Datenreport 2018

14.11.2018 | Von:
Heiko Pfaff, Johannes Proksch, Stefan Rübenach

Fördersysteme

Wohngeld

Das Wohngeld ist ein je zur Hälfte vom Bund und von den Ländern getragener Zuschuss zu den Wohnkosten. Nach den Vorschriften des Wohngeldgesetzes wird es einkommensschwächeren Haushalten gewährt, damit diese die Wohnkosten für angemessenen und familiengerechten Wohnraum tragen können. Wohngeld wird entweder als Mietzuschuss für Mietobjekte oder als Lastenzuschuss für Haus- und Wohnungseigentum geleistet. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der Anzahl der Haushaltsmitglieder, deren monatlichem Gesamteinkommen sowie der zu berücksichtigenden Miete beziehungsweise Belastung. Ausführliche Informationen zum Thema Wohnen und Miete enthält Kapitel 6.2.

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Info 5

Änderungen beim Wohngeld

Mit der Wohngeldnovelle 2016 wurden die sogenannten Tabellenwerte nach 2009 erneut angepasst, indem neben dem Anstieg der Bruttokaltmieten und des Einkommens auch der Anstieg der warmen Nebenkosten und damit insgesamt der Bruttowarmmiete berücksichtigt wurde. Zum anderen wurden die Miethöchstbeträge regional gestaffelt angehoben. Die Miethöchstbeträge bestimmen den Betrag, bis zu dem die Miete durch das Wohngeld bezuschusst wird. In Regionen mit stark steigenden Mieten sind diese überdurchschnittlich stark angestiegen.

Neben gesetzlichen Änderungen spielen für die Entwicklung des Wohngeldes weitere Faktoren eine Rolle: Einen wichtigen Einfluss hat unter anderem die konjunkturelle Entwicklung. Prinzipiell nimmt die Zahl der Wohngeldhaushalte mit steigender Arbeitslosigkeit zu, bei sinkender Arbeitslosigkeit geht sie zurück. Bei einem Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit kommt es vermehrt zum Wechsel von Haushalten aus der Grundsicherung, die Leistungen für Unterkunft nach SGB II erhielten, in das Wohngeld. Dies führt wiederum dazu, dass die Zahl der Wohngeldhaushalte im Aufschwung nicht mehr – beziehungsweise nicht so stark – sinkt, wie das ohne eine Verringerung der Langzeitarbeitslosigkeit der Fall wäre.

Zum Jahresende 2016 bezogen 631.000 Haushalte in Deutschland Wohngeld. Das waren 1,5 % aller Privathaushalte. Von den Wohngeldhaushalten waren rund 595.000 Haushalte (94 %) sogenannte reine Wohngeldhaushalte und 36.000 Haushalte (6 %) wohngeldrechtliche Teilhaushalte. In reinen Wohngeldhaushalten leben ausschließlich wohngeldberechtigte Haushaltsmitglieder. Dagegen wohnen in Mischhaushalten wohngeldberechtigte und nicht wohngeldberechtigte Personen zusammen. Zum wohngeldrechtlichen Teilhaushalt zählen die wohngeldberechtigten Mitglieder eines Mischhaushalts.

Im Jahr 2016 gab der Staat für Wohngeldleistungen rund 1,1 Milliarden Euro aus. Gegenüber dem Jahr 2015 stieg die Zahl der Wohngeldhaushalte insgesamt um 37 %. Bei den wohngeldrechtlichen Teilhaushalten war ein Rückgang von 11 % zu verzeichnen, wohingegen die Anzahl der reinen Wohngeldhaushalte um 42 % stieg. Die Wohngeldausgaben stiegen im gleichen Zeitraum insgesamt um rund 68 %.

Das Wohngeld kommt in erster Linie Mieterinnen und Mietern zugute: Mehr als neun von zehn Wohngeldhaushalten (92 %) erhielten Ende 2016 ihr Wohngeld als Mietzuschuss. Der Rest (rund 8 %) erhielt es als Lastenzuschuss, der Eigentümerinnen und Eigentümern gewährt wird.

Die folgenden Ergebnisse beziehen sich, sofern nicht anders erwähnt, ausschließlich auf reine Wohngeldhaushalte, die am Jahresende 2016 den überwiegenden Teil der Wohngeldhaushalte (94 %) ausmachten.

