Datenreport 2016

Zeitverwendung 



3.5.2016
Im Alltag stellt sich oftmals das Gefühl ein, dass die Zeit nur so fliegt. Das ist erst einmal ein subjektiver Eindruck. Kann man auch objektiv messen, wie die Zeit vergeht? Dazu liefert die Zeitverwendungserhebung 2012/2013 umfangreiche Daten.

Zeitverwendungserhebung 2012/2013

Die Zeitverwendungserhebung 2012/2013 wurde vom Statistischen Bundesamt in Zusammenarbeit mit den Statistischen Ämtern der Länder in schriftlicher Form durchgeführt. Von August 2012 bis Juli 2013 wurden etwa 5.000 Haushalte mit rund 11.000 Personen ab zehn Jahren auf freiwilliger Basis nach ihrer Zeitverwendung befragt. Die Stichprobenauswahl erfolgte nach einem Quotenverfahren. In einem Tagebuch dokumentierte jede Person an drei vorgegebenen Tagen (zwei Wochentage und ein Wochenendtag) in 10-Minuten Schritten, welche Haupt- und Nebentätigkeit ausgeübt wurde. Auch Wegezeiten und die dafür verwendeten Verkehrsmittel waren einzutragen. Zusätzlich gaben die Befragten durch einfaches Ankreuzen an, mit wem die Zeit verbracht wurde. Jeder Anschreibetag schloss mit Fragen zur subjektiven Einschätzung des konkreten Tagesverlaufs. Hier gaben die Befragten an, welche Tätigkeiten die größte, welche keine Freude gemacht hatten und wofür sie sich mehr Zeit gewünscht hätten. Um die vielen verschiedenen Tagebucheintragungen für die Datenauswertung zu vereinheitlichen, wurde ein Aktivitätenverzeichnis mit 165 verschiedenen Aktivitäten für die Datenerfassung genutzt.


Nachfolgend werden einige besonders interessante Ergebnisse zu den Themen bezahlte und unbezahlte Arbeit, Kinderbetreuung, ehrenamtliches oder freiwilliges Engagement, Bildung und Freizeit aufgezeigt.


Zeitverwendung im Überblick




Etwa ein Viertel eines durchschnittlichen Tages verbrachten Personen ab zehn Jahren in Deutschland mit Erwerbsarbeit, Bildung und unbezahlter Arbeit. Ein weiteres Viertel des Tages verging mit verschiedenen Freizeitaktivitäten. Knapp die Hälfte des Tages nahmen persönliche Grundbedürfnisse wie Schlafen, Essen und Körperpflege ein. Bei diesen Zeitangaben ist zu berücksichtigen, dass es sich um Mittelwerte für Jung und Alt, Männer und Frauen, Erwerbstätige und Arbeitslose handelt. Der Durchschnitt wurde über Werktage und Wochenenden hinweg gebildet.
Abb 1 Durchschnittliche Zeitverwendung 2012/2013 — in Stunden je TagAbb 1 Durchschnittliche Zeitverwendung 2012/2013 — in Stunden je Tag Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Die Zeitverwendung unterscheidet sich nach Tageszeit. Zwischen 9 und 12:30 Uhr gingen mehr als die Hälfte der Personen Bildungsaktivitäten nach, leisteten Erwerbsarbeit oder unbezahlte Arbeit. Im Laufe des Nachmittags nahm der Anteil langsam ab und lag um 18 Uhr noch bei gut einem Drittel. Gegen Abend leisteten viele allerdings weiterhin unbezahlte Arbeit, sodass die Beteiligung an Arbeit und Bildung erst nach 21 Uhr bei unter 10 % lag. Die Zeitverwendung für Freizeit nahm dagegen im Laufe des Tages zu. Ab 16:30 Uhr lag sie bei 40 % und mehr, ab 17:30 Uhr dominierten Freizeitaktivitäten wie Fernsehen, Sport und soziale Kontakte im Vergleich zu Arbeit und Bildung. Zwischen 20 und 22 Uhr beschäftigten sich mehr als zwei Drittel der Personen mit Freizeitaktivitäten.
Abb 2 Zeitverwendung im Tagesverlauf 2012/2013 — in ProzentAbb 2 Zeitverwendung im Tagesverlauf 2012/2013 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Bezahlte und unbezahlte Arbeit




