Datenreport 2016

3.5.2016 | Von:
Dieter Fuchs, Edeltraud Roller

Akzeptanz der Demokratie als Staatsform


Die grundlegende Einstellung zur Demokratie wird mit der direkten Frage danach erhoben, ob die Demokratie die beste Staatsform sei oder ob es eine bessere gäbe. Alternative Herrschaftsordnungen – zum Beispiel kommunistisch-autoritäre Regime, Herrschaft eines starken Mannes – werden hierbei nicht vorgegeben. Die in Tabelle 1 präsentierten Daten dokumentieren, dass kurz nach der Vereinigung im Jahr 1991 die Ostdeutschen sich mit einer großen Mehrheit von 70 % für die Demokratie als beste Staatsform aussprechen. Die Zustimmung der Westdeutschen ist mit 86 % noch deutlich höher. Im Zeitverlauf schwanken die Urteile der Ost- und Westdeutschen um diese jeweils hohen Werte. Vor allem in den Jahren 2005 und 2006 werden die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen etwas größer, weil die Zustimmung in Ostdeutschland etwas abnimmt. Im Jahr 2006 beträgt die Differenz 26 Prozentpunkte. Dabei handelt es sich jedoch um keinen längerfristigen Trend, denn ab 2008 steigt in Ostdeutschland die Zustimmung zur Demokratie als Staatsform wieder an. Nach den letzten verfügbaren Daten aus dem Jahr 2014 liegt die Zustimmung in Ostdeutschland bei 82 %, in Westdeutschland bei 90 %. Die Differenz zwischen Ost- und Westdeutschen hat sich somit auf 8 Prozentpunkte reduziert.
Tab 1 Demokratie ist die beste Staatsform 1991– 2014 — in ProzentTab 1 Demokratie ist die beste Staatsform 1991– 2014 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Im Jahr 2014 sieht also nach wie vor eine klare Mehrheit der deutschen Bürger die Demokratie allgemein als die beste Staatsform an, nur eine sehr kleine Minderheit präferiert eine andere Staatsform. Dies gilt sowohl für West- als auch für Ostdeutschland.