Ende 2016 waren knapp die Hälfte (49 %) der Empfängerinnen und Empfänger von Wohngeld Rentner oder Pensionäre, etwa ein Drittel (37 %) ging einer beruflichen Tätigkeit nach. Rund ein Zehntel (9 %) der Wohngeldempfänger studierte noch oder war aus sonstigen Gründen nicht erwerbstätig. Rund 5 % waren arbeitslos.
Reine Wohngeldhaushalte nach sozialer Stellung des Haupteinkommensbeziehers 2016 — in ProzentReine Wohngeldhaushalte nach sozialer Stellung des Haupteinkommensbeziehers 2016 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Mehr als die Hälfte (56 %) der reinen Wohngeldhaushalte waren am Jahresende 2016 Einpersonenhaushalte. In rund einem Viertel (24 %) der Haushalte lebten mindestens vier Personen. Rund 12 % der Wohngeldhaushalte waren Zweipersonenhaushalte und 8 % Dreipersonenhaushalte.
Reine Wohngeldhaushalte nach Art des Wohngeldes und Haushaltsgröße 2016 - in ProzentReine Wohngeldhaushalte nach Art des Wohngeldes und Haushaltsgröße 2016 - in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Als Mietzuschuss wird das Wohngeld überwiegend an kleinere Haushalte gezahlt, als Lastenzuschuss dagegen eher an größere Haushalte. So wurde der Mietzuschuss am Jahresende 2016 zu 71 % an Ein- und Zweipersonenhaushalte gezahlt. Mehr als die Hälfte der Empfängerinnen und Empfänger eines Mietzuschusses (59 %) lebte allein. In den Haushalten mit Lastenzuschuss wohnten dagegen überwiegend (52 %) vier und mehr Personen.

Am 31. Dezember 2016 hatte ein reiner Wohngeldhaushalt einen durchschnittlichen monatlichen Anspruch auf Wohngeld in Höhe von 157 Euro. Die Haushalte mit Lastenzuschuss hatten in der Regel höhere Wohnkosten zu tragen. An sie wurden mit durchschnittlich 227 Euro deutlich höhere Beträge gezahlt als an die Haushalte mit Mietzuschuss in Höhe von 151 Euro. Grundsätzlich ist der Wohngeldanspruch umso höher, je größer der Haushalt ist und je geringer das der Berechnung zugrunde liegende Gesamteinkommen.
Reine Wohngeldhaushalte nach Haushaltsgröße und Höhe des monatlichen Wohngeldes 2016Reine Wohngeldhaushalte nach Haushaltsgröße und Höhe des monatlichen Wohngeldes 2016 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Das Wohngeld stellt immer nur einen Zuschuss zur Miete oder Belastung dar. Ein Teil der Wohnkosten muss in jedem Fall von der Antragstellerin beziehungsweise dem Antragsteller getragen werden. Durch den Bezug von Wohngeld sanken die durchschnittlichen tatsächlichen Wohnkosten je Wohngeldempfängerhaushalt von 448 Euro auf 291 Euro.

Die Höhe der Miete beziehungsweise der Belastung ist eine zentrale Größe bei der Festlegung des Wohngeldes. Zur zuschussfähigen Miete gehören auch bestimmte Umlagen, Zuschläge und Vergütungen, zum Beispiel die Kosten des Wasserverbrauchs, der Abwasser- und Müllbeseitigung, der Treppenhausbeleuchtung und Ähnliches. Außer Betracht bleiben dagegen die Heizungs- und Warmwasserkosten; daher wird auch von "Bruttokaltmiete" gesprochen. Zur Belastung bei den Eigentümerhaushalten zählen der Kapitaldienst (Zinsen, Tilgung) sowie die Aufwendungen für die Bewirtschaftung des Wohnraums, zu denen Instandhaltungs-, Betriebs- und Verwaltungskosten zu rechnen sind.

Die monatliche Bruttokaltmiete reiner Wohngeldhaushalte mit Mietzuschuss betrug Ende 2016 durchschnittlich 7,39 Euro je Quadratmeter Wohnfläche, die monatliche Belastung der entsprechenden Haushalte mit Lastenzuschuss lag mit durchschnittlich 5,77 Euro je Quadratmeter Wohnfläche niedriger.

Das hat im Wesentlichen zwei Gründe: Einerseits sind die durchschnittlichen Mieten je Quadratmeter in kleinen Wohnungen höher als in größeren. Zusätzlich überwiegen unter den Haushalten mit Mietzuschuss Einpersonenhaushalte, die in der Regel über eine kleine Wohnfläche verfügen. Andererseits leben in Wohngeldhaushalten mit Lastenzuschuss zumeist vier und mehr Haushaltsmitglieder in größeren Wohnungen mit mindestens 120 Quadratmetern zusammen. Zusätzlich ist die Belastung bei Wohngeldhaushalten mit Lastenzuschuss besonders niedrig, wenn für Wohnraum keine Belastung aus dem Kapitaldienst mehr besteht, sondern nur noch die Belastung aus der Bewirtschaftung (Instandhaltungs- und Betriebskosten).

