Datenreport 2016

Hochschulen



3.5.2016
Der Hochschulbereich ist der Teil des Bildungssystems, in dem eine akademische Ausbildung vermittelt wird. Die Hochschulen sind von besonderer Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung und die Stellung Deutschlands im internationalen Wettbewerb, da sie wissenschaftlichen Nachwuchs qualifizieren und mit ihren Forschungsergebnissen die Grundlagen für Innovationen schaffen. Im Wintersemester 2014/2015 gab es in Deutschland insgesamt 427 staatlich anerkannte Hochschulen, darunter 181 Universitäten (einschließlich Theologischer und Pädagogischer Hochschulen sowie Kunsthochschulen) und 246 Fachhochschulen (einschließlich Verwaltungsfachhochschulen).


Studierende, Studienanfängerinnen und -anfänger




Angesichts eines im internationalen Vergleich drohenden Bildungsrückstands der deutschen Bevölkerung wurden Mitte der 1960er-Jahre die Hochschulen breiteren Schichten geöffnet. Im Wintersemester 1964/1965 gab es beispielsweise an den Hochschulen im früheren Bundesgebiet 305.000 Studierende. Seitdem sind die Studierendenzahlen in Deutschland drei Jahrzehnte lang angestiegen. Sie erreichten im Wintersemester 1994/1995 mit 1.872.000 Studierenden einen zwischenzeitlichen Höchststand. In den nachfolgenden Jahren ging die Zahl der Eingeschriebenen stetig zurück, bevor im Jahr 2000 eine erneute Trendwende einsetzte. Im Wintersemester 2003/2004 erreichte die Studierendenzahl mit mehr als 2 Millionen einen neuen Rekordwert. In den nachfolgenden Jahren sank sie wieder leicht unter die Zwei-Millionen-Marke und erreichte diese dann erneut im Wintersemester 2008/2009. Im Wintersemester 2014/2015 waren mit rund 2,7 Millionen Studierenden so viele wie nie zuvor an deutschen Hochschulen eingeschrieben. 


Die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger stieg bis zum Studienjahr 2003 kontinuierlich an, ging in den Studienjahren 2004 bis 2006 zunächst zurück und erhöhte sich erneut in den Folgejahren. Im Jahr 2011 erreichte die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger mit 519.000 ihren Höchstpunkt, sank 2012 erneut ab und stieg dann wieder leicht an. Insgesamt schrieben sich im Studienjahr 2014, das heißt im Sommer- und nachfolgenden Wintersemester, rund 505.000 Studienanfängerinnen und -anfänger an deutschen Hochschulen ein.
Tab 6 Studierende, Studienanfängerinnen und -anfänger — in TausendTab 6 Studierende, Studienanfängerinnen und -anfänger — in Tausend Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Die Wahl eines Studienfaches wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst: von den persönlichen Interessen der Studienanfängerinnen und -anfänger, vom Studienangebot der Hochschulen oder von Zulassungsbeschränkungen (zum Beispiel Numerus-Clausus-Regelungen und hochschulinterne Zulassungsverfahren). Eine wichtige Rolle bei der Wahl des Studiengangs spielen auch die zum Zeitpunkt der Einschreibung wahrgenommenen und künftig erwarteten Chancen, die ein Studienabschluss auf dem Arbeitsmarkt bietet. Die meisten Erstsemester (34 %) schrieben sich 2014 in der Fächergruppe Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ein. Dies war bereits vor zehn Jahren mit 32 % der Erstsemester der Fall. Im Jahr 2014 betrug der Anteil der Studienanfängerinnen und -anfänger in den Ingenieurwissenschaften 21 %, was einen Anstieg um fast 3 Prozentpunkte im Vergleich zu 2004 bedeutete. Auf die Fächergruppe Mathematik /Naturwissenschaften entfiel 2014 ein Anteil der Studienanfängerinnen und -anfänger von 17 %. Er sank in den letzten zehn Jahren leicht um 1 Prozentpunkt. Das Gewicht der Sprach- und Kulturwissenschaften (16 % im Jahr 2014) ist innerhalb der vergangenen zehn Jahre um 4 Prozentpunkte gesunken.


