Datenreport 2016

3.5.2016 | Von:
Elle Krack-Roberg, Stefan Rübenach, Bettina Sommer, Julia Weinmann


Formen des Zusammenlebens


Grundlage für die Bestimmung einer Lebensform im Mikrozensus sind die sozialen Beziehungen zwischen den Mitgliedern eines Haushalts. Im Jahr 2014 lebten 17,5 Millionen Ehepaare und 2,9 Millionen gemischt- oder gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften in Deutschland, zusammen also rund 20,4 Millionen Paare. Daneben gab es 18,0 Millionen alleinstehende Personen, die ganz überwiegend (89 %) allein wohnten oder sich in eher seltenen Fällen den Haushalt mit anderen Mitbewohnern teilten (11 %). Rund 2,7 Millionen Menschen waren als Mütter oder Väter alleinerziehend.


Im Vergleich zu 2004 haben alternative Lebensformen zahlenmäßig an Bedeutung gewonnen. So erhöhte sich die Zahl der Alleinstehenden um 2,5 Millionen, was einem Anstieg von 16 % entspricht. Die Zahl der Lebensgemeinschaften stieg innerhalb der betrachteten zehn Jahre um 451.000 (+ 18 %), die der Alleinerziehenden um 210.000 (+ 8 %). Eine rückläufige Entwicklung zeigt sich hingegen bei den Ehepaaren. Im Jahr 2014 gab es in Deutschland rund 1,6 Millionen Ehepaare weniger als noch vor zehn Jahren. Das entspricht einem Rückgang von 8 %.
Lebensformen der Bevölkerung — in TausendLebensformen der Bevölkerung — in Tausend Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Paare


Wer heiratet wen? Wer lebt mit wem zusammen? Ein altes Sprichwort sagt zu diesem Thema: "Gleich und gleich gesellt sich gern". Die Ergebnisse des Mikrozensus zeigen, dass diese Volksweisheit tatsächlich zutrifft, zumindest wenn man den Bildungsstand, den Altersunterschied zwischen beiden Partnern oder die Staatsangehörigkeit betrachtet. Die nachfolgenden Ausführungen konzentrieren sich auf Ehepaare und nichteheliche (gemischtgeschlechtliche) Lebensgemeinschaften.


Paare nach Bildungsstand


Die meisten Menschen wählen eine Partnerin oder einen Partner mit gleichem Bildungsniveau. So hatten 2014 bei mehr als der Hälfte (62 %) der 20 Millionen Paare in Deutschland die Lebensgefährten einen gleichen oder ähnlichen Bildungsabschluss. Wenn sich das Bildungsniveau unterscheidet, dann verfügt meistens der Mann über einen höheren Abschluss. Das war bei 29 % der Paare der Fall. Die umgekehrte Situation – dass die Frau einen höheren Bildungsstand hatte – gab es lediglich bei etwa jedem elften Paar (9 %). Im Vergleich zu 2004 zeigt sich hier eine Veränderung. Damals hatte nur bei 8 % der Paare die Frau einen höheren Bildungsabschluss als der Mann.
Paare nach Bildungsstand 2014 — in ProzentPaare nach Bildungsstand 2014 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

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Bildungsstand


Der Bildungsstand basiert auf der international vergleichbaren Klassifikation für das Bildungswesen "International Standard Classification of Education" (ISCED). Der höchste erreichte Bildungsstand wird danach aus den Merkmalen "allgemeiner Schulabschluss" und "beruflicher Bildungsabschluss" kombiniert. Grundsätzlich wird zwischen drei Kategorien für den Bildungsstand unterschieden: "hoch", "mittel" und "niedrig". Personen mit einem "hohen Bildungsstand" verfügen über einen akademischen Abschluss oder einen Meister- / Techniker- oder Fachschulabschluss (ISCED-Stufe 5 bis 8). Berufsqualifizierende Abschlüsse und / oder das Abitur beziehungsweise die Fachhochschulreife gehören zur Kategorie "mittlerer Bildungsstand" (ISCED-Stufe 3 und 4). Personen mit ausschließlich einem Haupt-/Realschulabschluss und ohne schulischen oder beruflichen Abschluss fallen in die Kategorie "niedriger Bildungsstand" (ISCED-Stufe 0, 1 und 2).


