welt auf unsere Situation aufmerksam machen. Wir wollen nicht, dass die Olympischen Spiele boykottiert werden. Wir gönnen den Chinesen gute Spiele. Wir wollen nur Aufmerksamkeit, auch für die Menschenrechte, you know …"
In Nepal arbeitet Tenzin in einer Saftfabrik und spielt mit dem halbprofessionellen Pokhara Football Club in der nepalesischen Liga. Seit drei Jahren gehört der 29-Jährige zur tibetischen Auswahl. Wenn er, wie zurzeit, für einen Monat mit der Nationalmannschaft unterwegs ist, muss seine Familie auf sein Einkommen verzichten. "Meine Mutter hat einen Job, auch meine Geschwister arbeiten immer wieder. Wir machen alle unsere kleinen Geschäfte."
Eine Reise wie diese [nach Deutschland – die Autoren] könnten er und seine Mitspieler, die in Nepal oder Indien als Arbeiter und Studenten leben, sich niemals leisten. Die Kosten übernimmt die Europasektion des Vereins International Campaign for Tibet. Diese hat die Mannschaft eingeladen, einen Monat durch Europa zu reisen, Freundschaftsspiele zu machen und einfach Aufmerksamkeit zu erregen. Für Tenzin ist der Sport somit auch eine gute Möglichkeit, etwas von der Welt zu sehen. "Das Wichtigste ist aber, Tibet zu repräsentieren", betont er.
Aus: Juliane Wiedemeier: Tibetische Fußballnationalmannschaft. Die Füße Gottes. in: taz.de vom 12.05.2008,
http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=tz&dig=2008%2F05%2F13%2Fa0095&cHash=1bafe96e5a/
(15.04.2011).
Aufgaben:
Tibet ist kein eigener Staat - warum hat das Land dann eine eigene Nationalmannschaft?
Was meinst du, welche Bedeutung diese Mannschaft für die Tibeter hat, auch wenn sie an keinem offiziellen internationalen Turnier mitspielen darf? |
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10. Februar 2012
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Dossier Fußball-WM 2006 |
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Fußball-WM 2006
2006 war die Fußball-Welt zu Gast in Deutschland. Die bpb stellt weiterhin alle Länder vor, die teilgenommen haben. Und in der Presseschau können Sie alles Wichtige zum Turnier nachlesen. |
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fluter (Nr. 18) |
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Spiel der Welt – Fußball
Fußball hat heute eine immense gesellschaftliche Bedeutung, keine Frage. Aber warum ist das eigentlich so? Im April ergründet fluter die Faszination des Weltsports Nummer Eins. |
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Themenblätter im Unterricht |
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Nr. 29 - Nationale Symbole
Nationale Symbole treten nicht nur an Dienstgebäuden auf, auch das Singen der Nationalhymne zu Beginn eines Fussball-Länderspieles gehört dazu. Wie definieren sich solche Symbole? Welche Wirkung haben sie auf uns? |
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Informationen zur politischen Bildung (Heft 290) |
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Fußball - mehr als ein Spiel
Fußball ist zu einem globalen Sport geworden, der Millionen Menschen fasziniert. Er hat einen wachsenden Stellenwert in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und spiegelt gesamtgesellschaftliche Entwicklungen wider. |
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