Datenreport 2018

14.11.2018 | Von:
Hans-Werner Freitag, Andreas Schulz

Das Bildungsbudget für Deutschland

Die Höhe der Bildungsausgaben beeinflusst die Entwicklung des Bildungswesens entscheidend. Einen Überblick zur Ressourcenausstattung des Bildungswesens gibt das Bildungsbudget. Es orientiert sich an der Konzeption des Lebenslangen Lernens. Der größte Teil des Bildungsbudgets entfällt auf die Ausgaben für formale Bildungsprogramme nach der Internationalen Standardklassifikation des Bildungswesens (ISCED). Als nationale Ergänzung umfasst das Bildungsbudget zusätzlich Ausgaben für nicht formale Bildung.

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Info 5

Wie setzen sich die Ausgaben im Rahmen des Bildungsbudgets zusammen?

Sie umfassen die Ausgaben für das formale Bildungssystem in Abgrenzung der Internationalen Standardklassifikation des Bildungswesens (ISCED-2011-Level). Dazu zählen direkte Ausgaben für Bildungseinrichtungen, Ausgaben für Bildungsdienste und Güter außerhalb von Bildungseinrichtungen und Ausgaben für die Förderung der Teilnehmenden an formalen Bildungsprogrammen.

Bei den direkten Ausgaben für formale Bildungseinrichtungen (Krippen, Kindergärten, Schulen, Ausbildungsbetriebe, Hochschulen) handelt es sich um Ausgaben für das Lehr- und sonstige Personal, für die Beschaffung von Lehr- und Lernmitteln, für Heizung, Elektrizität, die Reinigung und Erhaltung von Schulgebäuden sowie die Ausgaben für den Bau von Schulgebäuden und für andere Investitionsgüter. Entsprechend internationaler Konventionen enthalten die Ausgaben für formale Bildungseinrichtungen auch die Ausgaben an Hochschulen für Forschung und Entwicklung.

Bei den Ausgaben außerhalb formaler Bildungseinrichtungen handelt es sich beispielsweise um Ausgaben, die von den Lernenden zur Vorbereitung, zum Besuch und zur Nachbereitung des Unterrichts geleistet werden (wie Nachhilfeunterricht, Anschaffung von Büchern, Taschenrechnern und Schreibwaren). Zur Förderung von Teilnehmenden an formalen Bildungsprogrammen zählt zum Beispiel das "BAföG".

Sie umfassen Ausgaben für nicht formale Bildungseinrichtungen wie Horte, betriebliche Weiterbildungskurse, die Förderung von Teilnehmenden an Weiterbildungsmaßnahmen, Volkshochschulen, Einrichtungen der Lehrerfortbildung sowie der Jugendarbeit.

Das Bildungsbudget basiert auf der Auswertung zahlreicher Erhebungen. Dabei sind die Finanzstatistiken der Gebietskörperschaften (Bund, Länder, Kommunen) die wichtigsten Datenquellen.

Die Ausgaben für formale und nicht formale Bildung zusammen betrugen im Jahr 2016 nach vorläufigen Berechnungen 200,1 Milliarden Euro und lagen damit um 2,7 % über dem Wert des Vorjahres. Der Anteil der Bildungsausgaben gemessen am Bruttoinlandsprodukt betrug 2016 – wie im Vorjahr – rund 6,4 %.

Die Ausgaben für formale Bildungsprogramme nach internationaler Abgrenzung lagen 2016 bei 179,7 Milliarden Euro. Knapp 90 % dieser Gelder wurden für öffentliche und private Bildungseinrichtungen verwendet (unter anderem Kindertageseinrichtungen, Schulen, Hochschulen). Die Ausgaben für die Förderung von Bildungsteilnehmenden in ISCED-Programmen sowie die Ausgaben der privaten Haushalte für Nachhilfeunterricht, Lernmittel und dergleichen betrugen 2016 rund 19,3 Milliarden Euro.

Die Ausgaben für nicht formale Bildung lagen im Jahr 2016 bei 20,4 Milliarden Euro. Davon entfiel mit 11,2 Milliarden Euro über die Hälfte auf die betriebliche Weiterbildung. Für die Förderung von Teilnehmenden an Weiterbildungsmaßnahmen wurden 1,6 Milliarden Euro ausgegeben. Die Mittel für weitere Bildungsangebote betrugen 7,5 Milliarden Euro.
Bildungsausgaben und deren Anteile am Bruttoinlandsprodukt (BIP)Bildungsausgaben und deren Anteile am Bruttoinlandsprodukt (BIP) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)



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