Datenreport 2016

Lebenssituation älterer Menschen mit Migrationshintergrund

Das Alter wird bunter und vielfältiger. Diese zunehmende Diversität des Alters wird auch durch die stetig wachsende Anzahl älterer Menschen mit Migrationshintergrund geprägt. Deren spezifischen kulturellen Hintergründe und biografischen Migrationserfahrungen sind ein wesent­licher Teil der vielfältigen Lebenswelten älterer Menschen in Deutschland geworden. 


Im Fokus dieses Kapitels stehen ältere Menschen mit Migrationshintergrund. Es werden jene unter ihnen betrachtet, die als Ausländerinnen und Ausländer oder als Deutsche nach Deutschland zugewandert sind, die demzufolge über eigene Migrationserfahrungen verfügen und das 50. Lebensjahr erreicht oder überschritten haben. Im Weiteren werden sie auch als Migrantinnen und Migranten der "Generation 50 +" bezeichnet.

Bevölkerung mit Migrationshintergrund


Der Begriff beschreibt Personen, die als Ausländerinnen und Ausländer oder als Deutsche nach Deutschland zugewandert sind, sowie in Deutschland geborene ausländische Personen und jeweils deren Nachkommen. Synonym wird in diesem Kapitel auch der Begriff "Migrantinnen und Migranten" verwendet. Jene unter ihnen, die nach Deutschland zugezogen sind, gehören zur "Bevölkerung mit eigener Migrationserfahrung". In der Generation 50+ sind das 98 %. Die in Deutschland geborenen ausländischen Personen und Nachkommen der Zugezogenen werden als "Bevölkerung ohne eigene Migrationserfahrung" bezeichnet. Diese Personen sind für die Analysen der älteren Migrantinnen und Migranten wegen ihrer jungen Altersstruktur ohne Bedeutung.


Dieses Kapitel beleuchtet die folgenden Fragen: Wer sind die älteren Personen mit eigener Migrationserfahrung? Welche Besonderheiten, mit denen sie zur wachsenden Vielfalt des Alters beitragen, prägen ihre soziale Situation? Es soll ein Bild der demografischen und sozialen Heterogenität älterer Menschen mit Migrationshintergrund gezeichnet werden. Das geschieht in drei Teilen:


Mit deskriptiven Analysen sollen diese Aspekte anhand von drei Datenquellen untersucht werden: Der Mikrozensus erlaubt seit dem Jahr 2005 die Beschreibung von Menschen mit (und ohne) Migrationshintergrund. Sofern keine anderen Quellen genannt sind, werden Daten des Mikrozensus 2013 analysiert. Daten des Deutschen Alterssurveys (DEAS) liefern Informationen zu Lebensumständen und zum subjektiven Befinden dieser Personen. Beispielhaft werden hier die Wohnverhältnisse und die Wohnzufriedenheit als eine Dimension der ökonomischen Lebensqualität betrachtet. Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) liefert unter anderem Erkenntnisse zur wirtschaftlichen und zur gesundheitlichen Situation älterer Migrantinnen und Migranten. 


Herausgeber: WZB / SOEP

Datenreport: Kapitel 2.3.1

Bevölkerungsstruktur: Alter, Herkunft, Aufenthaltsdauer


Fast 16 Millionen der 2013 in Deutschland lebenden Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund. Das entspricht 20 % der Gesamtbevölkerung. Im höheren Alter ist der Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund geringer: Unter den 50- bis 64-Jährigen beträgt er mit 2,6 Millionen Migrantinnen und Migranten nur 15 %. Bei Personen ab dem 65. Lebensjahr sind es mit 1,5 Millionen sogar nur 9 %. Weiter...

Datenreport: Kapitel 2.3.2

Lebensformen: Haushaltsstrukturen, Familienstand und regionale Ansiedlung


Migrantinnen und Migranten der Generation 50 + leben zu 48 % als Paar ohne Kind(er) im Haushalt. 27 % leben im Familienverbund mit ledigen Kindern und 25 % sind Personen, die allein, also ohne Partnerin oder Partner und ohne Kinder leben. Diese hohe Vernetzung in familialen Gemeinschaften spiegelt sich auch in den Haushaltsstrukturen. Weiter...

Datenreport: Kapitel 2.3.3

Sozialstatus: Bildung, ­Erwerbstätigkeit, Ein­kommen, Wohneigentum


Das Bildungsniveau der älteren Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist deutlich niedriger als das der gleichaltrigen Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. So verfügen nur 37 % der 50- bis 64-jährigen und nur 33 % der 65-jährigen und älteren Arbeitsmigrantinnen und -migranten über einen Berufsabschluss. Weiter...

Datenreport: Kapitel 2.3.4

Soziale Situation: Armutsrisiko, soziale Wahrnehmung und Lebenszufriedenheit


Aus zahlreichen Studien ist bekannt, dass ein niedriger Bildungsgrad, instabile oder fehlende Erwerbsverhältnisse wie auch Einkommensnachteile durch nicht vorhandenes Wohneigentum das Armuts­risiko erhöhen. Die hier analysierten Daten bestätigen diese Aussagen in Bezug auf ältere Migrantinnen und Migranten: Jene der Generation 50 + haben im Vergleich zu gleichaltrigen Personen ohne Migrationshintergrund durchschnittlich ein niedrigeres Bildungsniveau, eine geringere Erwerbs­beteiligung, ein niedrigeres Einkommensniveau, weniger Wohneigentum und sind mehr als doppelt so häufig von Armut bedroht. Weiter...

Datenreport: Kapitel 2.3.5

Zusammenfassung


Die Generation der älteren Migrantinnen und Migranten (50 +) besteht im Wesent­lichen aus zwei Hauptgruppen: Den (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedlern aus Regionen Mittel- und Osteuropas (mit einem Anteil von 35 %) und den Arbeitsmigrantinnen und -migranten, die nach 1956 auf der Grundlage der Anwerbeabkommen vor allem aus den Mittelmeerländern nach Deutschland kamen (32 %).
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Dossier

Familienpolitik

Die deutsche Familienpolitik ist ein zentraler Bestandteil der Gesellschaftspolitik. Sie versucht das Zusammenleben von Paaren, das Leben mit Kindern und den Generationenzusammenhang zu unterstützen. Das Dossier skizziert die Maßnahmen, Institutionen, Akteure und Ziele der Familienpolitik, gibt einen Überblick über den Wandel von Familie und bildet die aktuelle Reformdebatte ab. Weiter... 

Zahlen und Fakten

Top 15

15 ausgewählte Grafiken zeigen wichtige Aspekte aus den "Zahlen und Fakten"-Angeboten. Themen wie "Armut trotz Arbeit", "Entwicklung der öffentlichen Finanzen", "Grenzüberschreitender Warenhandel": mit unterschiedlich detaillierten Grafiken für den Einstieg und das vertiefte Studium, interaktiven Elementen zur besseren Verständlichkeit und den Daten, Texten und Grafiken zum Download. Weiter...