Unterschiede zeigen sich bei einer separaten Betrachtung der Ehepaare und nichtehelichen Lebensgemeinschaften. Bei 30 % der Ehepaare hatte der Mann einen höheren Bildungsstand als seine Frau und nur bei jedem elften Ehepaar (9 %) war dies umgekehrt. Die dem klassischen Rollenbild entsprechende Bildungskonstellation – der Mann ist höher gebildet als die Frau – ist bei den Lebensgemeinschaften, die ohne Trauschein in einem Haushalt zusammenleben, weniger stark ausgeprägt. Bei den unverheirateten Paaren verfügte der Mann nur in 21 % der Fälle über einen höheren Bildungsabschluss als die Frau, wohingegen in 14 % der Fälle der Abschluss der Frau höher war als der des Mannes.

Ehepaare und nichteheliche Lebensgemeinschaften 
nach Bildungsstand der Partner 2014 — in ProzentEhepaare und nichteheliche Lebensgemeinschaften nach Bildungsstand der Partner 2014 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Paare nach Alter


Beziehungen von älteren Männern und Frauen zu wesentlich jüngeren Partnerinnen oder Partnern werden von der Presse gerne aufgegriffen. Statistisch gesehen sind solche hohen Altersunterschiede jedoch nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme, denn lediglich 6 % aller Paare trennte 2014 ein Altersunterschied von mehr als zehn Jahren. Fast die Hälfte (47 %) hatte nur einen geringen Altersunterschied zwischen einem und drei Jahren. Genau gleich alt war immerhin jedes zehnte Paar. Unabhängig von der Höhe des Altersunterschiedes gilt jedoch im Großen und Ganzen die traditionelle Altersverteilung – der Mann ist älter als die Frau. Bei rund drei Vierteln (73 %) traf dies zu, nur bei 17 % der Paare war es umgekehrt. Rund 10 % der Paare waren gleich alt. 


Betrachtet man verheiratete und nicht verheiratete Paare getrennt voneinander hinsichtlich des Alters in der Paarkonstellation, stellt sich diese Struktur noch einmal anders dar. Auch hinsichtlich der Altersverteilung weichen nichteheliche Lebensgemeinschaften eher von gängigen Klischees ab: Zwar herrschte im Jahr 2014 auch bei unverheirateten Paaren überwiegend (66 %) eine traditionelle Altersverteilung. Doch in fast jeder vierten Beziehung (24 %) war die Frau älter als ihr Partner. Der Rest (10 %) war gleich alt. Unter den Verheirateten war die klassische Verteilung der Alterskonstellation stärker ausgeprägt: Bei drei von vier Ehepaaren (74 %) war der Mann älter als seine Frau. In jeder zehnten Ehe waren beide Partner gleich alt. In 16 % der Ehen war die Frau älter.
Paare nach Altersunterschied 2014 — in ProzentPaare nach Altersunterschied 2014 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Paare nach Staatsangehörigkeit


Studium und Urlaub im Ausland, der Zuzug von Ausländerinnen und Ausländern nach Deutschland – mit zunehmender Globalisierung und Mobilität im privaten und beruflichen Umfeld der Menschen könnte man vermuten, dass auch Paarbeziehungen immer internationaler würden. Zwar steigt der Anteil von Paaren mit verschiedenen Staatsangehörigkeiten, dennoch haben die meisten Paare nach wie vor den gleichen Pass. So überwogen unter den Paaren 2014 in Deutschland klar die deutsch-deutschen Verbindungen (87 %). Das waren jedoch rund 2 Prozentpunkte weniger als 2004. Deutsch-ausländische Paare machten 7 % (2004: 5 %) und ausländische Paare 6 % (2004: 6 %) aus. Auch unter ausländischen Paaren besitzen meist beide Partner die gleiche Staatsangehörigkeit (90 %).
Paare nach Staatsangehörigkeit 2014 — in ProzentPaare nach Staatsangehörigkeit 2014 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Auch wenn bei der Partnerwahl häufig die Gemeinsamkeiten im Vordergrund stehen, sind es manchmal gerade die Unterschiede, die sich anziehen: Wenn deutsche Männer eine ausländische Partnerin wählten, dann kam sie am häufigsten aus der Türkei (12 %), Polen (10 %) oder der Russischen Föderation (7 %). Deutsche Frauen lebten 2014 vor allem mit Türken (18 %), Italienern (12 %) und Österreichern (7 %) zusammen.


Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften


Anhand der Frage zur Lebenspartnerschaft weist der Mikrozensus für das Jahr 2014 rund 87.000 gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften aus. Etwas mehr als die Hälfte (54 %) der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften wurde von Männern geführt. Rund 41.000 (47 %) aller gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften waren zugleich eingetragene Lebenspartnerschaften. Aufgrund geringer Fallzahlen und der Freiwilligkeit dieser Auskünfte sind die Ergebnisse jedoch mit Vorsicht zu interpretieren. Gleichwohl können sie als eine untere Grenze für die Zahl der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften in Deutschland gelten.

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Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften


Unter einer gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft wird im Mikrozensus eine Lebenspartnerschaft verstanden, bei der zwei Lebenspartner gleichen Geschlechts mit oder ohne Trauschein beziehungsweise notarieller Beglaubigung in einem Haushalt zusammenleben und gemeinsam wirtschaften.


Entscheidend für die Klassifizierung als Lebensgemeinschaft im Mikrozensus – egal ob gleich- oder gemischtgeschlechtlich – ist die Einstufung der Befragten selbst. Eine dahin gehende Frage wird seit 1996 gestellt (sogenanntes Fragekonzept). Ihre Beantwortung ist den befragten Personen freigestellt.

Entwicklung der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften — in TausendEntwicklung der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften — in Tausend Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Eine obere Grenze für die Zahl gleichgeschlechtlicher Paare kann im Mikrozensus mit einem Schätzverfahren bestimmt werden. Hierbei werden alle Haushalte, in denen mindestens zwei Personen leben, näher betrachtet. In diesen Haushalten müssen (mindestens) zwei nicht verwandte 16-jährige oder ältere Personen gleichen Geschlechts leben, die keine Ehegatten im Haushalt haben beziehungsweise nicht verheiratet und beide familienfremd sind. Nach diesem Schätzkonzept gab es im Jahr 2014 in Deutschland 223.000 gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften, also fast dreimal so viele gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften wie nach dem Fragekonzept. Auch die Ergebnisse des Schätzkonzepts sind jedoch eingeschränkt aussagekräftig. Sie dürften vor allem auch deshalb eine obere Grenze der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften sein, weil in den geschätzten Werten auch Wohngemeinschaften von Studierenden ohne partnerschaftlichen Hintergrund enthalten sind. 


Fazit: Auch wenn die Ergebnisse des Frage- und des Schätzkonzepts zur Verbreitung gleichgeschlechtlicher Paare vorsichtig zu interpretieren sind, zeigt sich nach beiden Konzepten, dass seit 2004 die Zahl gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften gestiegen ist.


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Eingetragene Lebenspartnerschaften 


Rund 41.000 gleichgeschlechtliche Paare lebten 2014 in Deutschland als eingetragene Lebenspartnerschaft in einem Haushalt zusammen. Das seit 2001 bestehende Lebenspartnerschaftsgesetz ermöglicht es, zwei Menschen gleichen Geschlechts ihrer Beziehung einen rechtlichen Rahmen zu geben. Seit 2006 wird dieser Familienstand im Mikrozensus erhoben. Damals hatte es knapp 12.000 eingetragene Lebenspartnerschaften in Deutschland gegeben. Seitdem hat sich die Zahl bis 2014 mehr als verdreifacht, die bestehenden eingetragenen Lebenspartnerschaften wurden überwiegend (24.000 Paare) von Männern geführt, rund 17.000 Paare waren Frauen.


