Datenreport 2018

14.11.2018 | Von:
Florian Göttsche

Regionale Verteilung und Herkunftsländer

Aus geografischer Perspektive ist Migration vor allem ein Phänomen, das die alten Bundesländer betrifft. Westdeutsche Großstädte und alte industrielle Zentren weisen historisch bedingt höhere Anteile an Migrantinnen und Migranten auf. In den genannten Regionen im Westen war der Bedarf an Gastarbeiterinnen und Gastarbeitern infolge des Wirtschaftsaufschwungs ab den 1950er-Jahren besonders groß. Dieses räumliche Verteilungsmuster besteht bis heute, wie ein Vergleich der Bundesländer zeigt. Im Jahr 2017 war der Anteil der Bevölkerung mit ausländischen Wurzeln am höchsten in den Stadtstaaten Bremen (32 %), Hamburg (31 %) und Berlin (29 %) sowie in den Flächenländern Hessen, Baden-Württemberg (jeweils 31 %) und Nordrhein-Westfalen (28 %). In den neuen Ländern (ohne Berlin) waren es hingegen nur 7 %. In den westlichen Flächenländern gab es je nach Regierungsbezirk teilweise große regionale Unterschiede.
Anteil der Personen mit Migrationshintergrund an der Bevölkerung nach Regierungsbezirken 2017 — in ProzentAnteil der Personen mit Migrationshintergrund an der Bevölkerung nach Regierungsbezirken 2017 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Im Jahr 2017 stammten rund 36 % der 19,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund aus den Ländern der Europäischen Union; hier lag Polen mit 2,1 Millionen Menschen (11 %) vorn. Weitere 32 % kamen aus den übrigen europäischen Staaten, darunter vor allem aus der Türkei (2,8 Millionen Menschen beziehungsweise 14 %) und der Russischen Föderation (1,4 Millionen Menschen beziehungsweise 7 %). Der Nahe und Mittlere Osten ist ebenfalls eine bedeutsame Herkunftsregion (3,0 Millionen Menschen beziehungsweise 15 %). Vor allem der Spitzenreiter Kasachstan, eines der Hauptherkunftsländer der (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedler, machte mit rund 1,2 Millionen Menschen den größten Anteil aus. Es folgten Syrien (706.000 Personen), Irak (249.000 Personen) und der Iran (197.000 Personen). Aus den übrigen Regionen Asiens kamen weitere 1,2 Millionen Personen, darunter war Afghanistan mit 233.000 Menschen besonders relevant. In den nordafrikanischen Staaten Marokko, Ägypten, Algerien, Libyen und Tunesien hatten zusammen 393.000 Menschen ihre Wurzeln.

Je nach Herkunftsland beziehungsweise Herkunftsregion variierten der Anteil der Zuwanderinnen und Zuwanderer – also der Anteil der im Ausland geborenen Menschen – sowie der Ausländeranteil, das heißt der Anteil der Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Beispielsweise waren 79 % der Personen mit Wurzeln im Nahen und Mittleren Osten zugewandert, während dies nur auf 61 % der Personen nordafrikanischer Herkunft zutraf. Darüber hinaus variieren die bisherigen Integrationserfolge deutlich mit dem Herkunftsland beziehungsweise der Herkunftsregion. Menschen mit Wurzeln in einem EU-Staat sind meist besser integriert. Dazu gibt es deutliche Hinweise beispielsweise in den Integrationsindikatoren.


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