Bei der Wohngeldförderung existieren in Deutschland ein Ost-West- und ein Nord-Süd-Gefälle. Zum Jahresende 2016 waren im früheren Bundesgebiet ohne Berlin 1,4 % aller privaten Haushalte reine Wohngeldhaushalte oder wohngeldrechtliche Teilhaushalte. In den neuen Ländern und Berlin war dieser Anteil mit 2,1 % deutlich höher. In den alten Bundesländern war der Anteil der Wohngeldhaushalte an den Privathaushalten in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen mit jeweils 1,7 % am höchsten, gefolgt von Niedersachsen und Bremen mit jeweils 1,6 %. Am seltensten erhielten die Haushalte in Bayern (0,9 %) und im Saarland (1,1 %) sowie in Baden-Württemberg und Hessen (jeweils 1,3 %) Wohngeld. In den östlichen Flächenländern hatte Mecklenburg-Vorpommern (3,3 %) den höchsten und Brandenburg sowie Sachsen-Anhalt (jeweils 2,1 %) den niedrigsten Anteil an Wohngeldhaushalten. In Berlin nahmen 1,3 % der Haushalte Wohngeld in Anspruch, was der Größenordnung der Inanspruchnahme in den alten Bundesländern entspricht.
Wohngeldausgaben und Wohngeldhaushalte nach Ländern 2016Wohngeldausgaben und Wohngeldhaushalte nach Ländern 2016 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Im früheren Bundesgebiet ohne Berlin lag dabei der durchschnittliche monatliche Wohngeldanspruch von reinen Wohngeldhaushalten bei 169 Euro, in den neuen Ländern und Berlin bei 128 Euro sowie bundesweit bei 157 Euro. Die durchschnittliche monatliche Miete beziehungsweise Belastung von reinen Wohngeldhaushalten belief sich auf 7,15 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. In den alten Bundesländern ohne Berlin lagen die durchschnittlichen Wohnkosten bei 7,37 Euro je Quadratmeter, in den neuen Bundesländern und Berlin bei 6,54 Euro je Quadratmeter.

Elterngeld

Das im Januar 2007 eingeführte Elterngeld löste das bis dahin gewährte Erziehungsgeld ab. Es soll die Familien nach der Geburt eines Kindes insbesondere dann finanziell absichern, wenn durch die Betreuung des Kindes die Eltern ihre berufliche Arbeit unterbrechen oder einschränken und daher Erwerbseinkommen wegfallen.

Elterngeld steht allen Müttern und Vätern zu, die einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben und mit ihrem Kind in einem Haushalt leben.

Eltern, deren Kinder nach dem 30. Juni 2015 geboren wurden, können zwischen dem Bezug von Basis-Elterngeld (bisheriges Elterngeld) und ElterngeldPlus wählen oder beides kombinieren.

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Info 6

Elterngeld

Elterngeldbezüge für bis Ende 2012 geborene Kinder erfasste die ab 2008 durchgeführte Statistik über die beendeten Leistungsbezüge. In dieser inzwischen eingestellten Erhebung erfolgte erst nach Abschluss eines Leistungsbezuges eine Meldung zur Statistik. Für ab dem 1. Januar 2013 geborene Kinder melden die Elterngeldstellen alle drei Monate die Leistungsbezüge des jeweils vergangenen Quartals (Statistik zum Elterngeld [Leistungsbezüge]).

Seit dem dritten Quartal 2015, der Einführung von ElterngeldPlus (für nach dem 30. Juni 2015 geborene Kinder), werden zusätzlich zu den bisher erhobenen Merkmalen auch die Art der Leistung (Basis-Elterngeld beziehungsweise ElterngeldPlus beziehungsweise Partnerschaftsbonus) für jeden Bezugsmonat erfasst. Durch die Einführung dieser neuen Leistungsart kann sich die Bezugsdauer nun erheblich verlängern – die Ergebnisse zu abgeschlossenen Geburtszeiträumen sind deshalb erst später verfügbar. Gültige Rechtsgrundlage der Bundesstatistik zum Elterngeld für ab dem 1. Januar 2013 geborene Kinder ist das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) in der Neufassung vom 27. Januar 2015 (BGBl I 2015). Die hier dargestellten Ergebnisse beziehen sich auf alle Leistungsbezieher nach dem Sitz der Elterngeldstelle, die im betrachteten Berichtsjahr 2017 mindestens einen Monat Elterngeld bezogen haben.