Alleinerziehende


Es gibt immer mehr Alleinerziehende in Deutschland. Im Jahr 2014 lebten insgesamt 2,7 Millionen Personen als alleinerziehende Mütter oder Väter, von denen 1,6 Millionen (60 %) minderjährige Kinder hatten. Die nachfolgenden Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf diese Gruppe: die alleinerziehenden Mütter und Väter, die mindestens ein im Haushalt lebendes, minderjähriges Kind betreuten. Gegenüber 2004 ist ihre Zahl um rund 4 % gestiegen.


Zu den alleinerziehenden Elternteilen zählen im Mikrozensus alle Mütter und Väter, die ohne Ehe- oder Lebenspartner/-in mit ledigen Kindern im Haushalt zusammenleben. Unerheblich ist dabei, wer im juristischen Sinn für die Kinder sorgeberechtigt ist. Im Vordergrund steht der aktuelle und alltägliche Lebens- und Haushaltszusammenhang.


Das Alleinerziehen betrifft zum größten Teil Frauen: Im Jahr 2014 waren 1,5 Millionen Mütter und 180.000 Väter alleinerziehend. Damit war in neun von zehn Fällen (90 %) der alleinerziehende Elternteil die Mutter. Seit 2004 ist der Anteil der alleinerziehenden Väter zudem leicht zurückgegangen, und zwar von 12 % im Jahr 2004 auf 10 % im Jahr 2014.


Am häufigsten werden Mütter und Väter mit minderjährigen Kindern infolge einer Scheidung zu Alleinerziehenden: Im Jahr 2014 waren 53 % dieser Frauen und 63 % dieser Männer geschieden oder noch verheiratet, lebten aber bereits getrennt vom Ehepartner beziehungsweise der Ehepartnerin. Ledig waren 43 % der alleinerziehenden Mütter, verwitwet 4 %. Von den alleinerziehenden Vätern waren 27 % ledig. Allerdings waren sie mit 10 % mehr als doppelt so häufig verwitwet wie die alleinerziehenden Mütter.
Alleinerziehende mit Kindern unter 18 Jahren 
nach Familienstand 2014 — in ProzentAlleinerziehende mit Kindern unter 18 Jahren nach Familienstand 2014 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Ein Drittel (33 %) der alleinerziehenden Väter betreuten Kinder im Alter von 15 bis 17 Jahren. Alleinerziehende Mütter versorgten – relativ betrachtet – deutlich seltener Kinder dieses Alters (19 %). Sie waren häufiger für jüngere Kinder verantwortlich. So lebten bei 32 % der alleinerziehenden Mütter Kinder im Krippen- oder Vorschulalter von unter sechs Jahren. Nur 12 % der alleinerziehenden Väter betreuten Kinder dieser Altersgruppe.
Alleinerziehende nach Alter des jüngsten Kindes 2014 — in ProzentAlleinerziehende nach Alter des jüngsten Kindes 2014 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Alleinstehende


Als Alleinstehende werden im Mikrozensus ledige, verheiratet getrennt lebende, geschiedene oder verwitwete Personen bezeichnet, die ohne Lebenspartnerin oder Lebenspartner und ohne Kind in einem Privathaushalt wohnen. Diesen können sie sich jedoch mit anderen (zum Beispiel Geschwistern, Freunden, Arbeitskollegen) teilen oder dort allein wohnen. Im Jahr 2014 war mehr als jede fünfte Person (22 %) in Deutschland alleinstehend (18,0 Millionen). Seit 2004 ist die Zahl der Alleinstehenden um 16 % gestiegen. 

Alleinstehende nach Familienstand — in ProzentAlleinstehende nach Familienstand — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Etwas mehr als die Hälfte (53 %) der Alleinstehenden waren 2014 Frauen, insgesamt 9,5 Millionen. Alleinstehende Männer gab es 8,4 Millionen (47 % der Alleinstehenden). Seit 2004 ist die Zahl alleinstehender Frauen um 8 % gestiegen, die Zahl alleinstehender Männer jedoch erhöhte sich um 28 %. Im Jahr 2004 hatte der Frauenanteil unter den Alleinstehenden noch bei 57 % gelegen.