Im Jahr 2014 war die Hälfte (50 %) der Studienanfänger Frauen. Die Frauenanteile variierten allerdings je nach fachlicher Ausrichtung des Studiums. In den Fächergruppen Veterinärmedizin (82 %), Sprach- und Kulturwissenschaften (74 %), Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften (69 %) sowie Kunst/Kunstwissenschaft (65 %) waren die Studienanfängerinnen deutlich in der Mehrheit. In den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften stellte sich das Geschlechterverhältnis mit einem Frauenanteil von 56 % nahezu ausgeglichen dar. In der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften (25 %) waren Studienanfängerinnen hingegen deutlich unterrepräsentiert. Der Frauenanteil in den MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik ist in den letzten zehn Jahren gestiegen. 

Abb 10 Studienanfängerinnen und -anfänger (erstes Hochschulsemester) 
nach Fächergruppen im Studienjahr 2014Abb 10 Studienanfängerinnen und -anfänger (erstes Hochschulsemester) nach Fächergruppen im Studienjahr 2014 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Die Umstellung des Studienangebots im Zuge des Bologna-Prozesses zeichnet sich zunächst in den Studienanfängerzahlen ab, setzt sich bei der Zahl der Studierenden fort und wirkt sich zeitverzögert auf die Absolventenzahlen aus. Die Einführung von Bachelor- und Masterabschlüssen hat seit 1999 erhebliche Fortschritte gemacht.

Der Bologna-Prozess

Im Juni 1999 unterzeichneten die Wissenschaftsministerinnen und -minister aus 29 europäischen Ländern die sogenannte "Bologna-Erklärung" zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulraums. Als wichtigstes Ziel dieses Reformprozesses gilt die Einführung des zweistufigen Studiensystems mit den neuen Abschlüssen Bachelor und Master, die die herkömmlichen Abschlüsse an Universitäten und Fachhochschulen bis 2010 (bis auf wenige Ausnahmen) ablösen sollten. Durch die internationale Vereinheitlichung der Studienabschlüsse sollten Studierende sowie Absolventinnen und Absolventen innerhalb Europas mobiler und die Attraktivität der Hochschulen über die europäischen Grenzen hinaus gesteigert werden.


Im Wintersemester 2014/2015 begannen 81 % der Studienanfängerinnen und -anfänger (im ersten Fachsemester) ein Bachelor- oder Masterstudium (ohne Lehramts-Bachelor und -Master). Rund 34 % (228.000) aller Studienanfängerinnen und -anfänger strebten einen Bachelorabschluss an einer Universität an, 14 % (93.000) einen Masterabschluss. Nur noch 9 % (59.000) aller Studienanfänger begannen ein Diplomstudium an einer Universität, knapp 1 % (6.000) an einer Fachhochschule. Rund 29 % (193.000) der Studienanfängerinnen und -anfänger strebten den Bachelorabschluss an der Fachhochschule an und 5 % (33.000) den Masterabschluss.

Abb 11 Studienanfängerinnen und -anfänger (erstes Fachsemester) 
nach angestrebtem Abschluss, Wintersemester 2014/15 — in ProzentAbb 11 Studienanfängerinnen und -anfänger (erstes Fachsemester) nach angestrebtem Abschluss, Wintersemester 2014/15 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Hochschulabsolventinnen und -absolventen




Die Zahl der bestandenen Prüfungen an Hochschulen stieg seit 2001 kontinuierlich an und erreichte 2014 mit 461.000 den aktuellen Höchststand. Mehr als die Hälfte (51 %) der im Jahr 2014 bestandenen Hochschulabschlüsse wurden von Frauen erworben.


