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Säkularisierung

In früheren Jahrhunderten war die Weltanschauung der Menschen stark an die Religion und die Kirche gebunden. Deren Gebote und Verbote schrieben vor, wie die Menschen zu leben hatten. Erst als die geistige Bewegung der Aufklärung Ende des 17. Jahrhunderts in Europa entstand, setzte eine „Verweltlichung“, eine Abwendung von Religion und Kirche ein. Das aus dem Lateinischen kommende Wort „Säkularisierung“ beschreibt diesen Prozess. Die Aufklärung erklärte, dass die Menschen sich bei ihrem Handeln vor allem von der Vernunft leiten lassen sollten und nicht so sehr von den Gesetzen der Religion. So wurden die Bindungen an die Religion gelockert. Eine weitere Kraft in dieser Entwicklung war die um 1750 stärker werdende Geisteshaltung des Humanismus. Der Humanismus betonte, dass die Würde jedes einzelnen Menschen zu achten ist. Unter „Säkularisierung“ versteht man heute allgemein, dass breite Bevölkerungsgruppen in der westlichen Welt keinen engen Bezug mehr zu Kirche und Religion haben.
Ergänzend: Mit dem Begriff „Säkularisation“ ist die Beschlagnahmung und die ohne Genehmigung der Kirche erfolgte Nutzung kirchlichen Eigentums durch den Staat gemeint. Für diesen Vorgang gibt es in der Geschichte zahlreiche Beispiele. So wurden in der Französischen Revolution 1789 sämtliche Kirchengüter durch den Staat beschlagnahmt und versteigert.


Quelle: Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2017.




 

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