Datenreport 2013
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(Konsum-)Ausgaben privater Haushalte


26.11.2013
Der größte Teil der ausgabefähigen Einkommen und Einnahmen wird für den privaten Konsum, das heißt für Essen, Wohnen, Bekleidung, Reisen und Anderes verwendet. Im Jahr 2011 gaben die Haushalte in Deutschland für Konsumzwecke im Schnitt monatlich 2 252 Euro aus, das waren knapp 74 % ihres ausgabefähigen Einkommens. Die Konsumausgaben der Haushalte in den neuen Ländern und Berlin waren mit 1 866 Euro zwar niedriger als die der Haushalte im früheren Bundesgebiet (2 358 Euro), bedingt durch das geringere ausgabefähige Einkommen lag die Konsumquote mit knapp 76 % jedoch im Osten höher als im Westen (73 %).

Die mit Abstand höchsten Ausgaben tätigten die Privathaushalte für den Bereich Wohnen, Wohnungsinstandhaltung und Energie: Dafür wurde 2011 ein Drittel (34 %) des Konsumbudgets ausgegeben. Danach folgten die Verkehrsausgaben mit einem Anteil von gut 14 % an den privaten Konsumausgaben und die Ausgaben für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren mit knapp 14 %. Für Freizeit, Unterhaltung und Kultur (siehe auch Kapitel 12.1.3, Seite 341–345) wurden anteilig rund 11 % aufgewendet.

Verbraucherpreisindex für Deutschland

Der Verbraucherpreisindex für Deutsch-land misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte für Konsumzwecke kaufen. Single-Haushalte sind ebenso berücksichtigt wie Rentnerehepaare oder Großfamilien. Der Verbraucherpreisindex folgt dem Inlandskonzept, das heißt es werden alle Ausgaben berücksichtigt, die in Deutschland getätigt werden, zum Beispiel auch die Ausgaben ausländischer Touristinnen und Touristen. Er liefert ein Gesamtbild der Teuerung in Deutschland, bei dem nicht nur alle Haushaltstypen, sondern auch alle Regionen von Deutschland und sämtliche dort nachgefragten Waren und Dienstleistungen einbezogen sind – Mieten, Nahrungsmittel und Bekleidung ebenso wie etwa Kraftfahrzeuge oder Dienstleistungen wie Friseur, Reinigung oder Reparaturen. Die Veränderung des Verbraucherpreisindex zum Vorjahresmonat beziehungsweise zum Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.

Im Jahresdurchschnitt 2012 sind die Preise aller Waren und Dienstleistungen für den privaten Verbrauch um 2,0 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Nachdem im Jahr 2011 mit + 2,1 % die höchste Jahresteuerungsrate seit 2008 zu beobachten war, gab es im Jahr 2012 wieder einen etwas schwächeren Preisanstieg.

Inflationsrate – gemessen am Verbraucherpreisindex für Deutschland, Veränderung gegenüber dem Vorjahr — in ProzentInflationsrate – gemessen am Verbraucherpreisindex für Deutschland, Veränderung gegenüber dem Vorjahr — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Für die Verbraucher sind im Jahresdurchschnitt 2012 gegenüber 2011 insbesondere Energieprodukte teurer geworden (Haushaltsenergie und Kraftstoffe; + 5,7 %). Bei der Haushaltsenergie erhöhten sich vor allem die Preise für Umlagen der Zentralheizung und Fernwärme (+ 9,0 %) sowie für leichtes Heizöl (+ 8,9 %). Die Kraftstoffpreise sind im Jahresdurchschnitt 2012 um 5,6 % gestiegen. Überdurchschnittliche Preiserhöhungen gegenüber 2011 zeigten sich auch bei den Nahrungsmitteln (+ 3,4 %). Insbesondere Fleisch und Fleischwaren (+ 5,5 %), Fisch und Fischwaren (+ 4,9 %) sowie Obst (+ 5,4 %) waren teurer als im Vorjahr. Günstiger waren Speisefette und Speiseöle (− 3,2 %; darunter Butter: − 13,4 %).