Von den Absolventinnen und Absolventen des Jahres 2014 erwarben 50 % (229.000) einen Bachelorabschluss und weitere 21 % (97.000) einen Masterabschluss. Knapp 11 % (51.000) der erfolgreichen Prüfungsteilnehmer verließen die Hochschule mit einem Universitätsdiplom und 3 % (12.000) mit einem traditionellen Fachhochschulabschluss. Den Doktortitel erlangten rund 6 % (28.000) der Absolventinnen und Absolventen und weitere 9 % (43.000) legten eine Lehramtsprüfung ab.
Tab 7 Bestandene Prüfungen an Hochschulen — in TausendTab 7 Bestandene Prüfungen an Hochschulen — in Tausend Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Hochschulabsolventinnen und -absolventen, die 2014 ihr Erststudium erfolgreich abgeschlossen haben, waren durchschnittlich 24 Jahre alt. Die Studiendauer ist abhängig von der Art des erworbenen akademischen Grades. Die Erstabsolventen, die ein Universitätsdiplom oder einen entsprechenden Abschluss erwarben, schlossen ihr Studium im Prüfungsjahr 2014 in 13 Fachsemestern ab. Angehende Lehrerinnen und Lehrer brauchten im Durchschnitt acht Semester bis zum ersten Staatsexamen. Die mittlere Fachstudiendauer der Erstabsolventen, die ein Fachhochschuldiplom erwarben, lag bei sieben Semestern. Bei Bachelorabsolventen, deren Abschluss in der Wertigkeit dem "klassischen" Fachhochschuldiplom entspricht, betrug diese ebenfalls sieben Semester.


Das Masterstudium baut auf ein vorangegangenes Studium – in der Regel das Bachelorstudium – auf. Die mittlere Gesamtstudiendauer bei Masterabsolventinnen und -absolventen lag bei zehn Semestern, wobei diese Dauer auch die im Bachelorstudium verbrachten Semester umfasst.


Personelle und finanzielle Ressourcen




Im Jahr 2014 waren rund 675.000 Menschen an deutschen Hochschulen beschäftigt, davon zählten über die Hälfte (381.000) zum wissenschaftlichen und künstlerischen Personal. Zu beachten ist, dass das Hochschulpersonal nicht nur lehrt, sondern in einem beträchtlichen Umfang Aufgaben in den Bereichen Krankenbehandlung (Universitätskliniken) sowie Forschung und Entwicklung wahrnimmt. Etwas weniger als die Hälfte der Beschäftigten (294.000) war in der Hochschulverwaltung oder in technischen und sonstigen Bereichen tätig. Fast zwei Drittel (62 %) des wissenschaftlichen Personals waren hauptberuflich beschäftigt. Das hauptberufliche wissenschaftliche Personal setzt sich zusammen aus Professorinnen und Professoren, wissenschaftlichen oder künstlerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Dozenten und Assistenten sowie Lehrkräften für besondere Aufgaben. Lehrbeauftragte, wissenschaftliche Hilfskräfte und Gastprofessorinnen und -professoren gehören zum nebenberuflichen wissenschaftlichen und künstlerischen Personal.
Abb 12 Hochschulpersonal — in TausendAbb 12 Hochschulpersonal — in Tausend Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


In den letzten zehn Jahren hat die Zahl der Beschäftigten an den Hochschulen in Deutschland um insgesamt 35 % zugenommen. Das wissenschaftliche und künstlerische Personal wuchs im gleichen Zeitraum sogar um insgesamt 61 % (145.000). In der Gruppe des hauptberuflichen wissenschaftlichen Personals erhöhte sich die Zahl der Professorinnen und Professoren seit 2004 um 19 %. Deutlichere Zuwächse (+ 67 %) waren in der Gruppe der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter zu verzeichnen. Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten ist in der Gruppe des hauptberuflichen wissenschaftlichen und künstlerischen Personals von 30 % im Jahr 2004 auf 38 % im Jahr 2014 gestiegen.


Die Gruppe des nebenberuflichen wissenschaftlichen Personals hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Im Jahr 2014 waren 145.000 Personen in dieser Gruppe beschäftigt. Im Jahr 2004 waren es noch 72.000 gewesen. Der Zuwachs ist vor allem auf die wachsende Zahl der Lehrbeauftragten zurückzuführen (+ 85 %), die seit 2004 von 53.000 auf 99.000 im Jahr 2014 gewachsen ist. Aber auch die Zahl der wissenschaftlichen Hilfskräfte hat sich fast verdreifacht: von 17.000 im Jahr 2004 auf 44.000 im Jahr 2014. 