Für die Erwerbstätigkeit werden Menschen ab 18 Jahren betrachtet. Sie leisteten in Deutschland pro Woche durchschnittlich gut 45 Stunden Arbeit. Darunter fiel mit 20,5 Stunden die Erwerbsarbeit einschließlich Arbeitsuche und Wegen zur Arbeit. Den größeren Anteil machte jedoch mit 24,5 Stunden die unbezahlte Arbeit aus. Diese umfasst neben Tätigkeiten der Haushaltsführung wie Kochen, Waschen, Einkaufen und Gartenarbeit auch die Betreuung und Pflege von Kindern und anderen Haushaltsmitgliedern sowie ehrenamtliches oder freiwilliges Engagement und Unterstützung von Personen, die nicht im Haushalt leben. Im Vergleich zu 2001/2002 wurde 2012/2013 mehr Erwerbsarbeit und weniger unbezahlte Arbeit geleistet. Gleichzeitig erledigten zunehmend haushaltsfremde Personen Bereiche der unbezahlten Arbeit – zum Beispiel Kinderbetreuung oder Reinigung der Wohnung. Frauen ab 18 Jahren arbeiteten mit rund 45,5 Stunden in der Woche nach wie vor länger als Männer (44,5 Stunden). Dieser Unterschied zwischen Frauen und Männern vergrößerte sich im Vergleich zur vorangegangenen Erhebung 2001/2002 noch leicht. Der Anteil der unbezahlten Arbeit sank allerdings leicht bei beiden Geschlechtern.
Abb 3 Erwerbsarbeit und unbezahlte Arbeit von Personen ab 18 Jahren — 
in Stunden je WocheAbb 3 Erwerbsarbeit und unbezahlte Arbeit von Personen ab 18 Jahren — in Stunden je Woche Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Die unbezahlte Arbeit hatte bei Frauen einen fast doppelt so hohen Anteil am gesamten Pensum wie die bezahlte Arbeit. Allerdings hat sich bei ihnen in den letzten elf Jahren die Dauer der Erwerbsarbeit von gut 13 Stunden auf etwas über 16 Stunden erhöht und die Dauer der unbezahlten Arbeit sank noch deutlicher: von 33 Stunden auf 29,5 Stunden. Dies lag insbesondere an einem reduzierten Zeitaufwand für hauswirtschaftliche Aufgaben wie Kochen, Putzen und Wäsche waschen. Frauen wendeten pro Woche über 2,5 Stunden weniger Zeit für die Zubereitung von Mahlzeiten, die Reinigung der Wohnung, Textilpflege und ähnliches auf als elf Jahre zuvor. Auch Männer ab 18 Jahren waren ebenfalls länger erwerbstätig als vor elf Jahren. Bei ihnen betrug der Anstieg allerdings nur etwa eine halbe Stunde. Ihr Zeitaufwand für unbezahlte Arbeit war dafür um 1 Stunde und 20 Minuten gesunken. Beispielsweise verbrachten sie pro Woche eine Stunde weniger mit Gartenarbeit und handwerklichen Tätigkeiten.
Tab 1 Unbezahlte Arbeit von Personen ab 18 Jahren nach Arbeitsbereichen 
— in Stunden je WocheTab 1 Unbezahlte Arbeit von Personen ab 18 Jahren nach Arbeitsbereichen — in Stunden je Woche Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Betrachtet man Erwachsene im Erwerbsalter (18 bis 64 Jahre) in Haushalten mit und ohne Kind, so zeigt sich ein heterogenes Bild: Während Menschen in Haushalten ohne Kind durchschnittlich 48,5 Stunden pro Woche bezahlte und unbezahlte Arbeit leisteten, waren es bei Alleinerziehenden und Paaren mit Kind(ern) knapp 10 Stunden mehr. Dies ergab sich vorrangig durch ein um 10,5 Stunden höheres Pensum an unbezahlter Arbeit – schließlich fallen zusätzliche Aufgaben wie Kinderbetreuung an, und die Haushaltsführung erfordert in einem größeren Haushalt ebenfalls mehr Zeit. Auffallend ist, dass Väter in Haushalten mit Kind(ern) gut 2 Stunden pro Woche mehr arbeiteten als Mütter. In Haushalten ohne Kind arbeiteten hingegen Frauen 1 Stunde mehr als Männer. 


