Datenreport 2018

14.11.2018 | Von:
Claire Grobecker, Elle Krack-Roberg, Olga Pötzsch, Bettina Sommer

Bevölkerungsstand

Nach den Ergebnissen der Bevölkerungsfortschreibung lebten Ende 2016 in Deutschland rund 82,5 Millionen Menschen, davon waren 49 % männlich und 51 % weiblich. Gegenüber 2015 ist die Bevölkerung damit um 346.000 Einwohnerinnen und Einwohner beziehungsweise um 0,4 % gewachsen. Rund 66,4 Millionen Personen (80 %) lebten in den alten Bundesländern, 12,6 Millionen (15 %) in den neuen Bundesländern und 3,6 Millionen (4,3 %) in Berlin. Die bevölkerungsreichsten Länder waren Nordrhein-Westfalen (17,9 Millionen Personen), Bayern (12,9 Millionen) und Baden-Württemberg (knapp 11,0 Millionen). In diesen drei Bundesländern lebten rund 51 % der Bevölkerung Deutschlands. Die Hälfte der Bundesländer hatte dagegen weniger als 3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner.
Bundesländer mit Regierungssitz nach Fläche, Bevölkerung und Bevölkerungsdichte 2016Bundesländer mit Regierungssitz nach Fläche, Bevölkerung und Bevölkerungsdichte 2016 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Mit 82,5 Millionen hatte Deutschland Ende 2016 rund 13,2 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner mehr als 1950. In West- und Ostdeutschland hat sich die Bevölkerungszahl seit 1950 jedoch sehr unterschiedlich entwickelt. Im früheren Bundesgebiet stieg sie zwischen 1950 und 1973 infolge des sogenannten Babybooms und der Zuwanderung von 51,0 Millionen auf 62,1 Millionen Menschen. Gleichzeitig ging sie in der ehemaligen DDR von 18,4 Millionen auf 17,0 Millionen Menschen zurück. Die Bevölkerungszahl stabilisierte sich danach zwischen 61 Millionen und 62 Millionen Menschen im Westen sowie zwischen 16 Millionen und 17 Millionen Menschen im Osten.

Seit der deutschen Vereinigung Ende 1990 nahm die Bevölkerung Deutschlands bis Ende 2002 von 79,8 Millionen auf 82,5 Millionen Personen zu (+ 2,8 Millionen Personen). Bis 2010 folgte dann ein Rückgang der Bevölkerungszahlen. Ab 2011 stieg die Bevölkerung wieder an, allerdings führte der Zensus im Jahr 2011 zu einer Revision der Bevölkerungszahl um 1,5 Millionen Personen nach unten. Die Jahre 2014 bis 2016 verzeichneten aufgrund der sehr starken Zuwanderung einen hohen Bevölkerungszuwachs mit einem Spitzenwert im Jahr 2015 (2014: + 430.000 Personen; 2015: + 978.000 Personen; 2016: + 346.000 Personen).

Zwischen West und Ost war die Entwicklung seit der deutschen Vereinigung allerdings unterschiedlich: In den alten Bundesländern nahm die Bevölkerung – mit Ausnahme der Jahre 2006 bis 2009 – zu. Die neuen Bundesländer verzeichneten seit 1990 – mit Ausnahme der Jahre 2014 und 2015 – durchgehend einen Bevölkerungsrückgang. In Berlin gab es bis 2005 abwechselnde Phasen von Zuwachs und Rückgang und ab 2005 eine stetige Bevölkerungszunahme.
Bevölkerungsentwicklung — in TausendBevölkerungsentwicklung — in Tausend Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Besiedlungsdichte und regionale Bevölkerungsverteilung

Der Bevölkerungszahl entsprechend änderte sich auch die Bevölkerungsdichte in beiden Teilen Deutschlands. Im früheren Bundesgebiet und Berlin-West stieg die Einwohnerzahl je Quadratkilometer im Zeitraum von 1950 bis 1973 von 202 auf 250 an, ging danach bis 1984/1985 auf 245 leicht zurück und stieg nach der deutschen Vereinigung bis auf 270 Einwohner je Quadratkilometer im Jahr 2000. Seit 2001 stagnierte die Bevölkerungsdichte im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin-West) zwischen 263 und 264 Einwohner je Quadratkilometer. Für 2016 wurde im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin-West) eine Einwohnerdichte von 267 ermittelt. Im Gebiet der neuen Länder und Berlin-Ost verringerte sich dieser Wert zwischen 1950 und 1990 von 171 auf 148 Einwohner je Quadratkilometer. Seit 2001 verringerte sich die Bevölkerungsdichte in den neuen Ländern (ohne Berlin-Ost) von 127 auf 116 Einwohner je Quadratkilometer im Jahr 2016.

Für Deutschland insgesamt lag die Einwohnerdichte Ende 2016 bei 231 Einwohnern je Quadratkilometer. Am dichtesten besiedelt waren die Stadtstaaten (Berlin: 4.012 Personen je Quadratkilometer, Hamburg: 2.397, Bremen: 1.617). Die geringste Besiedlung je Quadratkilometer wiesen die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern (69 Personen), Brandenburg (84 Personen) und Sachsen-Anhalt (109 Personen) auf (siehe Tab 1).

Ende 2016 gab es in Deutschland 11.059 politisch selbstständige Gemeinden und damit 33 oder 0,3 % weniger als Ende 2015. Davon lagen – abgesehen von Berlin – 8.395 Gemeinden im früheren Bundesgebiet und 2.663 Gemeinden in den neuen Bundesländern. Aufgrund von Gebietsreformen hat sich vor allem im früheren Bundesgebiet die Gemeindeanzahl verringert: Sie sank von 8.422 seit Ende 2015 um 27 Gemeinden (– 0,3 %).

Aus der Verteilung der Einwohnerinnen und Einwohner auf Gemeindegrößenklassen ergibt sich für 2016, dass 6 % der Bevölkerung Deutschlands in Gemeinden mit weniger als 2.000 Einwohnern, 35 % in Gemeinden mit 2.000 bis unter 20.000 Einwohnern und 27 % in Gemeinden mit 20.000 bis unter 100.000 Einwohnern lebten. Auf Großstädte (Gemeinden mit 100.000 oder mehr Einwohnern) entfielen 32 % der Bevölkerung. Die Städte mit den höchsten Einwohnerzahlen waren in abnehmender Reihenfolge Berlin, Hamburg und München. Betrachtet man die Städte mit der höchsten Bevölkerungsdichte, lagen an vorderster Stelle München, Berlin und Herne.
Großstädte mit den höchsten Bevölkerungszahlen und der höchsten Bevölkerungsdichte 2016Großstädte mit den höchsten Bevölkerungszahlen und der höchsten Bevölkerungsdichte 2016 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)



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