Der Bereich des Verwaltungs- sowie technischen und sonstigen Personals hat sich in den letzten zehn Jahren nur geringfügig erhöht und lag im Jahr 2014 bei rund 294.000 Personen (+ 12 %).


Die Hochschulen in öffentlicher und privater Trägerschaft in Deutschland gaben im Jahr 2013 für Lehre, Forschung und Krankenbehandlung insgesamt 46,3 Milliarden Euro aus. Die Ausgaben setzen sich zusammen aus den Ausgaben für das Personal, für den laufenden Sachaufwand sowie für Investitionen. Die Ausgaben der Hochschulen werden in besonderem Maße durch die Fächerstruktur bestimmt. Rund 45 % der Ausgaben entfielen auf die medizinischen Einrichtungen. Der Anteil der eingeschriebenen Studierenden in Humanmedizin beziehungsweise Gesundheitswissenschaften lag im Wintersemester 2013/2014 aber nur bei knapp 6 %. Demgegenüber waren in den Fächergruppen Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Sprach- und Kulturwissenschaften zusammen im Jahr 2012 etwa die Hälfte (rund 49 %) aller Studierenden eingeschrieben. Ihr Anteil an den gesamten Ausgaben im Hochschulbereich betrug allerdings lediglich gut 11 %.


Die Finanzierung dieser Ausgaben erfolgt einerseits durch die Finanzausstattung, die die Hochschulen von Seiten des Trägers erhalten (sogenannte Grundmittel), andererseits durch Verwaltungseinnahmen sowie durch Drittmittel, die primär für Forschungszwecke eingeworben werden. Bei den laufenden Grundmitteln für Lehre und Forschung handelt es sich um den Teil der Hochschulausgaben, den der Einrichtungsträger den Hochschulen für laufende Zwecke zur Verfügung stellt. Im Jahr 2013 betrugen die laufenden Ausgaben (Grundmittel) an deutschen Hochschulen durchschnittlich 6.900 Euro je Studierenden.


Die laufenden Zuschüsse waren in den Fächergruppen unterschiedlich. Sie differierten im Jahr 2013 zwischen 3.800 Euro je Studierenden der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bis zu 21.600 Euro je Studierenden der Humanmedizin beziehungsweise Gesundheitswissenschaften.
Abb 13 Laufende Ausgaben (Grundmittel) 
je Studierenden nach Fächergruppen 2013 — in Tausend EuroAbb 13 Laufende Ausgaben (Grundmittel) je Studierenden nach Fächergruppen 2013 — in Tausend Euro Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Frauen auf der akademischen Karriereleiter




Die Verwirklichung von Chancengleichheit von Männern und Frauen in Wissenschaft und Forschung ist ein wichtiges Thema in der deutschen Bildungspolitik. Auf den ersten Blick scheinen die Barrieren für den Zugang junger Frauen zur akademischen Ausbildung abgebaut: Die Hälfte (50 %) der Studierenden im ersten Hochschulsemester und etwas über die Hälfte (51 %) der Hochschulabsolventen im Jahr 2014 waren weiblich. Auch der Frauenanteil auf weiterführenden Qualifikationsstufen ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Allerdings nimmt er mit steigendem Qualifikationsniveau und Status der einzelnen Positionen auf der akademischen Karriereleiter kontinuierlich ab. Während im Jahr 2014 immerhin bereits 45 % der Doktortitel von Frauen erworben wurden, lag die Frauenquote bei den Habilitationen erst bei 28 %.


