Datenreport 2016

3.5.2016 | Von:
Heiner Meulemann

Kirchenmitgliedschaft und Kirchgangshäufigkeit


In Westdeutschland gehören 11 % im Jahr 1991 und 18 % im Jahr 2012 keiner Religionsgemeinschaft an, in Ostdeutschland sind es 65 % (1991) beziehungsweise 68 % (2012). Die Differenz zwischen den Landesteilen schwankt ohne Tendenz zwischen 48 und 58 Prozentpunkten (siehe obere Hälfte Abbildung 1). Die Ostdeutschen wurden in der DDR "entkirchlicht" und finden auch in der neuen Bundesrepublik nicht wieder zu den Kirchen zurück.
Abb 1 Konfessionsmitgliedschaft und Kirchgangshäufigkeit 
in West- und Ostdeutschland 1991– 2012 — in ProzentAbb 1 Konfessionsmitgliedschaft und Kirchgangshäufigkeit in West- und Ostdeutschland 1991– 2012 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


In der gesamten Bevölkerung einschließlich der Konfessionslosen gehen 1991 und 2012 im Westen 21 % beziehungsweise 25 %, im Osten 61 % beziehungsweise 57 % "nie" zur Kirche, sodass die Prozentsatzdifferenz zwischen den beiden Landesteilen von 40 Prozentpunkten auf 32 Prozentpunkte zurückgeht (siehe untere Hälfte Abbildung 1).


Die geringere Kirchgangshäufigkeit in Ostdeutschland spiegelt die Entkirchlichung Ostdeutschlands wider, denn Konfessionslose gehen seltener in die Kirche als Konfessionsmitglieder und Protestanten seltener als Katholiken. In Ostdeutschland sind nun zugleich Konfessionslose und Protestanten stärker vertreten. In der Tat nivellieren sich die Landesteilunterschiede der Kirchgangshäufigkeit fast vollständig, wenn man die Konfessionslosigkeit konstant hält, sodass die Kirchgangshäufigkeit letztlich die Landesteilunterschiede der Konfessionsmitgliedschaft widerspiegelt.