Männer verbrachten 62 % der Arbeitszeit mit Erwerbsarbeit, aber nur 38 % mit unbezahlter Arbeit – unabhängig davon, ob sie ein Kind in ihrem Haushalt groß zogen oder nicht. Mit einem höheren Gesamtpensum an Arbeit geht also für Männer mit Kind(ern) auch mehr Erwerbsarbeit einher. Dies liegt zum einen an unterschiedlichen Altersstrukturen der Haushalte, zum anderen müssen in Haushalten mit Kind(ern) mehr Personen finanziert werden und die Mütter sind seltener vollzeiterwerbstätig. Frauen ohne Kind wendeten je die Hälfte ihres Arbeitspensums für Erwerbsarbeit und unbezahlte Arbeit auf. Mütter verwendeten dagegen nur 30 % für bezahlte Arbeit und erledigten zu 70 % unbezahlte Arbeiten.
Abb 4  Erwerbsarbeit und unbezahlte Arbeit von Personen zwischen 
18 und 64 Jahren 2012/2013 — in Stunden je WocheAbb 4 Erwerbsarbeit und unbezahlte Arbeit von Personen zwischen 18 und 64 Jahren 2012/2013 — in Stunden je Woche Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Je nach Alter eines Kindes fallen unterschiedliche Arbeiten im Haushalt an und es wird mehr oder weniger Zeit für diese Aufgaben benötigt. Hatten Eltern ein Kind unter sechs Jahren, arbeiteten sie pro Woche insgesamt gut 5 Stunden mehr als wenn ihr jüngstes Kind zwischen 6 und 18 Jahre alt war. Bei den Vätern betrug der Unterschied sogar 6 Stunden: Sie leisteten 3,5 Stunden mehr unbezahlte Arbeit und gleichzeitig 2,5 Stunden mehr Erwerbsarbeit, wenn sie ein Kind unter sechs Jahren hatten. Mütter verbrachten dagegen 10 Stunden mehr mit unbezahlter Arbeit und 6 Stunden weniger mit Erwerbsarbeit, wenn ihr Kind noch nicht zur Schule ging.
Tab 2 Erwerbsarbeit und unbezahlte Arbeit von Alleinerziehenden und 
Paaren mit Kind(ern) zwischen 18 und 64 Jahren 2012/2013 — in Stunden je WocheTab 2 Erwerbsarbeit und unbezahlte Arbeit von Alleinerziehenden und Paaren mit Kind(ern) zwischen 18 und 64 Jahren 2012/2013 — in Stunden je Woche Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Auch die Frage, ob eine Mutter ihr Kind gemeinsam mit einem Partner großzieht oder alleinerziehend ist, wirkt sich auf das Arbeitspensum aus. Mütter in Paarhaushalten arbeiteten pro Woche insgesamt 3,5 Stunden mehr als Alleinerziehende, verbrachten aber gut 2 Stunden weniger mit Erwerbsarbeit. Mögliche Gründe für die deutliche Differenz von über 5 Stunden bei den unbezahlten Arbeiten könnten darin liegen, dass Alleinerziehende in höherem Maße Aufgaben (beispielsweise Kinderbetreuung und Kochen) parallel erledigen. Außerdem sind Haushalte von Alleinerziehenden in der Regel kleiner.
Tab 3 Erwerbsarbeit und unbezahlte Arbeit von Müttern zwischen 
18 und 64 Jahren 2012/2013 — in Stunden je WocheTab 3 Erwerbsarbeit und unbezahlte Arbeit von Müttern zwischen 18 und 64 Jahren 2012/2013 — in Stunden je Woche Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Neben der tatsächlichen Zeitverwendung für bezahlte und unbezahlte Arbeit ist es interessant, inwiefern Menschen mit dieser Situation zufrieden sind. Daher enthielt die Zeitverwendungserhebung 2012/2013 auch Fragen zum subjektiven Zeitempfinden. Danach waren 32 % der Väter und 19 % der Mütter in Alleinerziehenden- und Paarhaushalten mit Kind(ern) der Meinung, nicht ausreichend Zeit für ihre Kinder zu haben. Bei der Hausarbeit gab es dagegen nur geringfügige Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Je ein Viertel der Väter und Mütter fanden, für diesen Bereich der unbezahlten Arbeit nicht ausreichend Zeit zu haben.
Abb 5 Einschätzung von Vätern und Müttern zwischen 18 und 64 Jahren, 
ob Zeit für Kinder oder Hausarbeit ausreicht 2012/2013 — in ProzentAbb 5 Einschätzung von Vätern und Müttern zwischen 18 und 64 Jahren, ob Zeit für Kinder oder Hausarbeit ausreicht 2012/2013 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Bei der Erwerbstätigkeit gingen die Ansichten auseinander: 7 % der erwerbstätigen Väter und 28 % der erwerbstätigen Mütter wünschten sich mehr Zeit für Erwerbsarbeit. Jeder zweite erwerbstätige Vater und jede vierte erwerbstätige Mutter wünschte sich hingegen, weniger Zeit damit zu verbringen.
Abb 6 Gewünschte Zeit für Erwerbsarbeit von erwerbstätigen Vätern und Müttern zwischen 18 und 64 Jahren 2012/2013 — in ProzentAbb 6 Gewünschte Zeit für Erwerbsarbeit von erwerbstätigen Vätern und Müttern zwischen 18 und 64 Jahren 2012/2013 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Kinderbetreuung




Im Durchschnitt verbrachten Väter und Mütter 1 Stunde und 20 Minuten pro Tag mit der Betreuung von Kindern unter 18 Jahren als Hauptaktivität; Mütter mit 1 Stunde und 45 Minuten etwa doppelt so viel wie Väter mit 51 Minuten. Am meisten Zeit investierten Eltern für die Körperpflege und die Beaufsichtigung der Kinder, aber auch für Fahrten zur Schule und das Begleiten zu Freizeitaktivitäten wie beispielsweise dem Fußballtraining. Darüber hinaus machten auch Spiel und Sport mit Kindern einen großen Teil des Zeitaufwands für Kinderbetreuung aus.


