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Datenreport 2018

14.11.2018 | Von:
Olga Pötzsch

Kinderlosigkeit und Bildungsstand

Das Niveau der Kinderlosigkeit unterscheidet sich nach dem Bildungsabschluss der Frauen. In Deutschland betrug 2016 die Kinderlosenquote der 45- bis 49-jährigen Frauen mit beruflichem Ausbildungsabschluss 21 % und war damit höher als die der Frauen ohne berufliche Ausbildung (17 %). Die Frauen mit akademischen Abschlüssen, beispielsweise Fachhochschul-/Hochschulabschluss oder Promotion, waren deutlich öfter kinderlos (26 %) als die Frauen mit einem Lehr- oder Fachschulabschluss (20 %).

Im Vergleich zu 2012 haben sich die Unterschiede nach Bildungsabschlüssen reduziert. Während die Kinderlosenquote bei den Frauen mit Lehr- oder Anlernausbildung zunahm, sank sie bei den Akademikerinnen geringfügig.

Kinderlosenquote nach Bildungsstand — in ProzentKinderlosenquote nach Bildungsstand — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Eine Annäherung in den Kinderlosenquoten der Akademikerinnen und Frauen ohne akademische Ausbildung lässt sich auch beim Vergleich zwischen den Jahrgangsgruppen für die einzelnen Regionen feststellen. Während zwischen den 1950er- und 1960er-Jahrgängen die Kinderlosigkeit in beiden Bildungsgruppen stieg, setzte sich anschließend der steigende Trend nur bei den Nichtakademikerinnen fort. Bei den Akademikerinnen der jüngeren Jahrgänge stagnierte die Kinderlosigkeit in den Flächenländern oder nahm sogar ab.

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Info 2

Berufliche Bildungsabschlüsse

Die Kategorien "Akademikerinnen" und "Nichtakademikerinnen" werden entsprechend dem höchsten beruflichen Bildungsabschluss der Frau gebildet. Zum akademischen Abschluss zählen hier Diplom, Bachelor, Master, Magister, Staatsprüfung, Lehramtsprüfung an (Verwaltungs-)Fachhochschulen, Hochschulen und Universitäten sowie die Promotion.


Anteil der Frauen ohne Kind an allen Frauen der Geburtsjahrgänge nach höchstem beruflichem Bildungsabschluss — in ProzentAnteil der Frauen ohne Kind an allen Frauen der Geburtsjahrgänge nach höchstem beruflichem Bildungsabschluss — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

In den westdeutschen Flächenländern sank die Kinderlosenquote der Akademikerinnen bereits innerhalb der 1960er-Jahrgänge von 28 % auf 25 % und verharrte dann auf diesem Niveau. Da zugleich die Kinderlosigkeit bei den Nichtakademikerinnen weiter stieg, verringerte sich die Differenz in den Kinderlosenquoten zwischen den beiden Bildungsgruppen von 11 Prozentpunkten bei den 1950er-Jahrgängen auf 4 Prozentpunkte bei den 1970er-Jahrgängen.

In den ostdeutschen Flächenländern stiegen die Kinderlosenquoten nach der deutschen Vereinigung bei beiden Bildungsgruppen bis in die späten 1960er-Jahrgänge, und zwar bei den Akademikerinnen stärker als bei den Nichtakademikerinnen. Bei den zwischen 1972 und 1976 geborenen Frauen mit akademischer Bildung setzte sich dieser Trend allerdings nicht mehr fort. Ihre Kinderlosenquote war mit 14 % niedriger als bei den fünf Jahre älteren Akademikerinnen (16 %) und sogar niedriger als bei den gleichaltrigen Nichtakademikerinnen (15 %). Bei Letzteren nahm die Kinderlosigkeit inzwischen weiter zu.

In den Stadtstaaten schwankte die Kinderlosigkeit bei den Akademikerinnen zwischen 30 % und 35 %. Bei den Nichtakademikerinnen stieg sie dagegen kontinuierlich. Bei den Jahrgängen 1972 bis 1976 betrug sie 27 % und war somit höher als bei den Akademikerinnen im bundesdeutschen Durchschnitt (26 %).


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