(Basis-)Elterngeld kann für insgesamt 14 Monate nach der Geburt eines Kindes bewilligt werden, wovon ein Elternteil allein im Regelfall maximal zwölf Monate beanspruchen kann. Zwei weitere Monate gibt es, wenn auch der andere Elternteil Elterngeld für sich beantragt und einem der beiden Elternteile für zwei Monate Erwerbseinkommen wegfällt. Alleinerziehende können bei Wegfall von Erwerbseinkommen die vollen 14 Monate Elterngeld in Anspruch nehmen.

Die Höhe des Elterngeldes hängt vom durchschnittlich verfügbaren Erwerbseinkommen im Jahr vor der Geburt ab und beträgt mindestens 300 Euro und höchstens 1.800 Euro monatlich. Bei einem vor der Geburt verfügbaren Einkommen in Höhe von 1.000 Euro bis 1.200 Euro beträgt das Elterngeld 67 % des Voreinkommens. Bei geringerem Einkommen steigt die Ersatzrate schrittweise auf bis zu 100 %. Bei höherem Einkommen sinkt die Ersatzrate auf bis zu 65 % (maximal 1.800 Euro). Der Mindestbetrag in Höhe von 300 Euro wird auch gezahlt, wenn vor der Geburt des Kindes kein Einkommen erzielt wurde. Je nach Familiensituation erhöht sich der Betrag um einen Geschwisterbonus und / oder einen Mehrlingszuschlag.

Mit den Regelungen zum ElterngeldPlus sollen insbesondere diejenigen Eltern begünstigt werden, die bereits während des Elterngeldbezuges wieder in Teilzeit arbeiten wollen. Es beträgt monatlich maximal die Hälfte des Elterngeldes, das den Eltern bei vollständigem Wegfall des Erwerbseinkommens nach der Geburt zustünde. Dementsprechend liegt der monatliche Anspruch auf ElterngeldPlus zwischen 150 Euro und 900 Euro.

Durch die Einführung dieser neuen Leistungsart kann sich die Bezugsdauer nun erheblich verlängern, denn aus einem bisherigen (Basis-)Elterngeldmonat werden zwei ElterngeldPlus-Monate. Wenn beide Elternteile gleichzeitig für vier Monate jeweils zwischen 25 und 30 Stunden in der Woche arbeiten, gibt es außerdem einen Partnerschaftsbonus in Form von vier zusätzlichen ElterngeldPlus-Monaten je Elternteil. Dies gilt auch für getrennt erziehende Eltern, die als Eltern gemeinsam in Teilzeit gehen. Alleinerziehenden steht der Partnerschaftsbonus ebenfalls zu.

Im Jahr 2017 bezogen insgesamt 1,76 Millionen Mütter und Väter Elterngeld. Das Elterngeld wurde deutlich häufiger an Mütter als an Väter ausgezahlt: Die 1,35 Millionen Empfängerinnen machten 77 % der Beziehenden aus. Der Anteil der Väter lag entsprechend bei 23 %. Den höchsten Väteranteil gab es 2017 in Sachsen mit 28 %, den niedrigsten im Saarland mit 18 %.

Rund 1,74 Millionen Leistungsbezieherinnen und -bezieher des Jahres 2017 hatten ein Kind, das nach dem 30. Juni 2015 geboren wurde. Für diesen Personenkreis galten bereits die neuen Wahlmöglichkeiten des ElterngeldPlus. Hiervon entschieden sich 22 % für die neue Form der Leistungsgewährung. Die Inanspruchnahme ist dabei regional unterschiedlich: Während in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern nur 16 % der Beziehenden ElterngeldPlus beantragten, waren es in Thüringen 32 %.
Elterngeldbeziehende nach Art der Inanspruchnahme und Ländern 2017Elterngeldbeziehende nach Art der Inanspruchnahme und Ländern 2017 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Das ElterngeldPlus kam vor allem bei Frauen auf Anhieb gut an: Mehr als jede vierte Mutter (26 %), die im Jahr 2017 Elterngeld erhielt und die rechtliche Möglichkeit dazu hatte, plante im Rahmen ihres Elterngeldbezuges ElterngeldPlus ein. Den höchsten Frauenanteil an ElterngeldPlus-Bezieherinnen gab es in Thüringen (39 %). Am seltensten bezogen Frauen in Hamburg (17 %) und in Mecklenburg-Vorpommern (18 %) ElterngeldPlus.

