Datenreport 2018

14.11.2018 | Von:
Mareike Bünning

Arbeitszufriedenheit

Jeweils etwa die Hälfte der erwerbstätigen Männer und Frauen war 2015 mit ihrer Arbeit voll und ganz oder sehr zufrieden (siehe Tab 7). Während die Arbeitszufriedenheit 2005 bereits ähnlich hoch war, verbesserte sie sich im Vergleich zu 1997.

Westdeutsche waren etwas zufriedener als Ostdeutsche, Menschen ohne Migrationshintergrund etwas zufriedener als Menschen mit Migrationshintergrund und unbefristet Beschäftigte zufriedener als Befristete (siehe Tab 8). Hinsichtlich Alter, Bildung und Kinder zeigen sich Geschlechterunterschiede. Während Männer in der jüngsten Altersgruppe am zufriedensten waren, waren Frauen dieser Altersgruppe etwas weniger zufrieden als ältere Frauen. Männer mit Hauptschulabschluss waren mit ihrer Arbeit seltener sehr zufrieden als Männer mit Realschulabschluss oder Abitur. Bei den Frauen waren diejenigen mit Realschulabschluss am wenigsten zufrieden. Frauen mit kleinen Kindern waren vergleichsweise zufrieden mit ihrer Arbeit, Männer hingegen vergleichsweise unzufrieden.

Stärker als nach soziodemografischen Merkmalen der Befragten variiert die Arbeitszufriedenheit jedoch nach wahrgenommenen Arbeitsplatzmerkmalen, Belastungen und Ressourcen am Arbeitsplatz (siehe Tab 9). Erwerbstätige, die ihre Arbeit nicht interessant fanden, waren besonders selten sehr zufrieden (17 % der Frauen und 13 % der Männer im Vergleich zu 53 % der Frauen und 56 % der Männer, die ihre Arbeit interessant fanden). Auch ein sicherer Arbeitsplatz und eine unabhängige Arbeit waren wichtige Kriterien für eine hohe Arbeitszufriedenheit. Für Frauen war zudem der Kontakt zu anderen Menschen für eine hohe Arbeitszufriedenheit von Bedeutung, Männern war dies hingegen weniger wichtig. Dies unterstreicht die Wichtigkeit, die die Erwerbstätigen diesen Merkmalen selbst beimessen (siehe Abschnitt 5.4.1). Während bei den Arbeitsplatzmerkmalen jedoch vergleichsweise wenige Männer und Frauen ein hohes Einkommen und gute Aufstiegsmöglichkeiten für sehr wichtig hielten, zeigt sich hier, dass beides dennoch bedeutsam für die Arbeitszufriedenheit ist. Über 60 % der Männer und Frauen, die ein hohes Einkommen und gute Aufstiegschancen wahrnahmen, waren mit ihrer Arbeit sehr zufrieden, aber nur etwa 40 % derjenigen, die diese beiden Merkmale nicht vorfanden.

Bezüglich der Belastungen und Ressourcen am Arbeitsplatz zeigt sich, dass ein gutes Verhältnis zu den Vorgesetzten von zentraler Bedeutung ist. War dies nicht gegeben, waren nur 11 % der Männer und 14 % der Frauen mit ihrer Arbeit sehr zufrieden, ansonsten 57 % der Männer und 52 % der Frauen. Bei den Frauen hatte das Verhältnis zu den Kolleginnen und Kollegen einen ähnlich hohen Stellenwert für die Arbeitszufriedenheit, bei den Männern war es hingegen nicht ganz so wichtig.

Stress und – bei den Frauen – schwere körperliche Arbeit gingen mit einer geringeren Arbeitszufriedenheit einher. Sie waren aber weniger bedeutsam für die Arbeitszufriedenheit als die soziale Unterstützung am Arbeitsplatz. Unter Erwerbstätigen, die selten Stress am Arbeitsplatz erlebten, war über die Hälfte sehr zufrieden mit der Arbeit, bei denjenigen, die oft Stress erlebten, nur gut ein Drittel. Freiräume bei der Arbeitsorganisation und flexible Arbeitszeiten wirkten sich positiv auf die Arbeitszufriedenheit aus, hatten aber im Vergleich zu den anderen Merkmalen eine eher geringe Bedeutung: Der Anteil der sehr Zufriedenen lag unter Erwerbstätigen mit Freiräumen um etwa 10 Prozentpunkte höher als bei Erwerbstätigen ohne Freiräume.

Schließlich zeigt sich, dass eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit einer hohen Arbeitszufriedenheit einhergeht. Über die Hälfte derjenigen, die keine Beeinträchtigung des Familienlebens durch den Beruf wahrnahmen, war mit ihrer Arbeit sehr zufrieden. Dagegen war nur ein Drittel derjenigen mit ihrer Arbeit zufrieden, deren Beruf das Familienleben beeinträchtigte. Interessanterweise ist dieser Zusammenhang bei den Männern sogar noch stärker ausgeprägt als bei den Frauen. Dies unterstreicht, dass Männer wie Frauen ihre Arbeit nicht isoliert bewerten. Eine wichtige Voraussetzung für eine hohe Arbeitszufriedenheit ist auch, dass die Arbeit Freiräume für andere Lebensbereiche lässt.


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