Merkel, Angela

[* 17.7.1954] dt. Physikerin u. Politikerin (CDU). Studium (Physik) in Leipzig mit Promotion. Ab 1978 Akademie der Wissenschaften Ostberlin (Physikalische Chemie). 1989 in Bürgerbewegung und 1990 nach der freien DDR-Wahl Vizeregierungssprecherin. Seit 1990 in der CDU und im Bundestag. Bundesministerin (Frauen/Jugend, ab 1991; Umwelt, 1994–98). CDU-Generalsekretärin (1998–2000), seither Parteichefin. Seit 2005 Bundeskanzlerin.

M. vermittelte 2005 bei Etatplanung der EU bis 2013. Als Ratspräsidentin (Januar–Juni 2007) Vereinbarung auf CO2-Senkung und Handelsvertrag mit den USA. Mit Blick fürs Wesentliche dirigierte sie Konsensfindungen zur Reform der EU-Strukturen, was die Verfassungskrise beendete. Gegen Pariser Pläne für exklusive Mittelmeerunion. In der Folge der europ. Staatsschulden- und Finanzkrise (seit 2010) wurde M. als Regierungschefin des wirtschaftlich mächtigsten EU-Landes zur bedeutendsten Europapolitikerin; viele Maßnahmen der Eurorettungspolitik (z. B. Fiskalpakt, Sparmaßnahmen in den Krisenstaaten), die die EU beschlossen hat, gehen auf ihre Initiativen zurück. In der dt. Innenpolitik erfährt M. dadurch breite Unterstützung, im europ. Ausland wird sie für die Austeritätspolitik häufig kritisiert und z. T. angefeindet.

Literatur:G. Müller-Brandeck-Bocquet: Deutsche Europapolitik unter Angela Merkel: Enge Gestaltungsspielräume in Krisenzeiten, in: dies. u. a.: Deutsche Europapolitik. Von Adenauer bis Merkel, 2. Aufl., Wiesbaden 2010, S. 253-349.

Literatur:Jahrbücher der europäischen Integration.

Literatur:Munzinger-Archiv


Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: Chr. Stehle



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