Betrachtet man Väter sowie erwerbstätige und nicht erwerbstätige Mütter als drei getrennte Gruppen, so zeigt sich, dass alle Eltern mehr als ein Drittel ihrer Zeit für Kinderbetreuung mit Beaufsichtigung und Pflege verbrachten. Daneben entfiel bei allen Eltern etwa ein Viertel der Kinderbetreuungszeit auf das Begleiten, auf Fahrdienste und Termine im Zusammenhang mit dem Kind. Bei Vätern standen Spielen und sportliche Aktivitäten aber noch stärker im Fokus, denn diese Tätigkeiten machten ein Drittel ihrer Zeit aus.


Nicht erwerbstätige Mütter verbrachten knapp doppelt so viel Zeit mit der Kinderbetreuung wie Mütter, die bezahlte Arbeit leisteten. Bei der Beaufsichtigung war der Unterschied besonders groß: Erwerbstätige beschäftigten sich damit 28 Minuten pro Tag, nicht erwerbstätige Mütter 1 Stunde und 14 Minuten.
Tab 4 Zeitaufwand für Kinderbetreuung in Alleinerziehenden- und Paarhaushalten 2012/2013 — in Stunden je TagTab 4 Zeitaufwand für Kinderbetreuung in Alleinerziehenden- und Paarhaushalten 2012/2013 — in Stunden je Tag Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Mit dem Alter des Kindes variierte natürlich die Betreuung in ihrer Intensität und hatte unterschiedliche Schwerpunkte. Eltern mit einem Kind unter sechs Jahren verwendeten dreimal so viel Zeit für Kinderbetreuung wie Eltern, deren jüngstes Kind zwischen 6 und 17 Jahre alt war. Dies galt für Väter und sowohl für erwerbstätige als auch für nicht erwerbstätige Mütter. Sobald das jüngste Kind im schulpflichtigen Alter war, reduzierten sich Betreuungsaufgaben wie Beaufsichtigung, Körperpflege und Spielen. Entsprechend nahmen Begleiten und Wegezeiten, Unterstützung bei den Hausaufgaben und Gespräche mehr Raum ein.
Abb 7 Zeitaufwand für Kinderbetreuung von Vätern und Müttern nach Alter des jüngsten Kindes 2012/2013 — in Minuten je TagAbb 7 Zeitaufwand für Kinderbetreuung von Vätern und Müttern nach Alter des jüngsten Kindes 2012/2013 — in Minuten je Tag Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Im Vergleich zu 2001/2002 beschäftigten sich Eltern 2012/2013 täglich etwa 10 Minuten mehr mit der Betreuung von Kindern unter 18 Jahren. Dies galt sowohl für Väter als auch für Mütter. In Haushalten mit Kindern unter sechs Jahren engagierten sich Väter 2012/2013 mehr bei der Beaufsichtigung und Körperpflege. Mütter verwendeten etwas mehr Zeit auf das Spielen mit ihren Kindern als elf Jahre zuvor. Der Zeitaufwand für Begleiten, Fahrdienste und ähnliches hat bei beiden Geschlechtern zugenommen.
Tab 5 Zeitaufwand für Kinderbetreuung in Alleinerziehenden- und Paarhaushalten 
nach Alter des jüngsten Kindes — in Stunden je TagTab 5 Zeitaufwand für Kinderbetreuung in Alleinerziehenden- und Paarhaushalten nach Alter des jüngsten Kindes — in Stunden je Tag Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Kinderbetreuung läuft oft nebenbei, etwa während der Hausarbeit oder beim Essen. Typische Beispiele dafür sind die Beaufsichtigung von Kindern oder Gespräche. Berücksichtigt man diese zusätzlichen Zeiten, so erhöht sich der durchschnittliche Zeitaufwand für die Kinderbetreuung um 45 Minuten auf 2 Stunden und 5 Minuten. Bei Müttern steigt der Aufwand dabei um 1 Stunde, bei Vätern um rund 0,5 Stunden. Eine weitere Differenzierung nach Haushaltstypen zeigt, dass alleinerziehende Mütter einen deutlich größeren Anteil ihrer Betreuungsaufgaben "nebenher laufen ließen". Nur gut die Hälfte der gesamten Betreuungszeit erledigten sie als Hauptaktivität, und zwar unabhängig davon, ob sie erwerbstätig waren oder nicht. Bei Müttern und Vätern in Paarhaushalten mit Kind(ern) waren es dagegen zwei Drittel.
Tab 6 Kinderbetreuung von Vätern und Müttern als Haupt- und Nebenaktivität 2012/2013Tab 6 Kinderbetreuung von Vätern und Müttern als Haupt- und Nebenaktivität 2012/2013 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Bei einer getrennten Betrachtung von Wochentagen zeigen sich zusätzliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Väter verbrachten an Wochenenden und Feiertagen 18 Minuten mehr mit der Betreuung ihrer Kinder als unter der Woche, während es bei Müttern 27 Minuten weniger waren. Damit ist der Unterschied zwischen dem Zeitaufwand von Vätern und Müttern am Wochenende deutlich geringer als werktags. Zu berücksichtigen ist aber, dass am Wochenende mehr Tätigkeiten ausgeübt werden, bei denen es sich zwar nicht explizit um Kinderbetreuung handelt, die Kinder aber mit einbezogen werden, wie etwa gemeinsame Ausflüge.
Abb 8 Zeitaufwand für Kinderbetreuung von Vätern und Müttern in Alleinerziehenden- und Paarhaushalten nach Wochentag 2012/2013 — in Stunden je TagAbb 8 Zeitaufwand für Kinderbetreuung von Vätern und Müttern in Alleinerziehenden- und Paarhaushalten nach Wochentag 2012/2013 — in Stunden je Tag Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Ehrenamtliches und freiwilliges Engagement