Verbraucherpreisindex für Deutschland insgesamt und für ausgewählte Produkte (2010 = 100)Verbraucherpreisindex für Deutschland insgesamt und für ausgewählte Produkte (2010 = 100) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Weitere Informationen und aktuelle Ergebnisse zum Verbraucherpreisindex finden Sie auf unserer Homepage (www.destatis.de > Zahlen & Fakten > Preise > Verbraucherpreise).


Mit deutlicherem Abstand folgten dann die Ausgaben für Innenausstattung, Haushaltsgeräte und Haushaltsgegenstände (knapp 6 %), danach Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen sowie Bekleidung und Schuhe mit je 5 %. Die Ausgaben für die Gesundheitspflege machten einen Anteil von 4 % und die Ausgaben für die Nachrichtenübermittlung von 3 % am Konsumbudget aus. Den geringsten Anteil machten die Ausgaben für das Bildungswesen mit unter einem Prozent aus.

Struktur der Konsumausgaben privater Haushalte 2011 — in ProzentStruktur der Konsumausgaben privater Haushalte 2011 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Obwohl die privaten Haushalte 2011 in den neuen Ländern und Berlin im Monat durchschnittlich 492 Euro weniger als die westlichen Haushalte für den Konsum ausgaben, teilten die Haushalte ihre Konsumbudgets ähnlich auf die einzelnen Ausgabenbereiche auf. Unterschiede ergaben sich bei den Ausgabenanteilen für Wohnen, Gesundheitspflege sowie Freizeit, Unterhaltung und Kultur. Für den Bereich Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung setzten die Haushalte in den neuen Ländern und Berlin mit knapp 34 % einen etwas kleineren Anteil ein als die Haushalte im früheren Bundesgebiet mit 35 %.

Aufgrund des niedrigeren Gesamtbudgets waren die Ausgaben für Ernährung in den neuen Ländern und Berlin – anders als im früheren Bundesgebiet – der zweitgrößte Ausgabenbereich. Hier setzten die Haushalte 2011 mit durchschnittlich knapp 15 % einen etwas größeren Anteil ein als die Haushalte im früheren Bundesgebiet ohne Berlin-West mit knapp 14 %. Die absoluten Ausgaben für Ernährung lagen dagegen mit 271 Euro monatlich in den neuen Ländern niedriger als im früheren Bundesgebiet (324 Euro). Die Ausgaben für Verkehr machten mit durchschnittlich knapp 14 % den drittgrößten Ausgabenblock in den neuen Ländern und Berlin aus, während sie im früheren Bundesgebiet mit gut 14 % den zweitgrößten Ausgabenblock stellten.

Die Verbrauchsstrukturen werden unter anderem auch von der sozialen Stellung der Haupteinkommenspersonen, dem Haushaltstyp sowie dem Haushaltsnettoeinkommen bestimmt.

Private Konsumausgaben nach sozialer Stellung



Während die Unterschiede hinsichtlich des Konsumniveaus im Vergleich der sozialen Stellungen der Haupteinkommenspersonen zum Teil beträchtlich sind, ist die Konsumstruktur praktisch identisch. Mit zunehmender Höhe der Konsumausgaben nimmt der Anteil der Aufwendungen für die Grundbedürfnisse Ernährung, Bekleidung und Wohnen ab.

Haushalte von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen gaben 2011 für die Grundbedürfnisse Ernährung, Bekleidung und Wohnen 1 335 Euro aus; das war gut die Hälfte (51 %) ihrer gesamten Konsumausgaben (2 631 Euro). Bei den Haushalten von Nichterwerbstätigen waren es 1 049 Euro; der Anteil an den gesamten Konsumausgaben in Höhe von 1 889 Euro betrug damit 56 %. Die Haushalte von arbeitslosen Haupteinkommenspersonen hatten mit 1 066 Euro zwar die geringsten monatlichen Konsumausgaben, dafür war der Ausgabenanteil für Ernährung, Bekleidung und Wohnen mit 71 % (759 Euro) am höchsten.

