Jugendstrafrecht


Straftäter ab 14 Jahre



Wenn ein Jugendlicher ab 14 Jahre eine Straftat begeht und angezeigt wird, muss er damit rechnen, auch bestraft zu werden. Es wird angenommen, dass Jugendliche in diesem Alter reif genug sind, um einzusehen, dass zum Beispiel Stehlen oder Beschädigen von Sachen, dass Körperverletzung oder Einbrechen kein Spaß sind, sondern Unrecht. Allerdings werden die Täter in diesem jugendlichen Alter (von 14 bis 18 Jahren, in vielen Fällen auch bis 21 Jahren) nicht nach dem gleichen Strafrecht wie Erwachsene verurteilt. Bei ihnen gilt das Jugendstrafrecht. Das wurde in Deutschland 1974 eingeführt. Es soll in erster Linie nicht bestrafen, sondern erziehen.
Jugendarrestanstalt in Berlin-LichtenradeJugendarrestanstalt in Berlin-Lichtenrade (© picture-alliance)


Jugendgerichte



Wenn ein Jugendlicher gegen ein Gesetz verstoßen hat und straffällig geworden ist, sind die sogenannten Jugendgerichte zuständig. Hier werden die jungen Täter oder Täterinnen nicht gleich ins Gefängnis gesperrt, sondern zuerst verwarnt. Es werden sogenannte Auflagen erteilt: Zum Beispiel muss sich ein junger Dieb jede Woche beim Gericht melden oder bestimmte soziale Arbeiten übernehmen.Je nach Schwere des Falles kann er auch einige Wochen unter Jugendarrest gestellt werden. Das Gericht prüft immer, ob bei einem jungen Täter die Hoffnung besteht, dass er nicht wieder straffällig wird.

Gefängnisstrafe



Bei ganz schweren Fällen, wenn jemand immer wieder eines Diebstahls überführt wurde oder sogar einen Mord begangen hat, kann eine Jugendstrafe im Gefängnis verhängt werden. Dies bedeutet dann Jugendhaftanstalt für mindestens sechs Monate, bei schweren Verbrechen bis zu zehn Jahren.

Gerichtsverhandlung ohne Öffentlichkeit



Die Verhandlungen vor dem Jugendgericht sind – anders als andere Gerichtsverfahren - nicht öffentlich. Dies heißt, dass bei Jugendlichen bis 18 Jahren keine Zuschauer bei dem Verfahren dabei sein dürfen, bei älteren Jugendlichen sind Zuschauer zugelassen. Die Strafen werden in einem sogenannten Erziehungsregister gespeichert.
Die Öffentlichkeit ist ausgeschlossen bei einem Strafprozess gegen einen Jugendlichen.Die Öffentlichkeit ist ausgeschlossen bei einem Strafprozess gegen einen Jugendlichen.


Quelle: Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2018.



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