Rund 52 % der im Jahr 2014 an deutschen Hochschulen Beschäftigten waren weiblich (351.000), was in etwa dem Frauenanteil (51 %) an der Gesamtbevölkerung entspricht. Im Bereich Forschung und Lehre sind Frauen allerdings immer noch unterrepräsentiert: Ihr Anteil lag in der Gruppe des hauptberuflichen wissenschaftlichen und künstlerischen Personals bei 38 %. Unter der Professorenschaft ist der Frauenanteil traditionell niedrig. In den vergangenen zehn Jahren ist er aber deutlich angestiegen und erreichte 2014 mit 22 % einen Höchstwert. In der bestbezahlten Besoldungsstufe der Professoren (C4) lag der Anteil der Professorinnen bei 11 %.
Abb 14 Frauenanteile in verschiedenen Stadien 
der akademischen Laufbahn — in ProzentAbb 14 Frauenanteile in verschiedenen Stadien der akademischen Laufbahn — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Bei der Interpretation der Daten ist zu beachten, dass sich selbst ein starker Anstieg des Frauenanteils bei den Hochschulabsolventen zunächst nicht direkt auf den Anteil bei den Habilitationen oder Professuren auswirkt, da der Erwerb von akademischen Abschlüssen sehr zeitintensiv ist. So liegen zwischen dem Zeitpunkt der Ersteinschreibung und der Erstberufung zur Professorin beziehungsweise zum Professor in Deutschland etwa 20 Jahre. Mit den steigenden Frauenanteilen bei Jungakademikern und dem zunehmenden Ersatzbedarf an Hochschullehrern dürften sich die Karrierechancen von Frauen an deutschen Hochschulen weiter erhöhen. Aufgrund des Facharbeitskräftemangels im Bereich Natur- und Ingenieurwissenschaften ist absehbar, dass sich die Nachfrage nach promovierten und habilitierten Akademikern in Zukunft insbesondere auf die Fächergruppen konzentrieren wird, die bislang die niedrigsten Frauenanteile in der Gruppe des wissenschaftlichen Nachwuchses aufweisen.


Ausländische Studierende




Im Wintersemester 2014/2015 waren an deutschen Hochschulen 322.000 Studierende mit ausländischer Nationalität immatrikuliert. Der Ausländeranteil an der Gesamtzahl der Studierenden hatte im Wintersemester 2005/2006 mit fast 13 % einen Höchststand erreicht und ist zum Wintersemester 2014/2015 leicht gesunken (12 %).
Abb 15 Anteil ausländischer Studierender an den 
Studierenden insgesamt — in ProzentAbb 15 Anteil ausländischer Studierender an den Studierenden insgesamt — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Von den insgesamt 322.000 Studierenden mit ausländischer Nationalität waren 85.700 (27 %) sogenannte Bildungsinländer, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im deutschen Bildungssystem erworben haben. Hier handelt es sich meist um Kinder von Zuwanderern, die teilweise bereits in der zweiten oder dritten Generation in Deutschland leben und die Staatsangehörigkeit ihres Herkunftslandes behalten haben, sowie Kriegsflüchtlinge und Asylsuchende. Die mit Abstand größte Gruppe unter den Bildungsinländern bildeten Studierende mit türkischer Staatsangehörigkeit (28.000), gefolgt von 5.000 Studierenden mit italienischer Herkunft und 4.000 Studierenden mit griechischer Herkunft.