Neben der Hausarbeit und der Betreuung der Familie gehört auch das ehrenamtliche oder freiwillige Engagement zu den unbezahlten Arbeiten. Insgesamt waren 40 % der Bevölkerung ab zehn Jahren ehrenamtlich oder freiwillig engagiert. Der Anteil war bei Frauen (40 %) und Männern (41 %) praktisch gleich hoch.


Die Bereiche des Engagements sind vielfältig: Sie beginnen bei Aktivitäten, die im Zusammenhang mit Kindern und Jugendlichen stehen, etwa als Elternvertreter in Kindergarten und Schule, als Leiterin einer Jugendgruppe oder als Trainer im Sportverein. Sie umfassen auch die Unterstützung von Älteren, Kranken und Menschen in Not, etwa bei einer Hilfsorganisation, einer Senioren- oder Behindertengruppe, beim Rettungsdienst oder bei der freiwilligen Feuerwehr. Darüber hinaus sind Interessenvertretungen im politischen oder beruflichen Bereich, ehrenamtliche Aktivitäten im Freizeitbereich bei Kultur und Musik sowie Tätigkeiten im kirchlichen und religiösen Umfeld eingeschlossen.


Männer engagierten sich am häufigsten beim Sport oder im kirchlichen beziehungsweise religiösen Bereich. Frauen bevorzugten religiöses Engagement, gefolgt von Tätigkeiten in Schule oder Kindergarten oder Aufgaben im sozialen Bereich.
Abb 9 Anteil von Personen ab zehn Jahren, die sich ehrenamtlich oder 
freiwillig engagieren, nach ausgewählten Bereichen 2012/2013 — in ProzentAbb 9 Anteil von Personen ab zehn Jahren, die sich ehrenamtlich oder freiwillig engagieren, nach ausgewählten Bereichen 2012/2013 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Im Vergleich zu 2001/2002 nahm das ehrenamtliche oder freiwillige Engagement in einigen Bereichen ab. So sank beispielsweise der Anteil engagierter Personen bei Kultur und Musik, also etwa in einer Theatergruppe oder einem Gesangverein, um fast die Hälfte auf knapp 6 %. Bei Sport, kirchlichem beziehungsweise religiösem Engagement und Politik waren die Rückgänge mit weniger als 1 Prozentpunkt moderater. Diese Entwicklung lässt sich möglicherweise dadurch erklären, dass Frauen zunehmend Zeit mit Erwerbsarbeit verbrachten und so weniger Spielraum hatten, sich ehrenamtlich zu engagieren. Gleichzeitig engagierten sich mit 6 % mehr Personen als vor elf Jahren in Schule oder Kindergarten, etwa als Elternvertreter oder in einem Förderverein. Ein möglicher Grund dafür ist, dass Kinder immer mehr Zeit in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen verbringen und es für Eltern wichtig ist, diese mitzugestalten. Auch im sozialen Bereich, also zum Beispiel bei Wohlfahrtsverbänden oder anderen Hilfsorganisationen, hat die ehrenamtliche Arbeit zugenommen und lag bei 7 %.
Abb 10 Anteil von Personen ab zehn Jahren, die sich ehrenamtlich oder 
freiwillig engagieren, nach ausgewählten Bereichen — in ProzentAbb 10 Anteil von Personen ab zehn Jahren, die sich ehrenamtlich oder freiwillig engagieren, nach ausgewählten Bereichen — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Die Zeit, die freiwillig Engagierte für ihre Tätigkeiten aufwendeten, war nicht unerheblich: Die Hälfte dieser Personen brachte sechs oder mehr Stunden pro Monat dafür auf. Dabei ist ein Unterschied zwischen den Geschlechtern zu beobachten: Männer investierten mehr Zeit in ihr Ehrenamt als Frauen.
Abb 11 Ehrenamtlich oder freiwillig engagierte Personen ab zehn Jahren 
nach Zeitaufwand für das Engagement 2012/2013 — in ProzentAbb 11 Ehrenamtlich oder freiwillig engagierte Personen ab zehn Jahren nach Zeitaufwand für das Engagement 2012/2013 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Bildung




