Berliner Blockade


Vorgeschichte



Berlin stand nach dem Zweiten Weltkrieg unter Kontrolle der vier Siegermächte USA, Großbritannien, Frankreich und Sowjetunion. Deutschland selbst war in vier Zonen aufgeteilt, die jeweils von einer der Siegermächte verwaltet wurden. Berlin lag inmitten der Ostzone, die von der Sowjetunion beherrscht wurde. Bevor es zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der DDR im September 1949 kam, waren viele Machtfragen noch nicht entschieden. Wie würde es mit Deutschland in Zukunft weitergehen? Welche der Siegermächte konnte ihre Vorstellungen durchsetzen?

Machtprobe



In den westlichen Besatzungszonen Deutschlands wurde am 20. Juni 1948 eine Währungsreform durchgeführt. Die neue Währung sollte auch auf Westberlin ausgedehnt werden. Die Sowjetunion nahm das zum Anlass, West-Berlin von den westlichen Besatzungszonen abzutrennen. Sowjetische Truppen sperrten am 24. Juni 1948 die alle Zufahrtswege nach West-Berlin. Damit begann die Berliner Blockade, die erst am 12. Mai 1949 endete. Die Blockade von Berlin war der erste Höhepunkt im Kalten Krieg. Durch die Blockade sollte ganz Berlin unter die Kontrolle der Sowjetunion gebracht werden. Zudem sollten die westlichen Siegermächte USA, England und Frankreich dazu gezwungen werden, auf die Gründung eines demokratischen Staates in ihren Besatzungszonen zu verzichten. Die Auswirkungen spürten die Bewohner von Berlin schnell, denn die Stadt war vom Nachschub an Lebensmitteln und vielen wichtigen Gütern abgeschnitten.

Luftbrücke



Als Reaktion auf diese Blockade veranlasste der amerikanische Militärgouverneur Lucius D. Clay (1897-1978) die Einrichtung einer Luftbrücke. West-Berlin wurde nun über die Luft versorgt. Fast ein Jahr lang kamen alle lebenswichtigen Güter, vor allem Lebensmittel, Baumaterialien und Brennstoffe mit Flugzeugen in die Stadt. Im Volksmund wurden die Transporte „Rosinenbomber“ genannt, weil sie häufig vor ihrer Landung kleine Päckchen mit Rosinen für die Kinder in West-Berlin abwarfen.
Die Transportmaschine von US-Pilot Gail Halvorsen beim Anflug auf Berlin. Der Pilot hatte an kleine Taschentuch-Fallschirme Süßigkeiten angebunden, die er für die Kinder abwarf. Er wurde deshalb auch der 'Candyman' genannt.Die Transportmaschine von US-Pilot Gail Halvorsen beim Anflug auf Berlin. Der Pilot hatte an kleine Taschentuch-Fallschirme Süßigkeiten angebunden, die er für die Kinder abwarf. Er wurde deshalb auch der 'Candyman' genannt. (© AP Photos)


Quelle: Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2019.



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