Alleinstehende nach 
Haushaltsform 2014 — in ProzentAlleinstehende nach Haushaltsform 2014 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)
Unterschiede zwischen alleinstehenden Frauen und Männern zeigen sich unter anderem beim Familienstand. Im Jahr 2014 waren 40 % der alleinstehenden Frauen verwitwet, 38 % ledig, 18 % geschieden und 4 % verheiratet, aber getrennt lebend. Bei den alleinstehenden Männern war die Reihenfolge eine andere: Hier überwogen mit 64 % die Ledigen, gefolgt von den Geschiedenen mit 18 %, den Verwitweten mit 10 % und den verheiratet Getrenntlebenden mit 7 %. Im Jahr 2004 waren alleinstehende Frauen noch deutlich häufiger verwitwet (48 %). Seitdem gestiegen ist der Anteil der Ledigen und der Geschiedenen an allen alleinstehenden Frauen. Bei den alleinstehenden Männern gibt es im Zeitverlauf von 2004 zu 2014 nur geringfügige Veränderungen.

Von den 18,0 Millionen Alleinstehenden im Jahr 2014 lebten 89 % in einem Einpersonenhaushalt. Rund 5 % teilten sich den Haushalt mit Verwandten, beispielsweise der Schwester oder dem Bruder, und gegebenenfalls weiteren nicht verwandten Personen. Weitere rund 6 % wohnten in Haushalten mit ausschließlich nicht verwandten oder verschwägerten Haushaltsmitgliedern, beispielsweise in einer Wohngemeinschaft von Studierenden. Damit lebten insgesamt 11 % der Alleinstehenden mit anderen Menschen unter einem Dach zusammen.

Alleinlebende


Alleinlebende sind Alleinstehende, die in einem Einpersonenhaushalt wohnen und wirtschaften. Sie sind im Durchschnitt älter als Alleinstehende: So waren 2014 in Deutschland von den Alleinlebenden 35 % älter als 65 Jahre, bei den Alleinstehenden in Mehrpersonenhaushalten betrug dieser Anteil lediglich 22 %. Umgekehrt verhielt es sich in der Altersgruppe der unter 25-Jährigen: Lediglich 7 % der Alleinlebenden waren jünger als 25 Jahre, bei den Alleinstehenden in Mehrpersonenhaushalten hingegen waren es 17 %. 


Alleinstehende in Mehrpersonenhaushalten waren zu 61 % ledig und zu 17 % verwitwet, für Alleinlebende betrugen die entsprechenden Anteile 49 % beziehungsweise 27 %. Der Frauenanteil bei den Alleinstehenden in Mehrpersonenhaushalten war mit 50 % etwas niedriger als bei den Alleinlebenden (53 %). 


Jüngere Frauen und Frauen mittleren Alters (25 bis 59 Jahre) lebten 2014 seltener allein als gleichaltrige Männer. So lag die Quote der Alleinlebenden bei Frauen dieser Altersgruppe mit durchschnittlich 16 % deutlich unter der entsprechenden Quote für Männer (25 %). Umgekehrt ist es in der Altersgruppe ab 60 Jahren: Frauen in dieser Altersgruppe lebten wesentlich häufiger allein als gleichaltrige Männer. Bei älteren Frauen steigt der Anteil der Alleinlebenden mit zunehmendem Alter rasch und stark an. Hier wirkt sich unter anderem die deutlich höhere Lebenserwartung von Frauen aus. Bei den Männern sinkt die Alleinlebendenquote bis zum 75. Lebensjahr und nimmt erst dann wieder zu.
Alleinlebende nach Alter 2014 — in Prozent der Bevölkerung der jeweiligen AltersgruppeAlleinlebende nach Alter 2014 — in Prozent der Bevölkerung der jeweiligen Altersgruppe Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)



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