Erwartungsgemäß war der durchschnittliche tägliche Bildungsaufwand für Personen von 10 bis 17 Jahren mit fast vier Stunden am höchsten. Hierbei wurden auch Ferien- und Wochenendtage sowie Wegezeiten einbezogen. Bei Erwachsenen nahm der Zeitaufwand für Bildung mit zunehmendem Alter ab.
Tab 7 Zeitaufwand für Bildung und Lernen nach Altersklassen 2012/2013 
- in Stunden je TagTab 7 Zeitaufwand für Bildung und Lernen nach Altersklassen 2012/2013 - in Stunden je Tag Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Lässt man Wochenenden und Feiertage unberücksichtigt, so lag die Zeitverwendung für Bildung und Lernen von Personen zwischen 10 und 17 Jahren sogar bei 5 Stunden und 15 Minuten. Am Wochenende und an Feiertagen verbrachten sie 37 Minuten pro Tag mit Bildungsaktivitäten. Auch bei den 18- bis 29-Jährigen lag der Zeitaufwand für Bildungsaktivitäten unter der Woche mit 1 Stunde und 36 Minuten deutlich höher als am Wochenende (31 Minuten). 


Schülerinnen und Schüler ab zehn Jahren an allgemeinbildenden Schulen haben im Durchschnitt knapp 32 Unterrichtsstunden pro Woche. Zusätzlich wendeten sie im Durchschnitt knapp 1 Unterrichtsstunde pro Woche für Arbeitsgemeinschaften (AG) auf. Insgesamt besuchten in dieser Altersklasse mehr Schülerinnen (42 %) als Schüler (31 %) eine AG. Schülerinnen und Schüler im achtjährigen Gymnasium (G8) hatten mit fast 33 Unterrichtsstunden pro Woche am meisten Unterricht. Grundschüler unter zehn Jahren absolvierten dagegen nur knapp 25 Schulstunden pro Woche.


Rund 72 % der Schulkinder unter zehn Jahren nahmen über den Unterricht hinaus Betreuungsangebote in der Schule oder im Hort in Anspruch. Meist waren dies Mittagessen (50 %) und Arbeitsgemeinschaften in der Schule (47 %). Das Angebot der Hausaufgabenbetreuung nahmen 42 % in Anspruch. Freizeitangebote außerhalb der Schule oder Betreuungseinrichtung nutzten darüber hinaus sogar 84 % der Schulkinder unter zehn Jahren. Die häufigsten Freizeitaktivitäten waren hier Angebote aus dem Bereich Sport (72 %) und kulturelle Angebote (Musik / Singen 32 %, Tanzen / Theater 14 %, Malen / Basteln 10 %).
Abb 12 Anteil der Schulkinder unter zehn Jahren, die Betreuungsangebote 
 in Schule oder Hort in -Anspruch nehmen 2012/2013 - in ProzentAbb 12 Anteil der Schulkinder unter zehn Jahren, die Betreuungsangebote in Schule oder Hort in -Anspruch nehmen 2012/2013 - in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Auch Kinder unter sechs Jahren, die noch nicht zur Schule gingen, nahmen verschiedene Betreuungsangebote wahr. Über die Hälfte der unter 3-Jährigen und fast alle Kinder zwischen drei und fünf Jahren wurden regelmäßig in Krippe, Kindergarten oder Kindertagesstätte, von Tagesmüttern, Verwandten, Freunden oder Nachbarn betreut. Bei den unter 3-Jährigen lag die durchschnittliche Betreuungszeit bei 26 Stunden pro Woche, bei den 3- bis 5-Jährigen waren es noch einmal 6 Stunden mehr. Rund 54 % der Kinder im Alter von null bis fünf Jahren bekamen in der Betreuungseinrichtung ein Mittagessen. Übrigens: Kinder in den neuen Bundesländern und Berlin wurden pro Woche 11 Stunden länger betreut als Kinder in den alten Bundesländern.
Tab 8 Betreuung von Kindern unter sechs Jahren 2012/2013Tab 8 Betreuung von Kindern unter sechs Jahren 2012/2013 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Freizeit




Pro Tag verwendeten Personen ab zehn Jahren durchschnittlich 5 Stunden und 57 Minuten für Freizeitaktivitäten. Bei Männern waren es mit 6 Stunden und 12 Minuten genau 30 Minuten mehr als bei Frauen (5 Stunden und 42 Minuten). Den überwiegenden Teil der Freizeit mit 3 Stunden pro Tag verbrachten die Menschen mit kulturellen Tätigkeiten wie Fernsehen (2 Stunden und 4 Minuten), Lesen (32 Minuten) und Musik hören (4 Minuten). Aber auch soziale Kontakte (Gespräche und Telefonate, Besuche, Ausgehen und so weiter) machten mit durchschnittlich 1 Stunde täglich einen erheblichen Teil der Freizeit aus. Aktivitäten am Computer oder Smartphone, wie das Surfen im Internet, das Versenden von E-Mails und Computerspiele, beschäftigten die Menschen in Deutschland 33 Minuten pro Tag. Für Sport blieben dagegen im Durchschnitt nur 29 Minuten.


