Kollateralschaden


"Nebenwirkungen" von Kriegshandlungen



Im Kriegsrecht ist festgelegt, dass im Krieg nur militärische Ziele angegriffen werden dürfen. Damit sind Militärlager, Flughäfen, Munitionsfabriken und ähnliche Einrichtungen gemeint. Angriffe auf die Zivilbevölkerung, auf Krankenhäuser, Schulen und Wohnhäuser sind strengstens verboten. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass Menschen zum Beispiel durch Bombenangriffe ihr Haus verlieren und verletzt oder getötet werden. Für ein solches Geschehen hat die NATO im Kosovokrieg 1999 das Wort „Kollateralschaden“ gebraucht.
Solch ein „Kollateralschaden“ gilt nur dann nicht als Kriegsverbrechen, wenn er bei einem Angriff auf ein militärisches Ziel als „Nebenwirkung“ entstanden ist und nicht beabsichtigt war. Diese sogenannten “Nebenwirkungen“ dürfen nicht zu groß sein. Ob sie groß sind, wird daran gemessen, welchen Erfolg man durch den Angriff auf das militärische Ziel erzielt hat.
Unwort des Jahres
Das Wort „Kollateralschaden“ klingt so, als wenn nur ein kleiner Schaden entstanden wäre. Dabei meint es ein grausames Kriegsgeschehen. Deshalb wurde dieses Wort 1999 von der Gesellschaft für Deutsche Sprache e.V. zum "Unwort des Jahres" gewählt, denn es erweckt den Eindruck, als wären auch Menschen eine Sache.

Begriffserklärung
"Kollateral" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "nebeneinander angeordnet", "benachbart".


Quelle: Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2019.



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