Kinderarmut

Was heißt Armut?
Armut heißt, dass Menschen nicht genug für ein menschenwürdiges Leben haben. Sie haben zum Beispiel nicht genug Essen oder genug Geld. Man unterscheidet zwischen absoluter Armut und relativer Armut. Was ist damit gemeint?


Absolute Armut



Davon spricht man, wenn jemand nicht einmal das Nötigste hat zum überleben. Das ist der Fall, wenn jemand nicht genug zum Essen und kein sauberes Trinkwasser hat. Oder wenn Menschen auf der Straße leben müssen, weil sie keine Wohnung haben. Wer krank ist, kann die Medizin oder den Arzt nicht bezahlen. In vielen Entwicklungsländern leiden die Menschen unter absoluter Armut. Kinder können dort oft nicht zur Schule gehen.

Relative Armut



Auch in reichen Ländern leben viele Menschen in Armut. Sie besitzen dann viel weniger als andere Menschen in ihrem Land. ("Relativ" heißt "im Vergleich zu anderen".) Die Menschen können nicht so gutes Essen kaufen wie andere Menschen oder auch nicht so einfach neue Kleidung. Sie haben nicht genug Geld, zum Beispiel um ins Kino zu gehen oder Geschenke für Geburtstage zu kaufen. Sie werden nicht dabei unterstützt, in der Schule gute Erfolge zu erzielen. In Deutschland leben mehr als 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche in relativer Armut.

Gründe für Armut



Es gibt viele Ursachen für die Kinderarmut in Deutschland. Der Grund kann darin liegen, dass die Eltern arbeitslos sind oder zu wenig verdienen, um ihre Kinder gut versorgen zu können.Dann gibt es Eltern, die nicht wissen, wie sie ihre Kinder unterstützen können, wie sie mit wenig Geld ihr Leben organisieren können.
Hilfe vom Staat
Kinder und Jugendliche, die in Armut leben, haben in Deutschland einen Anspruch darauf, finanzielle Hilfe zu bekommen. Sie können sich – auch ohne ihre Eltern – beim Jugendamt ihrer Stadt beraten lassen. Die Kinder- und Jugendhilfe kümmert sich darum, dass die Kinder und Jugendlichen Hilfe und Unterstützung erhalten.
Mehr als 450.000 Kinder haben nach einem Erdbeben in Haiti 2010 ihre Familien und ihr Zuhause verloren. Sie leben in bitterster Armut.Mehr als 450.000 Kinder haben nach einem Erdbeben in Haiti 2010 ihre Familien und ihr Zuhause verloren. Sie leben in bitterster Armut. (© picture-alliance / empics)


Quelle: Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2019.



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