An der Gesamtzahl der Studierenden hatten die Studierenden ausländischer Nationalität (Bildungsinländer) nur einen Anteil von 3 %, obwohl der Ausländeranteil in Deutschland bei insgesamt 9 % lag. Deutsche Studierende mit Migrationshintergrund können allerdings in der Studierendenstatistik nicht gesondert nachgewiesen werden.
Abb 16 Bildungsinländerinnen und -inländer 
nach Herkunftsländern im Wintersemester 2014/2015Abb 16 Bildungsinländerinnen und -inländer nach Herkunftsländern im Wintersemester 2014/2015 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Bei den sogenannten Bildungsausländern handelt es sich um die Gruppe der ausländischen Studierenden, die grenzüberschreitend mobil sind und ihre Hochschulzugangsberechtigung außerhalb Deutschlands erworben haben. Ihre Zahl hat im Wintersemester 2005/2006 den höchsten Anteil an der Gesamtzahl der Studierenden mit fast 10 % (189.500) Bildungsausländern erreicht und war seitdem leicht rückläufig. Im Wintersemester 2014/2015 gab es einen Höchststand mit rund 236.000 Bildungsausländern an deutschen Hochschulen. Aufgrund der stark gestiegenen Gesamtzahl der Studierenden entsprach dies jedoch nur einem Anteil von 9 %. Die meisten ausländischen Nachwuchsakademiker kamen im Wintersemester 2014/2015 aus China (30.300), gefolgt von Indien mit 11.700 Studierenden und der Russischen Föderation mit 11.500 Studierenden.
Abb 17 Bildungsausländerinnen und -ausländer 
nach Herkunftsländern im Wintersemester 2014/2015Abb 17 Bildungsausländerinnen und -ausländer nach Herkunftsländern im Wintersemester 2014/2015 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Auch für deutsche Studierende ist ein Studium im Ausland attraktiv. Im Jahr 2013 waren etwa 134.500 deutsche Studierende an ausländischen Hochschulen eingeschrieben. Die beliebtesten Zielländer waren Österreich mit 20 % aller deutschen Studierenden im Ausland, die Niederlande mit 17 % sowie das Vereinigte Königreich mit 12 % und die Schweiz mit 11 %. In diesen vier Ländern zusammen lebten damit 60 % der im Ausland studierenden Deutschen.


Ausbildungsförderung für Studierende




Von den durchschnittlich 425.000 geförderten Studierenden im Jahr 2014 waren 280.000 an Universitäten und 139.000 an Fachhochschulen eingeschrieben. Rund 62 % aller geförderten Studierenden erhielten nur eine Teilförderung, die geleistet wird, wenn die Einkommen der Geförderten oder ihrer Eltern festgelegte Grenzen übersteigen. Rund 38 % der Geförderten erhielten eine Vollförderung, also den maximalen Förderungsbetrag.

Studierenden-BAföG

Ausbildungsförderung für Studierende nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) wird für den Besuch von höheren Fachschulen, Akademien und Hochschulen gewährt. Im Hochschulbereich wird die Ausbildungsförderung je zur Hälfte als Zuschuss und als unverzinsliches Darlehen geleistet. In bestimmten Fällen wurde seit 1996 anstelle von Zuschuss und unverzinslichem Darlehen ein verzinsliches Darlehen gewährt, zum Beispiel nach Überschreiten der Förderungshöchstdauer.


Insgesamt wurden von Bund und Ländern für die Studierendenförderung 2,28 Milliarden Euro aufgewendet. Im Durchschnitt erhielt in Deutschland ein geförderter Student beziehungsweise eine geförderte Studentin 448 Euro im Monat. Die durchschnittliche Zahl der Geförderten lag 2014 um 25 % höher als 2004. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich der Finanzaufwand für die Studienförderung um 51 %.

Tab 8 Ausbildungsförderung nach 
dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG)Tab 8 Ausbildungsförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Abb 18 Geförderte nach dem Bundesausbildungs-
förderungsgesetz (BAföG) — in TausendAbb 18 Geförderte nach dem Bundesausbildungs- förderungsgesetz (BAföG) — in Tausend Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)




 

Dossier

Bildung

Bildung ist ein Grundrecht. Sie bereitet Menschen auf das Leben vor und verspricht sozialen Aufstieg. Vielen gilt sie als Universallösung für die Herausforderungen unserer Zeit. Findet die Bildungspolitik die richtigen Antworten? Das Dossier zeigt, worum es beim Thema Bildung heute geht. Weiter... 

Zahlen und Fakten

Top 15

15 ausgewählte Grafiken zeigen wichtige Aspekte aus den "Zahlen und Fakten"-Angeboten. Themen wie "Armut trotz Arbeit", "Entwicklung der öffentlichen Finanzen", "Grenzüberschreitender Warenhandel": mit unterschiedlich detaillierten Grafiken für den Einstieg und das vertiefte Studium, interaktiven Elementen zur besseren Verständlichkeit und den Daten, Texten und Grafiken zum Download. Weiter...