Ausgaben privater Haushalte für Grundbedürfnisse nach sozialer Stellung der Haupteinkommensperson 2011 — in ProzentAusgaben privater Haushalte für Grundbedürfnisse nach sozialer Stellung der Haupteinkommensperson 2011 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Gut ein Drittel (34 % oder 775 Euro) ihrer Konsumausgaben wendeten die privaten Haushalte in Deutschland für den Ausgabenbereich Wohnen, Wohnungsinstandhaltung und Energie auf. Mit durchschnittlich 837 Euro im Monat gaben die Arbeitnehmerhaushalte 32 % ihrer Ausgaben für diesen Bereich aus. Bei den Haushalten von Nichterwerbstätigen machten diese Ausgaben mit 726 Euro bereits einen Anteil von 39 % aus. Arbeitslosenhaushalte gaben für Wohnen mit 522 Euro zwar am wenigsten aus, der Anteil an deren gesamten Konsumausgaben war mit 49 % jedoch am höchsten. Für Verkehr gaben Arbeitnehmerhaushalte mit 416 Euro (16 %) rund fünf Mal mehr aus als die Haushalte von Arbeitslosen (84 Euro, 8 %). Nichterwerbstätige hatten Verkehrsausgaben in Höhe von 214 Euro (11 %).

Konsumausgaben privater Haushalte nach sozialer Stellung der Haupteinkommensperson 2011Konsumausgaben privater Haushalte nach sozialer Stellung der Haupteinkommensperson 2011 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Private Konsumausgaben nach Haushaltstyp



Deutliche Unterschiede in Niveau und Struktur zeigen sich dagegen bei den Konsumausgaben ausgewählter Haushaltstypen. Die höchsten Konsumausgaben tätigten im Jahr 2011 Paarhaushalte mit Kind(ern) mit durchschnittlich 3 184 Euro gefolgt von den Paaren ohne Kind mit 2 651 Euro monatlich. Unter dem Bundesdurchschnitt von 2 252 Euro lagen die Konsumausgaben der Haushalte von Alleinerziehenden (1 735 Euro) und Alleinlebenden (1 461 Euro). Berücksichtigt man, dass in Haushalten von Alleinerziehenden im Durchschnitt 2,3 Personen leben und in Paarhaushalten mit Kind(ern) durchschnittlich 3,7 Personen, so haben Alleinerziehende mit 754 Euro die niedrigsten Pro-Kopf-Konsumausgaben (Paarhaushalte mit Kindern: 861 Euro). Im Vergleich dazu hatten die Alleinlebenden mit 1 461 Euro die höchsten Pro-Kopf-Konsumausgaben. Alleinerziehende wendeten mit 59 % den größten Teil ihres Konsumbudgets für Ernährung, Bekleidung und Wohnen auf. Am niedrigsten lag der Grundversorgungsanteil bei den Paarhaushalten ohne Kind beziehungsweise mit Kind(ern) jeweils bei 51 %. In der anteilsmäßigen Zusammensetzung der Grundbedürfnisse weisen die einzelnen Haushaltstypen folgende Unterschiede auf: Während Paarhaushalte mit Kind(ern) und Alleinerziehende rund 15 % ihres gesamten Konsums für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren ausgaben, waren es bei den Alleinlebenden nur 12 %. Diese hatten aber mit 40 % den höchsten Ausgabenanteil für Wohnen, gefolgt von den Alleinerziehenden mit 38 %. Dagegen hatten Paarhaushalte mit Kind(ern) den geringsten Wohnkostenanteil (31 %).

Mit 16 % hatten Paarhaushalte mit Kind(ern) für den Bereich Verkehr den höchsten Ausgabenanteil. Alleinlebende und Alleinerziehende wiesen hier nur 12 % beziehungsweise 9 % auf. Unterschiede in den Ausgabenanteilen für den Bereich Freizeit, Unterhaltung und Kultur gab es zwischen den einzelnen Haushaltstypen kaum: Die Spanne lag bei 0,7 Prozentpunkten. Bei den Paarhaushalten mit Kind(ern) betrug der Ausgabenanteil 11,2 % und bei den Alleinlebenden lag er bei 10,5 %. Restaurant- und Hotelbesuche waren bei Paaren ohne Kind besonders beliebt: Für Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen verwendeten sie 6 % ihres Konsumbudgets. Alleinerziehende hatten hier mit rund 4 % den niedrigsten Ausgabenanteil.

