Stasi/ Staatssicherheit der DDR

Stasi ist die Abkürzung für „Staatssicherheit“. So nannten die Bürger/innen der DDR das Ministerium für Staatssicherheit. Als es die DDR noch gab – bis 1989 – hatte die Stasi zwei Aufgaben: Sie war Geheimdienst und Geheimpolizei der DDR. Als Geheimdienst musste sie Gefahren für die DDR im Ausland entdecken. Als Geheimpolizei überwachte sie die eigenen Bürger/innen und kontrollierte was sie planten und taten. Dabei konnte die Stasi geltende Rechte missachten. Sie musste nur tun, was die herrschenden Partei SED von ihr verlangte. Offiziell arbeiteten etwa 100.000 Menschen für die Stasi. Dazu kamen etwa 200.000 „inoffizielle“ Mitarbeiter/innen. Sie bespitzelten ihre Mitmenschen, ihre Arbeitskollegen, Freunde, Mitschüler/innen. Manchmal sogar auch die eigene Familie. Ihre Berichte übergaben die Spitzel an die Stasi.
Wer wurde von der Stasi beobachtet? Das konnte jeden treffen, man brauchte nur ein wenig anders als meisten zu sein. Opfer der Stasi konnten Jugendliche werden, die Musik aus dem Westen hörten, oder Menschen, die sich in der Kirche engagierten oder sich öfters im Sportverein trafen. Die Methoden der Stasi waren niederträchtig. Sie hörte Menschen ab, durchsuchte Wohnungen und schüchterte ihre Opfer ein. Die Stasi konnte Menschen auch einfach verhaften und im Gefängnis unter Druck setzen.

Seit dem Ende der DDR gibt es auch die Stasi nicht mehr. Von den vielen Berichten, die die Staatssicherheit über die Bürger/innen der DDR gesammelt hat, ist ein Großteil erhalten geblieben. Diese Akten werden heute von einem Amt bewahrt. Das ist die „Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR“. Dort gibt es mehr als 111 Kilometer Akten und mehr als 1,4 Millionen Fotos. In diesem Archiv kann nachgeforscht werden, wie die Stasi gearbeitet hat. Ein Gesetz regelt genau, wer diese Akten ansehen darf und wie darüber berichtet werden darf.


Quelle: Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2017.




 

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