Die Differenz zwischen Männern und Frauen ist fast vollständig auf den Fernsehkonsum sowie auf die Beschäftigung mit dem Computer oder Smartphone zurückzuführen. Damit verbringen Männer mit insgesamt 2 Stunden und 55 Minuten täglich eine halbe Stunde mehr Zeit als Frauen. Frauen verwendeten dafür geringfügig mehr Freizeit für Kontakte und Geselligkeit.
Tab 9 Durchschnittlicher Zeitaufwand für Freizeitaktivitäten 
von Personen ab zehn Jahren 2012/2013 — in Stunden je TagTab 9 Durchschnittlicher Zeitaufwand für Freizeitaktivitäten von Personen ab zehn Jahren 2012/2013 — in Stunden je Tag Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Pro Woche belief sich der durchschnittliche Zeitaufwand für kulturelle Tätigkeiten auf knapp 21 Stunden. Davon schauten die Menschen in Deutschland durchschnittlich 14,5 Stunden fern. Für das Lesen von Büchern, Zeitungen und Zeitschriften verwendeten sie 3 Stunden und 46 Minuten pro Woche. Damit ist Lesen die zweithäufigste kulturelle Tätigkeit. Für den Besuch von Kino, Theater, Museum, Sportveranstaltung oder für Ausflüge in den Zoo, den Zirkus oder den Vergnügungspark wendeten die Menschen durchschnittlich 1 Stunde und 40 Minuten pro Woche auf.
Abb 13 Zeitaufwand für ausgewählte kulturelle Freizeitaktivitäten von Personen ab zehn Jahren 2012/2013 — in Stunden je WocheAbb 13 Zeitaufwand für ausgewählte kulturelle Freizeitaktivitäten von Personen ab zehn Jahren 2012/2013 — in Stunden je Woche Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Je nach Alter war die Zeitverwendung für kulturelle Tätigkeiten unterschiedlich. Absolut gesehen wendeten Personen ab 65 Jahren die meiste Zeit für Kultur und kulturelle Tätigkeiten auf. Der Unterschied zu den anderen Altersklassen kam hauptsächlich dadurch zustande, dass die ab 65-Jährigen deutlich länger fern sahen. Während die 10- bis 17-Jährigen etwa 11,5 Stunden pro Woche damit verbrachten, stieg der Fernsehkonsum bei den 45- bis 64-Jährigen auf durchschnittlich 14,5 Stunden und bei Personen ab 65 Jahren auf 18,5 Stunden. Künstlerische und handwerkliche Tätigkeiten sowie Musizieren übte dagegen am längsten die jüngste Altersgruppe aus. Die 10- bis 17-Jährigen verbrachten knapp 1 Stunde pro Woche mit diesen Tätigkeiten, während der Zeitaufwand hierfür mit steigendem Alter sank und bei den 45- bis 64-Jährigen am niedrigsten war (14 Minuten je Woche).


