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Befragungsprojekt vor Ort zu Krieg und NS-Zeit

Baustein 6: Welche Erkenntnisse und Erfahrungen hat uns das Projekt gebracht?



In Anbetracht des Projektcharakters sollte auf eine ausführliche Abschlussdiskussion über Verlauf und Ertrag der gesamten Unterrichtsreihe nicht verzichtet werden. Anlass für eine inhaltliche Reflexion kann es sein,
Umerziehungsmaßnahme in Burgsteinfurt
Grossansicht des Bildes
Umerziehungsmaßnahme in Burgsteinfurt: Den Einwohnerinnen und Einwohnern werden von den Alliierten Filme aus KZs vorgeführt. (Imperial War Museum; aus: Ruth Goebel/Markus Köster: 1945 - Fotografien aus Westfalen, Münster 2005).
die Entscheidungsübung, die in Baustein 2 vorgestellt wurde, ganz oder teilweise zu wiederholen. Ein Vergleich der Diskussionsergebnisse aus beiden Runden bietet sicher gute Anknüpfungspunkte.

Rückblickend eine kritische Bilanz zu ziehen und den Gang der Untersuchung auch methodisch zu reflektieren wird für Lehrerpersonen sowie Schülerinnen und Schüler gleichermaßen eine gewinnbringende Unterrichtsstunde sein. Sinnvollerweise werden dabei die Schülererfahrungen selbst zur Diskussionsgrundlage gemacht. In der Praxis hat sich für diesen Zweck die Methode des "stummen Schreibgesprächs" als vorteilhaft erwiesen – sie schafft nicht nur viele Gesprächsanlässe, sonder sorgt auch für eine rege Beteiligung vieler.

Eine solche, den eigenen Erfahrungsschatz thematisierende Abschlussdiskussion bietet den Schülerinnen und Schüler Gelegenheit zur Überprüfung dessen, was sie im Unterricht geleistet haben: Zum einen im Blick auf die Kenntnisse und Fähigkeiten, die sie im Verlauf der Unterrichtsreihe gewinnen konnten, zum anderen auf die Resonanz, die ihre Arbeit außerhalb der Schule in der Öffentlichkeit gefunden hat. Ferner geht es nicht zuletzt darum, freimütig Kritik zu äußern sowie Änderungs- und Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten, die sich zudem im Rückblick oft leichter begründen lassen, als während einer laufenden Unterrichtsreihe. Mögliche strukturierende Fragen können sein:

  • Mit welchen Inhalten haben wir uns beschäftigt?
  • Zu welchen Ergebnissen sind wir gelangt?
  • Konnten neue Kenntnisse und Fähigkeiten erworben werden?
  • Welche Erfahrungen wurden insbesondere bei der Befragung gemacht?
  • Wie hat sich das Urteil über die NS-Zeit geändert?
  • Hat sich der Einsatz des Computers im Geschichtsunterricht bewährt?
  • Welche Schwierigkeiten gab es bei der Nutzung des Computers für die Analyse der Daten?
  • Wie funktionierte die Zusammenarbeit innerhalb der Lerngruppe?
  • Zu welchen Reaktionen hat die Veröffentlichung der Unterrichtsergebnisse geführt?
  • Wie lässt sich der Ertrag des Projektes insgesamt beurteilen?
  • War der Aufwand für das Projekt gerechtfertigt?
  • Hat die Arbeit Spaß gemacht? (Wo ja, wo eher nicht?)
  • Hat die Erstellung einer Bürgerbefragung das Interesse der Schülerinnen und Schüler an Geschichte und Politik insgesamt verstärkt?
  • Sollte eine solches Befragungsprojekt zu einem anderen Thema wiederholt werden?
  • Welche Änderungs- und Verbesserungsvorschläge lassen sich im Rückblick formulieren?
  • Wie wurde die Rolle des bzw. der Lehrenden von den Schülerinnen und Schülern während dieses Unterrichtsprojektes erlebt?
Lehrende sollten diese Abschlussbesprechung als große Chance und willkommene kritisch-konstruktive Rückmeldung begreifen, aus der sich Lernerfolge, aber auch Defizite und Planungsfehler ersehen lassen. Dann werden die gesammelten Schülerbeiträge dieser Reflexion wertvolle Anregungen sein, um das vorliegende Unterrichtskonzept weiter optimieren zu können. Die Arbeitsgruppe "Forschen mit GrafStat" an der Universität Münster errichtet eine Datenbank in diesem Internetangebot, in der diese Schulprojekte dokumentiert werden, um so ihrerseits zahlreiche, konkrete Anregungen für die Praxis zu bieten.

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Redaktion

Unterrichtsmaterialien

M 06.01 Methode: Stummes Schreibgespräch

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