Väter beantragten lediglich zu 11 % auch ElterngeldPlus-Monate im Rahmen ihres Elterngeldbezuges. Am häufigsten bezogen Männer in Berlin (19 %) ElterngeldPlus; am niedrigsten lag der Anteil in Mecklenburg-Vorpommern und in Bayern (jeweils 8,6 %). Die – eher wenigen – Väter, die sich für die Inanspruchnahme von ElterngeldPlus entschieden, nahmen allerdings relativ häufig (29 %) auch den Partnerschaftsbonus in Anspruch. Der Anteil der Bezieher mit vorgesehenen Partnerschaftsbonus-Monaten an den ElterngeldPlus-Beziehern ist bei den Männern in Hamburg mit 43 % mit Abstand am höchsten. Von den Frauen mit ElterngeldPlus planten bundesweit lediglich 4,4 % einen Partnerschaftsbonus mit ein. Mit 13 % lag ihr Anteil in Berlin am höchsten.

Von allen Leistungsbezieherinnen und Leistungsbeziehern mit nach dem 30. Juni 2015 geborenen Kindern waren 76 % vor der Geburt erwerbstätig. Bei den Männern waren etwa neun von zehn Leistungsbeziehern vor der Geburt des anspruchsbegründenden Kindes erwerbstätig (92 %), bei den Frauen hingegen nur etwa sieben von zehn (72 %). Väter, die vor der Geburt erwerbstätig waren, planten im Durchschnitt 3,3 Elterngeldbezugsmonate. Vor der Geburt erwerbstätige Mütter bezogen mit im Schnitt 13,9 Bezugsmonaten deutlich länger Elterngeld als ihre erwerbstätigen Partner.
Elterngeldbeziehende mit Erwerbseinkommen vor der Geburt nach Ländern 2017Elterngeldbeziehende mit Erwerbseinkommen vor der Geburt nach Ländern 2017 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Voraussichtliche Bezugsdauer für vor der Geburt erwerbstätige Leistungsbeziehende 2017 — in MonatenVoraussichtliche Bezugsdauer für vor der Geburt erwerbstätige Leistungsbeziehende 2017 — in Monaten Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Aufgrund der im Regelfall deutlich längeren Bezugsdauer ist die Höhe des durchschnittlichen Elterngeldanspruchs insgesamt bei Frauen höher als bei Männern. Den Anspruch aller Bezugsmonate aufsummiert, haben Männer im Schnitt einen Elterngeldanspruch von 3.545 Euro. Frauen haben hingegen einen durchschnittlichen Elterngeldanspruch von 9.162 Euro. Bei der Höhe des durchschnittlichen monatlichen Elterngeldanspruchs zeigt sich ein umgekehrtes Bild: Aufgrund des höheren Anteils an Erwerbstätigkeit vor der Geburt und auch der im Schnitt höheren Einkommen ist der Anspruch je Bezugsmonat bei Männern mit 1.183 Euro deutlich höher als der monatliche Anspruch der Frauen mit 707 Euro.
Höhe des durchschnittlichen Elterngeldbezugs für Leistungsbeziehende 2017 — in EuroHöhe des durchschnittlichen Elterngeldbezugs für Leistungsbeziehende 2017 — in Euro Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Kinder- und Jugendhilfe

Die Statistik der Ausgaben und Einnahmen der öffentlichen Jugendhilfe weist Ausgaben nach, die aus öffentlichen Mitteln für Zwecke der Jugendhilfe nach dem Achten Buch Sozialgesetzbuch (SGB VIII) "Kinder- und Jugendhilfe" geleistet werden, sowie die entsprechenden Einnahmen. Diese werden getrennt für Einzel- und Gruppenhilfen und andere Aufgaben nach dem SGB VIII und für Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe erfasst (unter anderem Kindertageseinrichtungen). Die Ausgaben für Einzel- und Gruppenhilfen werden gegliedert nach Hilfeart und Art der Ausgabe erhoben.

Für den gesamten Bereich der Kinder- und Jugendhilfe wendeten die öffentlichen Träger im Jahr 2016 brutto 45,1 Milliarden Euro auf. Rund 63 % dieser Ausgaben fielen in den Bereich der Kindertagesbetreuung (28,5 Milliarden Euro). Leistungen der Hilfe zur Erziehung kosteten die Träger der Kinder- und Jugendhilfe insgesamt 12,2 Milliarden Euro. Davon entfielen 6,5 Milliarden Euro (53 %) auf die Unterbringung junger Menschen außerhalb des Elternhauses in Vollzeitpflege und Heimerziehung oder sonstiger betreuter Wohnform.

Über die Leistungen und anderen Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe informiert Kapitel 2.3.


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