Datenreport 2018

14.11.2018 | Von:
Diana Schacht, Maria Metzing

Lebensbedingungen von Personen mit Migrationshintergrund

Im Jahr 2016 besaßen 57 % der Menschen mit Migrationshintergrund die deutsche Staatsangehörigkeit, wobei dieser Anteil je nach Herkunftsgruppe variierte. Während die deutsche Staatsangehörigkeit unter den (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedlern (95 %) sehr verbreitet war, betrug dieser Anteil innerhalb der Population türkischer und südeuropäischer Herkunft lediglich 24 % beziehungsweise 10 %. Letztere besitzen aufgrund ihrer EU-Mitgliedschaft weniger Anreize, die deutsche Staatsangehörigkeit zu erwerben.
Ausgewählte Merkmale der Lebenssituation 2016Ausgewählte Merkmale der Lebenssituation 2016 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)

Bei den untersuchten Herkunftsgruppen variierte auch die Einkommenssituation, vor allem im Hinblick auf das Armutsrisiko (für die Definition von Armutsgefährdung siehe Kapitel 6.2.2). Türkischstämmige Personen waren 2016 mit einer Risikoquote von 38 % im Vergleich der hier betrachteten Herkunftsgruppen am stärksten von Armut betroffen, gefolgt von Personen aus Südeuropa (32 %), Osteuropa (30 %) und den (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedlern (27 %). In höheren Einkommensbereichen (etwa über 100 % oder 150 % des Medianeinkommens) waren Personen mit Migrationshintergrund stark unterrepräsentiert. Personen türkischer Herkunft wiesen mit 4 % den niedrigsten Anteil im oberen Einkommensbereich (über 150 %) auf, (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedler mit 12 % den höchsten unter den hier verglichenen Herkunftsgruppen.

Personen mit Migrationshintergrund verfügten 2016 durchschnittlich über deutlich geringere finanzielle Ressourcen als Personen ohne Migrationshintergrund. Menschen mit Migrationshintergrund verfügten über ein durchschnittliches Haushaltsäquivalenzeinkommen (Median, siehe dazu Kapitel 6.3.1, Info 3) von 1.500 Euro, wohingegen Menschen ohne Migrationshintergrund ein durchschnittliches Einkommen von 1.667 Euro verzeichneten. Insbesondere Personen türkischer (1.090 Euro) und südeuropäischer Herkunft (1.200 Euro) erzielten im Vergleich zur Bevölkerung ohne Migrationshintergrund unterdurchschnittliche Einkommen. Trotz vergleichsweise niedrigerer Einkommen hatten Migrantenhaushalte höhere Mietkosten als Haushalte, in denen nur Personen ohne Migrationshintergrund lebten (7,70 Euro gegenüber 7,10 Euro pro Quadratmeter). Sie verfügten zudem im Durchschnitt über deutlich weniger Wohnfläche pro Person. Die Tatsache, dass ein Großteil der Zuwandererfamilien in größeren Städten lebt, trägt höchstwahrscheinlich zu dem erschwerten Zugang zu bezahlbarem und geeignetem Wohnraum bei. Zudem ist von einer Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund auf dem Wohnungsmarkt auszugehen.


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