AKP-Staaten

Die EU unterhält mit 78 afrik., karib. und pazif. Staaten (AKP-Staaten) besondere Beziehungen. Mit den ehem. Kolonien wurden seit den 1960er-Jahren verschiedene Abkommen geschlossen (»Yaoundé I–II« und »Lomé I–IV«). Ziel war die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung der A. durch einseitige Handelserleichterungen, Preisstabilisierung sowie wirtschaftliche und technische Hilfen. Im Rahmen des Lomé-Nachfolgeabkommens, dem sog. Cotonou-Abkommen (2000), wird der Sonderstatus der A. in der EU-Entwicklungspolitik zwar beibehalten, zunehmend rücken aber politische Fragen wie verantwortliche Regierungsführung (»good governance«) und Menschenrechte in den Mittelpunkt. Auch will das Cotonou-Abkommen die gegen den freien Welthandel verstoßenden Handelsvorteile der A. abschaffen. Stattdessen sollten ab 2008 regionale Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (WPA) in Kraft treten. Wegen heftiger Dissonanzen zwischen der EU und einigen A. über diese Reform konnten die Verhandlungen über die WPAs jedoch nicht pünktlich abgeschlossen werden.

http://ec.europa.eu/development/geographical/cotonouintro_en.cfm

Literatur:M. Holland: »Imagined« interregionalism. Europe’s relations with the African, Caribbean and Pacific States (ACP), in: H. Hänggi u. a. (Hg.), Interregionalism and international relations, London 2006, S. 254-271.

Siehe auch:
Afrikapolitik der EU
Cotonou-Abkommen
Entwicklungspolitik der EU

Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: A. Jonas



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