Emigration


Begriffserklärung



Der Begriff kommt vom lateinischen Wort „emigratio“. Er bedeutet „wegziehen“. Von „Emigration“ spricht man, wenn jemand aus dem Land, aus dem er stammt, wegzieht. Eine Emigration kann freiwillig oder erzwungen sein. Es gibt unterschiedliche Ursachen, wieso Menschen ihr Herkunftsland verlassen: Es kann aus politischen, religiösen oder auch aus wirtschaftlichen Gründen geschehen. Manchmal ist die Emigration eine Flucht vor Verfolgung oder Verhaftung. Mit "Emigration" wird nicht nur das Verlassen eines Landes, also die Auswanderung bezeichnet. Auch den Aufenthalt in einem fremden Land nach der Auswanderung bezeichnet man so. Die Menschen befinden sich dann in der Emigration, sie sind "Emigranten".
Emigranten aus Europa in den 1920er Jahren, die in USA Aufnahme erhoffen.Emigranten aus Europa in den 1920er Jahren, die in USA Aufnahme erhoffen. (© picture alliance / Everett Collection)


Beispiele für Fluchtbewegungen



In den vergangenen Jahrhunderten gab es viele solcher Flucht- oder Auswanderungsbewegungen. Im 20. Jahrhundert sind nach der russischen Oktoberrevolution 1917 viele tausend Menschen vor den neuen Machthabern geflohen. In Deutschland haben während des Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 viele tausend Juden und politische Gegner des Staates ihre Heimat verlassen, um der Verfolgung zu entkommen. 1991/92 gab es eine Emigrationswelle aus den Kriegsgebieten des ehemaligen Jugoslawien. In den letzten Jahren haben Millionen Menschen ihre Heimat verlassen, weil dort Krieg oder Armut herrscht.
Flüchtlinge aus Syrien 2015, die in Europa in Frieden leben möchten.Flüchtlinge aus Syrien 2015, die in Europa in Frieden leben möchten. (© picture alliance / AA)


Innere Emigration



Es gibt auch den Begriff „innere Emigration“. Davon spricht man, wenn zum Beispiel politische Gegner eines Diktators zwar nicht ihr Land verlassen, um im Ausland zu leben, sich aber innerlich zurückziehen. Sie äußern sich nicht mehr in der Öffentlichkeit. Sie lassen ihre Gegnerschaft zum Regime nicht erkennen, um sich und ihre Familie nicht zu gefährden.


Quelle: Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2019.



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