Gelesen wurde vor allem im höheren Alter. Dabei weisen die ab 65-Jährigen die längste Lesedauer je Woche auf (6 Stunden und 42 Minuten). Die 18- bis 29-Jährigen nahmen sich wöchentlich am wenigsten Zeit für das Lesen (rund 1,5 Stunden). Dem Besuch kultureller Veranstaltungen und sportlicher Ereignisse widmeten die Menschen in Deutschland rund 1 Stunde und 40 Minuten je Woche. Hier variierten die einzelnen Altersgruppen nur geringfügig.
Abb 14 Zeitaufwand für ausgewählte kulturelle Freizeitaktivitäten nach Altersklassen 2012/2013 — in Stunden je WocheAbb 14 Zeitaufwand für ausgewählte kulturelle Freizeitaktivitäten nach Altersklassen 2012/2013 — in Stunden je Woche Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Je nach Alter der Befragten bestanden nicht nur Unterschiede bei den ausgeübten Freizeitaktivitäten, sondern auch darin, ob Menschen in ihrer Freizeit allein oder in Gesellschaft von anderen Haushaltsmitgliedern, Freunden und Bekannten waren. Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren verbrachten 66 % ihrer Freizeit mit ihnen bekannten Personen. Zwischen 18 und 44 Jahren waren es 62 %. In den höheren Altersklassen nahm der Anteil ab. Personen im Alter von 65 Jahren und mehr verbrachten nur noch etwa die Hälfte ihrer Freizeit mit anderen Haushaltsmitgliedern, Freunden und Bekannten.
Abb 15 Anteil der Freizeit, die mit anderen Haushaltsmitgliedern oder bekannten Personen verbracht wird 2012/2013 — in ProzentAbb 15 Anteil der Freizeit, die mit anderen Haushaltsmitgliedern oder bekannten Personen verbracht wird 2012/2013 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Im Vergleich zur Zeitverwendung vor elf Jahren ist die Gesamtdauer der Freizeitaktivitäten konstant geblieben. Bei den einzelnen Freizeitbereichen zeigen sich dennoch leichte Verschiebungen: Der Zeitaufwand für Kontakte und Geselligkeit, Lesen und Wegezeiten ist etwas gesunken. Ein Grund war sicher die zunehmende Verwendung des Internets (Tätigkeiten am Computer oder Smartphone), um mit Freunden und Verwandten in Verbindung zu bleiben oder Informationen zu gewinnen, die um durchschnittlich 15 Minuten pro Tag gestiegen ist. Dies entspricht einem Zuwachs von über 80 % im Vergleich zu 2001/2002.
Abb 16 Durchschnittlicher Zeitaufwand für ausgewählte Freizeitaktivitäten 
von Personen ab zehn Jahren — in Stunden je TagAbb 16 Durchschnittlicher Zeitaufwand für ausgewählte Freizeitaktivitäten von Personen ab zehn Jahren — in Stunden je Tag Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Nicht alle Menschen verbringen ihre Zeit mit allen Freizeitaktivitäten. Manche lesen lieber und schauen fern, treiben dafür aber keinen Sport, oder umgekehrt. Die unterschiedliche Beteiligung wurde untersucht: Der größte Anteil der Personen mit 91 % sahen täglich fern, lasen oder gingen anderen kulturellen Tätigkeiten nach (3 Stunden und 15 Minuten). Rund 64 % verwendeten einen Teil ihres Tages für soziale Kontakte und gesellige Aktivitäten. Dafür nahmen sie sich durchschnittlich 1 Stunde und 42 Minuten Zeit. Knapp 33 % verbrachten einen Teil ihres Tages damit, sich auszuruhen und taten im Durchschnitt gut 1 Stunde einfach einmal "Nichts".
Abb 17 Zeitaufwand für Freizeitaktivitäten unter Berücksichtigung des ­Beteiligungsgrades 2012/2013 — in Stunden je Tag beziehungsweise in ProzentAbb 17 Zeitaufwand für Freizeitaktivitäten unter Berücksichtigung des ­Beteiligungsgrades 2012/2013 — in Stunden je Tag beziehungsweise in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Wie zu erwarten blieb am Wochenende deutlich mehr Zeit für Freizeitaktivitäten als unter der Woche: Im Durchschnitt waren es montags bis freitags 5 Stunden und 16 Minuten, an Wochenend- und Feiertagen dagegen deutlich mehr, nämlich 7 Stunden und 25 Minuten. Dieses Muster zeigt sich bereits bei den 10- bis 17-Jährigen und bleibt auch über das Ende des Erwerbsalters bestehen: Auch Seniorinnen und Senioren verwendeten am Wochenende täglich 1 Stunde mehr für Freizeit als unter der Woche.
Tab 10 Zeitaufwand für Freizeitaktivitäten nach Wochentagen und 
Altersklassen 2012/2013 — in Stunden je TagTab 10 Zeitaufwand für Freizeitaktivitäten nach Wochentagen und Altersklassen 2012/2013 — in Stunden je Tag Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Die Anteile einzelner Aktivitäten waren allerdings recht unabhängig vom jeweiligen Wochentag: sowohl werktags als auch am Wochenende wurden 35 % der Freizeit mit Fernsehen verbracht, 15 % mit anderen kulturellen Aktivitäten wie Lesen, Musik hören oder dem Besuch kultureller Veranstaltungen und Einrichtungen und 18 % mit sozialen Kontakten und Geselligkeit.


Die Jahreszeiten spielten bei der Wahl der Freizeitbeschäftigung eine größere Rolle. Zu jeder Jahreszeit verwendeten Personen ab zehn Jahren knapp 6 Stunden pro Tag für Freizeit. In den Monaten Juni bis August sahen die Personen aber zum Beispiel täglich 27 Minuten weniger fern als im Zeitraum Dezember bis Februar. Auch die Zeitverwendung für Computer und Smartphone war in den Sommermonaten etwas geringer. Im Gegenzug wurden 13 Minuten mehr mit Ausruhen und 11 Minuten mehr mit Sport verbracht als in den Wintermonaten. Bei diesen Unterschieden spielt sicher auch eine Rolle, dass die Sommermonate die Haupturlaubszeit des Jahres sind. Schließt man bei der Analyse die Tage aus, die von den Befragten zum Beispiel aufgrund von Urlaub, Krankheit oder Familienfesten als ungewöhnlich empfunden wurden, blieben die Tendenzen aber, wenn auch leicht abgeschwächt, bestehen.
Abb 18 Zeitaufwand für ausgewählte Freizeitaktivitäten im Sommer und 
Winter 2012/2013 — in Stunden je TagAbb 18 Zeitaufwand für ausgewählte Freizeitaktivitäten im Sommer und Winter 2012/2013 — in Stunden je Tag Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)