Staatsanleihe

Jemand, dessen Wagen den Geist aufgegeben hat, braucht dringend einen anderen fahrbaren Untersatz. Doch zurzeit reichen seine Einnahmen dafür nicht aus. Was tut er? Er geht zu seiner Bank und nimmt einen Kredit auf. Jeder weiß, dass man, wenn der Kredit bewilligt wird, wegen der Zinsen mehr Geld zurückzahlen muss, als die Bank ihm geliehen hat. Auch bei Staaten reichen die Einnahmen, die sie etwa durch Steuern erzielen, oft nicht aus, um die vielfältigen Ausgaben zu bezahlen. Also muss er sich Geld leihen, um die Mehrausgaben bezahlen zu können. Eine Möglichkeit dazu sind sogenannte Staatsanleihen. Das heißt nichts anderes, als dass der Staat sich Geld leiht. Er kann das bei Kreditinstitutionen tun wie im Beispiel oben, er kann es aber auch bei den Bürgern versuchen. Die können entsprechende Anteilscheine bei ihrer Bank kaufen. Man könnte sagen, sie haben ein kleines bißchen von ihrem Staat gekauft, sie haben ihm Geld geliehen. Dafür bekommen sie Zinsen. Wie viel Zinsen ein Staat zahlen muss, richtet sich danach, wie seine Zuverlässigkeit für die pünktliche und vollständige Rückzahlung eingeschätzt wird. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn es um Millairdenbeträge geht, die Kreditgeber von einem Staat in Form von Staatsleihen gekauft haben.


Quelle: Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2013.




 

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