Datenreport 2016

3.5.2016 | Von:
Renate Schulze-Steikow


Personal im öffentlichen Dienst


Die öffentlichen Arbeitgeber (öffentlicher Dienst und Unternehmen mit überwiegend öffentlicher Beteiligung) beschäftigten Mitte 2014 in Deutschland insgesamt rund 5,8 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (einschließlich Berufs- und Zeitsoldaten beziehungsweise -soldatinnen). Davon übten 4,0 Millionen Personen eine Vollzeit- und 1,8 Millionen eine Teilzeitbeschäftigung aus. Gegenüber dem Vorjahr wurden 34.000 Vollzeitkräfte oder 0,9 % mehr beschäftigt. Die Zahl der Teilzeitkräfte hat sich um 4.000 Personen oder 0,2 % erhöht. Der Anteil der Frauen an den Vollzeitbeschäftigten betrug 41 %, bei den Teilzeitbeschäftigten waren es 83 %.


Die Bedeutung der öffentlichen Arbeitgeber für die Erwerbstätigkeit zeigt sich, wenn das durch die öffentliche Hand bezahlte Personal in Beziehung zur Gesamtzahl der abhängig Erwerbstätigen gesetzt wird. Gemessen an den 35,6 Millionen abhängig Erwerbstätigen ergibt sich für den Bereich der öffentlichen Arbeitgeber ein Anteil von rund 16 %.


Die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst ist seit der deutschen Vereinigung deutlich gesunken: Im Jahr 1992 waren rund 6,7 Millionen Personen im öffentlichen Dienst beschäftigt, am 30. Juni 2014 dagegen 4,7 Millionen. Der öffentliche Dienst umfasst nur Personal der öffentlichen Arbeitgeber, welches nicht bei privatrechtlichen Einrichtungen und Unternehmen beschäftigt ist. Der massive Personalabbau im öffentlichen Dienst in den 1990er-Jahren resultierte in erster Linie aus der Notwendigkeit, die Personalausstattung der neuen Länder und der dortigen Kommunen an die Verhältnisse des früheren Bundesgebiets anzupassen. Hinzu kamen die Privatisierung der Deutschen Bundesbahn und Reichsbahn sowie der Deutschen Bundespost. Zudem gab es auch einen Trend, kommunale Krankenhäuser zu privatisieren und kommunale Dienstleistungen wie etwa Abfallentsorgung oder Straßenreinigung an private Unternehmen auszulagern. Auch das führte zu einem Personalrückgang im öffentlichen Sektor.
Abb 9 Entwicklung des Personalstandes im öffentlichen Dienst 
zum Stichtag 30. Juni — in MillionenAbb 9 Entwicklung des Personalstandes im öffentlichen Dienst zum Stichtag 30. Juni — in Millionen Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Seit dem Jahr 2009 ist ein kontinuierlicher Personalanstieg im öffentlichen Dienst zu verzeichnen. Dieser ist überwiegend bei Tageseinrichtungen für Kinder und im Bereich der Hochschulen zu beobachten.


Die Schwerpunkte des Personaleinsatzes im öffentlichen Dienst lagen 2014 bei den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen (20 %), der sozialen Sicherung (16 %) und bei den Hochschulen (11 %).
Abb 10 Anteil der Beschäftigten im öffentlichen Dienst 
nach Aufgabenbereichen 2014 — in ProzentAbb 10 Anteil der Beschäftigten im öffentlichen Dienst nach Aufgabenbereichen 2014 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Die Gesamtzahl der pensionierten Beamten, Richter sowie Berufssoldaten und ihrer Hinterbliebenen (zusammen: Versorgungsempfänger) ist seit der deutschen Vereinigung erheblich gestiegen. Im Zeitraum 1992 bis 2015 ist die Anzahl der Versorgungsempfängerinnen und -empfänger des öffentlichen Dienstes um rund 29 % gewachsen. Dies ist vor allem auf den Aufbau von Personal im Bildungsbereich in den 1960er- und 1970er-Jahren im früheren Bundesgebiet zurückzuführen, das nun seit einigen Jahren aus dem Erwerbsleben ausscheidet. Insgesamt erhielten am 1. Januar 2015 rund 1,6 Millionen Personen Leistungen des öffentlich-rechtlichen Alterssicherungssystems.

1,6 Mill.

Versorgungsempfängerinnen und -empfänger gab es im Jahr 2015. Dies ist ein Anstieg von 29 % in den letzten 23 Jahren.

Versorgungsleistungen nach dem Beamten- und Soldatenversorgungsrecht erhielten Anfang 2015 beim Bund 180.000 ehemalige Bedienstete oder ihre Hinterbliebenen, bei den Ländern 822.000, im kommunalen Bereich 119.000 sowie bei der Sozialversicherung 22.000 Personen. Beim Bundeseisenbahnvermögen (ehemals Deutsche Bundesbahn) gab es im Januar 2015 rund 163.000 Versorgungsempfängerinnen und -empfänger sowie bei der Bundesanstalt für Post und Telekommunikation (ehemals Deutsche Bundespost) 273.000 Personen. Die Zahl ehemaliger, nach dem Krieg nicht übernommener Bediensteter des Deutschen Reiches und ihrer Hinterbliebenen betrug 2015 rund 10.000 Personen.


Für den Eintritt des aktiven Personals in den Ruhestand gibt es im Wesentlichen drei verschiedene Gründe: Entweder das Erreichen einer gesetzlich festgelegten Altersgrenze, eine festgestellte Dienstunfähigkeit oder die Inanspruchnahme einer Vorruhestandsregelung. Insgesamt lag die Zahl der im Laufe des Jahres 2014 nach Beamten- und Soldatenversorgungsrecht in den Ruhestand versetzten Personen bei rund 63.000. Die Mehrheit der Neupensionierungen (80 %) erfolgte aufgrund des Erreichens einer gesetzlichen Altersgrenze. Der Anteil der Pensionierungen wegen Dienstunfähigkeit unter den Neupensionären betrug 16 %, weitere 3 % nahmen eine Vorruhestandsregelung in Anspruch.
Abb 11 Pensionierungsgründe bei den Neupensionären 
im öffentlichen Dienst 2014 — in ProzentAbb 11 Pensionierungsgründe bei den Neupensionären im öffentlichen Dienst 2014 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)



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