Für die Gesundheitspflege waren die Ausgabenanteile bei Paaren ohne Kind und bei Alleinlebenden mit rund 5 % beziehungsweise 4 % höher als bei Alleinerziehenden und bei Paaren mit Kind(ern) (jeweils unter 3 %). Die Gründe dürften hauptsächlich in den höheren Anteilen älterer Personen bei den Haushalten von Alleinlebenden und Paaren ohne Kind liegen.

Der Konsumbereich Nachrichtenübermittlung hat bei Alleinerziehen-den einen vergleichsweise hohen Stellenwert: Ihr Budgetanteil für diesen Be-reich war mit knapp 4 % am größten. Am geringsten war er bei den Paaren ohne Kind (2 %).

Konsumausgaben privater Haushalte nach ausgewählten Haushaltstypen 2011Konsumausgaben privater Haushalte nach ausgewählten Haushaltstypen 2011 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Private Konsumausgaben nach Haushaltsnettoeinkommen



Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von unter 1 300 Euro gaben im Jahr 2011 durchschnittlich 967 Euro im Monat für den privaten Konsum aus. Mehr als viermal so viel (4 209 Euro) wendete die Haushaltsgruppe mit dem höchsten monatlichen Nettoeinkommen von 5 000 bis unter 18 000 Euro für ihren Konsum auf.

Je höher das Nettoeinkommen ist, desto mehr geben die Haushalte in den einzelnen Konsumbereichen aus. Grundsätzlich nehmen auch die Anteile der Ausgaben für die jeweiligen Konsumbereiche bezogen auf das gesamte Konsumbudget mit steigendem Einkommen zu. Der Ausgabenanteil für die Grundbedürfnisse Ernährung, Wohnen und Bekleidung nimmt allerdings mit steigendem Einkommen ab: Während im Jahr 2011 die Haushalte der Einkommensgruppe unter 1 300 Euro durchschnittlich knapp 68 % (656 Euro) ihrer monatlichen Konsumausgaben zur Deckung der Grundbedürfnisse aufwendeten, machten diese Ausgaben bei den Haushalten der höchsten Einkommensgruppe anteilig knapp 46 % (1 919 Euro) aus. Innerhalb der Grundbedürfnisse weist allein der Bereich Bekleidung und Schuhe mit zunehmenden Einkommen auch steigende Ausgabenan-teile auf. Höhere Einkommen bieten hier möglicherweise größere Spielräume für höherwertige Käufe.

Ausgaben privater Haushalte für die Grundbedürfnisse nach dem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen 2011 — Anteil an den Ausgaben in ProzentAusgaben privater Haushalte für die Grundbedürfnisse nach dem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen 2011 — Anteil an den Ausgaben in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Auch die Ausgaben für Nachrichtenübermittlung waren 2011 prozentual gesehen mit steigendem Einkommen rückläufig. So wendeten die Haushalte mit weniger als 1 300 Euro Nettoeinkommen dafür anteilig im Durchschnitt knapp 4 % (37 Euro monatlich) auf, während Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen zwischen 5 000 und 18 000 Euro 2 % (83 Euro monatlich) dafür ausgaben.

Für Freizeit, Unterhaltung und Kultur gaben die Haushalte mit dem höchsten monatlichen Nettoeinkommen fast das Sechsfache (486 Euro, knapp 12 %) dessen aus, was die Haushalte mit dem geringsten monatlichen Einkommen (83 Euro, knapp 9 %) aufwendeten.

Konsumausgaben privater Haushalte nach dem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen 2011Konsumausgaben privater Haushalte nach dem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen 2011 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


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