Datenreport 2016

3.5.2016 | Von:
Mareike Bünning


Klassenlagen 


Neben dem Konzept der sozialen Lage wird für sozialstrukturelle Analysen – insbesondere Analysen zur sozialen Mobilität – vielfach das auf Max Weber zurückgehende Konzept der Klassenlage verwendet. Die beiden Konzepte weisen Ähnlichkeiten, aber auch einige Unterschiede auf. Sowohl das Konzept der sozialen Lage als auch das der Klassenlage betont die Zentralität des Erwerbssystems und geht davon aus, dass die Position auf dem Arbeitsmarkt und im Beruf die Lebenschancen der Gesellschaftsmitglieder insgesamt und nachhaltig prägt. Die Unterschiede liegen insbesondere darin, dass sich das Konzept der Klassenlage bei der Klassifizierung der Personen allein auf Merkmale der Berufstätigkeit stützt und dazu die eigene aktuelle oder frühere berufliche Stellung, beziehungsweise die des Partners/ der Partnerin heranzieht.


Betrachtet man die Verteilung der Bevölkerung auf die neun unterschiedenen Klassenlagen, dann zeigt sich, dass die Klassenstrukturen in West- und Ostdeutschland mittlerweile (2014) überraschend große Ähnlichkeiten aufweisen. Zu den charakteristischen Unterschieden zählte in der Vergangenheit, dass in Ostdeutschland ein geringerer Anteil der Bevölkerung auf die beiden Dienstklassen sowie die einfachen Büroberufe entfiel, während ein größerer Anteil der Bevölkerung zur Facharbeiterklasse gehörte. Nur letzterer ist in den aktuellen Daten noch deutlich sichtbar. Insgesamt entfällt im Jahr 2014 einschließlich der sogenannten "Arbeiterelite" mit 35 % nur noch ein gutes Drittel der ostdeutschen Bevölkerung auf Arbeiterklassenlagen (Westdeutschland 33 %), darunter 15 % auf die der Facharbeiter.
Abb 2 Klassenlagen in West- und Ostdeutschland 2014 — in ProzentAbb 2 Klassenlagen in West- und Ostdeutschland 2014 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)