Datenreport 2016

3.5.2016 | Von:
Elke Hoffmann, Laura Romeu Gordo

Lebensformen: Haushaltsstrukturen, Familienstand und regionale Ansiedlung


Migrantinnen und Migranten der Generation 50 + leben zu 48 % als Paar ohne Kind(er) im Haushalt. 27 % leben im Familienverbund mit ledigen Kindern und 25 % sind Personen, die allein, also ohne Partnerin oder Partner und ohne Kinder leben. Diese hohe Vernetzung in familialen Gemeinschaften spiegelt sich auch in den Haushaltsstrukturen. Nahezu vier Fünftel aller älteren Migrantinnen und Migranten (50 +) bilden Mehrpersonenhaushalte, lediglich ein Fünftel lebt in Einpersonenhaushalten. Für die (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedler wie auch für die Arbeitsmigrantinnen und -migranten gilt diese Verteilung in ähnlicher Weise. Ein Vergleich zur Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (50 +) zeigt, dass Migrantinnen und Migranten (50 +) in einem geringeren Maße alleinstehend sind, dafür aber häufiger in Familien leben. Das könnte allerdings auch ein Effekt ihres niedrigeren Durchschnittsalters sein. Dafür spricht zum Beispiel der höhere Anteil verwitweter Personen unter der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund.
Tab 4 Bevölkerung im Alter ab 50 Jahren nach Migrationsstatus und Lebensformen, Deutschland 2013Tab 4 Bevölkerung im Alter ab 50 Jahren nach Migrationsstatus und Lebensformen, Deutschland 2013 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Die Mehrheit aller Migrantinnen und Migranten (50 +) ist verheiratet, etwa 80 % von ihnen mit einer Partnerin oder einem Partner mit Migrationshintergrund. Zum Vergleich: Von der verheirateten Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (50 +) haben nur knapp 4 % eine Partnerin oder einen Partner mit Migrationshintergrund. Auch bezüglich des Familienstandes unterscheiden sich die (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedler sowie die Arbeitsmigrantinnen und -migranten nicht wesentlich. 

92 %

der Generation 50+ lebten 2013 im früheren Bundesgebiet. In den neuen Bundesländern wohnten 8 %.

Mit 92 % leben die Migrantinnen und Migranten der Generation 50 + überdurchschnittlich häufig im früheren Bundesgebiet. Lediglich 8 % sind in den neuen Bundesländern sesshaft geworden. Entsprechend unterschiedlich ist der Anteil dieser Personen an der Bevölkerung der jeweiligen deutschen Teilregion: Für die westdeutsche Bevölkerung ab dem 50. Lebensjahr beträgt der Anteil von Personen mit Migrationshintergrund 14 %, für die ostdeutsche nur 5 %.
Tab 5 Bevölkerung im Alter ab 50 Jahren nach Migrationsstatus und regionaler Ansiedlung, Deutschland 2013 — in ProzentTab 5 Bevölkerung im Alter ab 50 Jahren nach Migrationsstatus und regionaler Ansiedlung, Deutschland 2013 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Die Ansiedlung älterer Migrantinnen und Migranten (50 +), unterschieden nach nicht-administrativen Gebietseinheiten, zeigt einige Besonderheiten, die sich aus dem Migrationsgrund ergeben: 68 % der Arbeitsmigrantinnen und -migranten der ersten Generation leben in städtischen Regionen, 24 % in Regionen mit Verstädterungsansätzen und nur 7 % in länd­lichen Gebieten. Hier wird deutlich, dass die beschäftigungsorientierte Zuwanderung primär in verdichtete Regionen mit entsprechenden Arbeitsmarktchancen erfolgte und die Betroffenen auch nach dem Ausstieg aus dem Erwerbsleben dort blieben. Die Gruppe der (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät)-Aussiedler verteilt sich dagegen etwas gleichmäßiger: 50 % wohnen in einer städtischen Region, 34 % in Regionen mit Verstädterungsansätzen und 16 % in ländlichen Regionen. 



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