Datenreport 2018

Sozialversicherungssysteme

Die Sozialversicherungssysteme sind wichtige Bausteine des deutschen Sozialstaats und sollen die Menschen vor den Folgen zentraler Lebensrisiken schützen. Neben Geld- und Sachleistungen zur Kompensation der direkten Folgen von Ereignissen wie Krankheit oder Arbeitslosigkeit umfassen die Leistungen der Sozialversicherungssysteme auch präventive Maßnahmen (zum Beispiel Vorsorgeuntersuchungen im Bereich der Krankenversicherung) sowie Maßnahmen, die die Ursachen der Hilfsbedürftigkeit direkt bekämpfen sollen (zum Beispiel Rehabilitationsmaßnahmen für Erwerbsgeminderte oder Vermittlungshilfen sowie Aus- und Weiterbildungsangebote für Arbeitslose).

Ergänzt werden die Sozialversicherungssysteme durch eine Reihe von Mindestsicherungssystemen (siehe Kapitel 8.3.2). Ein entscheidender Unterschied zwischen den Sozialversicherungs- und den Mindestsicherungssystemen besteht darin, dass Leistungsansprüche im Falle der Versicherungssysteme grundsätzlich durch die Zahlung von Beiträgen erworben werden. Dabei wird dieses "Versicherungsprinzip" in den deutschen Sozialversicherungssystemen aber durch eine Vielzahl von Regelungen abgeschwächt, sodass die Koppelung zwischen Beiträgen und Leistungsansprüchen in der Sozialversicherung teils deutlich schwächer ist als auf privaten Versicherungsmärkten. So steigen zum Beispiel die Beiträge der Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung bis zur sogenannten Beitragsbemessungsgrenze proportional mit dem Erwerbseinkommen an, ohne dass dies Unterschiede in den Leistungsansprüchen zur Folge hätte. Durch die kostenlose Mitversicherung von Kindern und nicht erwerbstätigen Ehepartnerinnen oder Ehepartnern findet in der Krankenversicherung zudem eine Umverteilung von Kinderlosen zu Personen mit Kindern statt, für die es in der privaten Krankenversicherung keine Entsprechung gibt. Insbesondere die Versicherung der nicht erwerbstätigen Ehepartnerinnen und -partner wird immer wieder kritisch diskutiert, da sie ähnlich wie das Ehegattensplitting in der Einkommensteuer verheiratete Frauen davon abhalten könnte, eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufzunehmen. Anders als bei privaten Versicherungen hängen die Beiträge in der Sozialversicherung zudem nicht vom Risikoprofil der oder des Versicherten ab. Personen, die zum Beispiel aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit erhöhte Erkrankungs- oder Arbeitslosigkeitsrisiken haben, zahlen bei sonst gleichen Voraussetzungen die gleichen Beiträge wie Personen mit niedrigeren Risiken.

Die nachfolgenden Abschnitte geben einen Überblick über die vier wichtigsten Sozialversicherungssysteme in Deutschland: die gesetzliche Rentenversicherung, die gesetzliche Krankenversicherung, die soziale Pflegeversicherung und die Arbeitslosenversicherung.

Autoren: Überarbeitung der Version, die 2013 von Heiko Pfaff erstellt wurde., Jan Paul Heisig, WZB
Herausgeber: WZB / SOEP

Datenreport: Kapitel 8.4.1

Gesetzliche Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung ist der wichtigste Baustein der Altersvorsorge und Hinterbliebenensicherung in Deutschland. Auch das Risiko einer langfristigen Erwerbsminderung aufgrund von psychischen oder physischen Erkrankungen wird durch sie abgesichert.

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Datenreport: Kapitel 8.4.2

Gesetzliche Krankenversicherung

Die gesetzliche Krankenversicherung ist der zentrale Pfeiler der sozialen Absicherung im Bereich der Gesundheit.

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Datenreport: Kapitel 8.4.3

Soziale Pflegeversicherung

Im Jahr 1995 wurde das Sozialsystem mit der Pflegeversicherung um eine weitere Säule ergänzt. Sie soll Schutz vor den finanziellen Folgen der Pflegebedürftigkeit bieten und den Betroffenen ein möglichst selbstständiges und selbstbestimmtes Leben ermöglichen.

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Datenreport: Kapitel 8.4.4

Arbeitslosenversicherung

Mit der sogenannten Hartz-IV-Reform wurde die soziale Sicherung von Arbeitslosen zum Jahresbeginn 2005 umstrukturiert. Dadurch entstand ein zweigliedriges System der sozialen Sicherung für arbeitslose beziehungsweise bedürftige Personen.

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Datenreport: Kapitel 8.4.5

Zusammenfassung und Ausblick

Die deutschen Sozialversicherungssysteme leisten wichtige Beiträge zur Altersvorsorge, zur Verhinderung von finanziellen Notlagen und zur Reduzierung materieller und gesundheitlicher Ungleichheiten in der Bevölkerung.

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