Datenreport 2018

14.11.2018 | Von:
Anja Crößmann, Lisa Günther

Sicherheit am Arbeitsplatz

Ein "guter Job" ist für viele Menschen eine wichtige Voraussetzung für Zufriedenheit und Lebensqualität. Viele Aspekte machen die Qualität der Arbeit aus: Neben dem Einkommen spielen unter anderem die Arbeitszeit, die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen sowie Qualifikations-, Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten dabei eine Rolle, wie die Erwerbstätigen ihre Arbeitsbedingungen wahrnehmen (zur subjektiven Wahrnehmung von Arbeitsbedingungen siehe Kapitel 5.4).

Eine grundlegende Voraussetzung für eine "gute" Arbeit ist, ob man diese unter sicheren Bedingungen ausführen kann. Je seltener Arbeitsunfälle auftreten, desto besser ist die Sicherheit am Arbeitsplatz gewährleistet. Die Europäische Statistik der Arbeitsunfälle (ESAW) erhob auf Basis der Meldungen an die gesetzlichen Unfallversicherungen, dass 2015 in Deutschland 1 von 100.000 erwerbstätigen Personen Opfer eines tödlichen Arbeitsunfalls wurde. Als tödlicher Unfall wird hier gezählt, wenn dieser innerhalb eines Jahres nach dem Unfall zum Tod des Opfers führt. Dabei ist ein deutlicher Rückgang gegenüber 1995 (3 von 100.000) zu verzeichnen. Rund 95 % der Unfälle mit tödlichem Ausgang betrafen Männer. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Männer häufiger in Branchen mit höheren Unfallgefahren arbeiten. Am häufigsten kamen tödliche Arbeitsunfälle in den Bereichen Verkehr und Lagerei, Baugewerbe sowie bei der Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung vor. Die Anzahl nicht tödlicher Arbeitsunfälle, die einen Ausfall von mehr als drei Arbeitstagen nach sich ziehen, ist seit Anfang der 1990er-Jahre ebenfalls rückläufig. Im Jahr 2015 hatten von 100.000 Erwerbstätigen 1.800 Menschen einen Arbeitsunfall ohne tödlichen Ausgang. Wie bei den tödlichen Arbeitsunfällen, waren Männer auch bei nicht tödlichen Arbeitsunfällen häufiger betroffen als Frauen: Auf 100.000 erwerbstätige Frauen kamen rund 1.000 Unfälle, bei Männern rund 2.600. Der Wirtschaftszweig Wasserversorgung und Abfallentsorgung war 2015 am häufigsten von nicht tödlichen Unfällen betroffen (5.000 Unfälle je 100.000 Erwerbstätige). Auch im Bereich Baugewerbe traten nicht tödliche Arbeitsunfälle mit rund 4.900 je 100.000 Erwerbstätigen vergleichsweise häufig auf.


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