Datenreport 2018

14.11.2018 | Von:
Anja Crößmann, Lisa Günther

Entwicklung der Erwerbstätigkeit und Erwerbslosigkeit

Im Jahr 2017 gab es in Deutschland durchschnittlich rund 45,9 Millionen Erwerbspersonen mit Wohnort in Deutschland. Von ihnen waren 44,2 Millionen erwerbstätig und 1,7 Millionen erwerbslos. Im Vergleich zu 1991 ist die Zahl der Erwerbspersonen um etwa 4,9 Millionen gestiegen. Kontinuierliche Zuwächse gab es vor allem im Zeitraum 1996 bis 2005, während die Zahl der Erwerbspersonen davor weitestgehend stagniert hatte. Seit 2011 ist wieder eine etwas stärkere Zunahme zu beobachten.
Erwerbspersonen, Erwerbstätige und ErwerbsloseErwerbspersonen, Erwerbstätige und Erwerbslose Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Betrachtet man allein die Erwerbstätigen, zeigen sich konjunkturelle Entwicklungen deutlicher: Nach der deutschen Vereinigung war die Zahl der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland (Inlandskonzept) rückläufig, bis sie 1993 auf einen Tiefstand von 37,8 Millionen sank. Nach einem Hoch im Jahr 2000 mit 39,9 Millionen ging die Erwerbstätigenzahl parallel zur konjunkturellen Entwicklung erneut leicht zurück, blieb aber deutlich über dem Niveau von 1993. Seit 2006 ist wieder ein klarer Aufwärtstrend erkennbar. Selbst die deutlich negative konjunkturelle Entwicklung in Deutschland nach der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008/2009 führte lediglich zu einer verlangsamten Zunahme der Erwerbstätigenzahl.

Der Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen relativiert sich, wenn man sie mit der Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden, dem sogenannten Arbeitsvolumen, vergleicht. Im Jahr 2017 leisteten die Erwerbstätigen in Deutschland 60,0 Milliarden Arbeitsstunden. Diese Zahl hat im Lauf der letzten Jahre zugenommen – 2007 lag sie noch bei 57,4 Milliarden Arbeitsstunden. Im Jahr 1991 allerdings hatte das geleistete Arbeitsvolumen noch bei 60,3 Milliarden Stunden gelegen und ist dann, teilweise bedingt durch Umstrukturierungsprozesse der Wirtschaft in Ostdeutschland, nach und nach zurückgegangen. Ein anderer wesentlicher Faktor für den Rückgang des Arbeitsvolumens sind die je Erwerbstätigen pro Jahr geleisteten Arbeitsstunden. Diese sind in den zurückliegenden 25 Jahren fast kontinuierlich gesunken. Im Jahr 1991 leistete ein Erwerbstätiger rund 1.554 Arbeitsstunden pro Jahr, während es 2017 nur noch 1.356 Stunden waren. Dies war seitdem die niedrigste Zahl an Arbeitsstunden je Erwerbstätigen und entspricht einem Rückgang von fast 13 %. Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung war die zunehmende Zahl der Teilzeit arbeitenden Erwerbstätigen – darunter insbesondere Frauen.
Erwerbstätige, geleistete Arbeitsstunden insgesamt und je Erwerbstätigen — 1991 = 100Erwerbstätige, geleistete Arbeitsstunden insgesamt und je Erwerbstätigen — 1991 = 100 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Die Zahl der Erwerbslosen (siehe Tab 1) verzeichnete in den letzten 25 Jahren zwei Phasen deutlicher Anstiege: Zwischen 1991 und 1997 stieg sie von 2,2 Millionen auf 3,8 Millionen und zwischen 2001 und 2005 von 3,1 Millionen auf 4,5 Millionen Personen. Die dazwischenliegende konjunkturelle Aufschwungsphase führte die Erwerbslosigkeit nicht auf ihr ursprüngliches Niveau von Anfang der 1990er-Jahre zurück. Seit 2006 sank die Erwerbslosenzahl jährlich, lediglich unterbrochen durch einen geringfügigen Anstieg im Jahr 2009. Im Jahr 2010 lag die durchschnittliche Erwerbslosenzahl erstmals seit 1992 wieder unter 3 Millionen. Bis 2017 hat sie sich weiter deutlich verringert und lag bei 1,7 Millionen Personen. Damit ist das Niveau von 1991 deutlich unterschritten. Die Erwerbslosenquote sank 2017 auf den tiefsten Stand seit der deutschen Vereinigung, im Jahresdurchschnitt lag sie bei 3,7 %. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen wies im Vergleich zur Zahl der Erwerbslosen einen ähnlichen Verlauf auf, allerdings auf einem höheren Niveau (siehe auch Tab 5).
Erwerbslosenquote — in ProzentErwerbslosenquote — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)



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