Flüchtling

In Kriegen müssen sehr viele Menschen um ihr Leben fürchten. Sie sind gezwungen, ihre Heimat für eine bestimmte Zeit oder auf Dauer zu verlassen. Sie werden zu Flüchtlingen.
Um der Not in ihrer Heimat zu entfliehen, riskieren die Menschen ihr Leben bei der Flucht über das Meer.Um der Not in ihrer Heimat zu entfliehen, riskieren die Menschen ihr Leben bei der Flucht über das Meer. (© picture-alliance / ROPI)
Warum fliehen Menschen?Menschen fliehen aus Not, weil sie Gefahren, Katastrophen oder Armut entgehen wollen. Viele Menschen fliehen, weil in ihrem Heimatland Krieg herrscht. Sie fürchten um ihr Leben und das Leben ihrer Kinder. Sie fliehen, weil sie in Sicherheit und Frieden leben wollen. Andere Menschen werden in ihrer Heimat wegen ihrer Nationalität,
Flüchtlinge warten an der griechisch-mazedonischen Grenze auf ihre Weiterreise.Flüchtlinge warten an der griechisch-mazedonischen Grenze auf ihre Weiterreise. (© picture alliance / AA)
ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion oder wegen ihrer politischen Ansichten verfolgt. Wieder andere fliehen aus ihren Heimatländern wegen der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse oder weil schwere Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen ihr Land unbewohnbar gemacht haben. Alle Flüchtlinge verlassen ihre Heimat aus Not. Sie wünschen sich ein menschenwürdiges Leben in Frieden und Sicherheit. Wohin fliehen die Menschen?Flüchtlinge wollen vor allem an einen Ort, wo sie sicher leben können. Menschen, die in ihren Heimatländern von Machtkämpfen zwischen verfeindeten Gruppen bedroht sind, versuchen oft, in anderen Gegenden ihres Landes zu leben. (Man bezeichnet sie als "Binnen-Flüchtlinge".) Viele Flüchtlinge aber verlassen ihr Land.
Ein Flüchtlingslager in der Türkei für syrische FlüchtlingeEin Flüchtlingslager in der Türkei für syrische Flüchtlinge (© picture alliance / AA)
Sie kommen in Flüchtlingslager, die in anderen Länder die Flüchtlinge aufnehmen. Aber oft sind Flüchtlingslager überfüllt, so dass nicht für alle Menschen dort ausreichend Hilfe bereitgestellt werden kann. So gibt es beispielsweise im Libanon große Lager, in denen Flüchtlinge aus Syrien leben. Andere Flüchtlinge machen sich auf den Weg nach Europa, weil sie dort Hoffnung für sich und ihre Familie sehen. Wie gefährlich ist eine Flucht?Eine Flucht ist oft sehr gefährlich. Aus Afrika fliehen viele Menschen mit Booten. Sie bezahlen Geld dafür, dass sie jemand aus ihrem Land herausbringt und ihnen bei der Flucht nach Europa hilft. Das sind sogenannte Schleuser. Oft aber bedeutet das für die Flüchtlinge Lebensgefahr. Die Boote sind oft viel zu klein und gar nicht seetauglich. Deswegen sind schon viele tausend Flüchtlinge bei der Flucht übers Meer gestorben. Andere Menschen kommen mit dem Zug, mit dem Bus oder zu Fuß. Auch das ist oft sehr gefährlich. Die Flüchtlinge müssen Länder durchqueren, die sie nicht kennen. Wenn sie krank werden, haben sie oft keinen Arzt oder keine Medikamente. Nicht immer gibt es ausreichend Nahrung und Wasser auf der Flucht. Wer hilft den Flüchtlingen? Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, erhalten Hilfe vom Staat und von vielen Menschen, die ehrenamtlich tätig sind und den Flüchtlingen helfen. Auch in den Flüchtlingslagern, aus denen viele Menschen sich auf den Weg nach Europa gemacht haben, arbeiten Menschen, die sich um Flüchtlinge kümmern. Oftmals tun sie das im Auftrag von internationalen Hilfsorganisationen.

Die Vereinten Nationen haben die Stelle eines Hohen Flüchtlingskommissars (abgekürzt UNHCR) eingerichtet. Diese Organisation beschäftigt sich speziell mit dem Flüchtlingsproblem und hat verschiedene Hilfswerke eingerichtet.

Noch mehr Informationen Zum Thema Flucht und Flüchtlinge haben wir hier im Lexikon ein Spezial mit vielen weiteren Informationen.

Cäsarina, 9 Jahre, berichtet über ihr »Leben in einem Flüchtlingslager« im afrikanischen Malawi.

Die Klasse 4c der Grundschule Thadenstraße in Hamburg hat ein Projekte über Flüchtlinge gemacht. Die »Radiofüchse« berichten darüber.


Quelle: Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2013.




 

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