Datenreport 2016

3.5.2016 | Von:
Anja Crößmann, Frank Schüller


Arbeitsbedingungen 


Neben den genannten Einflüssen der Arbeit auf die Gesundheit werden unter der Überschrift "Qualität der Arbeit" noch eine Reihe weiterer Aspekte diskutiert, die das subjektive Empfinden und damit die Zufriedenheit und Lebensqualität der Erwerbstätigen beeinflussen. Einen vertieften Einblick zum Thema Arbeitsbedingungen geben beispielsweise die Ergebnisse des European Working Conditions Survey (EWCS). Im EWCS werden in mehrjährlichen Abständen – zuletzt im Jahr 2010 – in den europäischen Staaten Beschäftigte zu ihren Arbeitsbedingungen befragt, unter anderem auch zu ausgewählten Aspekten der Zusammenarbeit und der Arbeitsmotivation. 


Wer arbeitet, verbringt damit einen großen Teil seiner täglichen Zeit. Daher spielt das Miteinander mit Kollegen und Vorgesetzten ebenso eine bedeutende Rolle bei der Bewertung der Qualität einer Arbeit wie die Motivation zur Ausübung der Tätigkeit. Im Jahr 2010 gaben 67 % der Befragten ab 15 Jahren in Deutschland an, gute Freunde am Arbeitsplatz zu haben. Rund 89 % der Befragten gaben an, immer beziehungsweise meistens von ihren Kollegen und Kolleginnen unterstützt zu werden. Die Unterstützung durch Vorgesetzte spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für die Qualität der Zusammenarbeit. Knapp die Hälfte (47 %) der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wurde nach eigener Einschätzung von ihren Vorgesetzten unterstützt. 


Bei der regelmäßigen Zusammenarbeit treten auch Probleme am Arbeitsplatz auf. Diese sind häufig Ursache für gesundheitliche Beeinträchtigungen. Bedrohungen und Belästigungen tragen zu seelischen Belastungen und Stress bei. Nicht nur das individuelle Wohlbefinden, sondern auch die Leistungsfähigkeit der Betroffenen wird dadurch zum Teil massiv beeinträchtigt. Im Jahr 2010 erfuhr fast jeder zehnte Beschäftigte (9 %) in Deutschland Diskriminierung am Arbeitsplatz. Der am häufigsten genannte Grund für Diskriminierung war das Alter. Rund 5 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fühlten sich aufgrund ihres Alters diskriminiert. Besonders stark betroffen waren jüngere und ältere Beschäftigte.


Ein wichtiger Aspekt für die Arbeitsmotivation ist die Identifikation mit der ausgeübten Tätigkeit. Durchschnittlich 84 % der Befragten in Deutschland sahen in ihrer Arbeit eine sinnvolle Tätigkeit. Darüber hinaus waren 88 % dieses Personenkreises im Allgemeinen zufrieden mit ihren Arbeitsbedingungen. Nur 10 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland waren nicht sehr zufrieden. Lediglich eine Minderheit (2 %) gab an, überhaupt nicht zufrieden mit den Arbeitsbedingungen zu sein.


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