UN

Vereinte Nationen, United Nations (UN), Nations Unies (NU), Naciones Unidas (NU), auch UNO

Gründung
26.6.1945 (Unterzeichnung der Charta), in Kraft 24.10.1945

Hauptsitz
New York (USA); Nebensitze: Genf (Schweiz), Wien (Österreich), Nairobi (Kenia), Informationszentrum Brüssel (Belgien) mit Büro in Bonn (Deutschland)

Mitglieder
193 Staaten, alle souveränen Staaten der Welt mit Ausnahme der Rep. China (Taiwan; UN-Gründungsmitglied, verlor 1971 die Mitgliedschaft an die VR China), Kosovos und der Vatikanstadt; keine Mitglieder sind außerdem die Demokratische Arabische Republik Sahara (Westsahara) und die Türkische Republik Nordzypern (TRNC)

Amts- und Arbeitssprachen
Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch

Personal
rd. 44.000 Mitarbeiter (UN-System weltweit)

Haushalt
5,6 Mrd. US-$ im ordentlichen Haushalt 2016-17 aus Pflichtbeiträgen der Mitgliedstaaten; größte Beitragszahler: USA (22%), Japan (9,7%), VR China (7,9%), Deutschland (6,4%), Frankreich (4,9%), Großbritannien (4,5%), Brasilien (3,8%), Italien (3,7%), Russland (3,1%) und Kanada (2,9%); über je eigene reguläre Haushalte verfügen der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) und der dazugehörige Internationale Residualmechanismus (MICT); zusätzlich zum regulären UN-Haushalt leisten die Mitgliedsstaaten Pflichtbeiträge zur Finanzierung der UN-Friedenseinsätze

Generalsekretär
António Manuel de Oliveira Guterres (Portugal), seit 1.1.2017


www.un.org, www.unog.ch, www.unon.org, www.unvienna.org, www.unric.org

Ziele und Grundsätze

Die Vereinten Nationen gingen aus der Staatenkoalition des Zweiten Weltkriegs gegen Deutschland, Italien und Japan hervor; der Name "Vereinte Nationen" wurde erstmals in der "Erklärung der Vereinten Nationen" vom 1.1.1942 verwendet, in der Großbritannien und die USA ihre Kriegsziele darlegten.

Laut Charta der Vereinten Nationen (beschlossen 1945 von 51 Gründungsmitgliedern in San Francisco) ist das wichtigste Ziel der Organisation die Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit. Als weitere Ziele nennt Art. 1 die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Nationen, die Förderung der internationalen Zusammenarbeit zur Lösung internationaler Probleme und die Förderung der Menschenrechte. Bei der Verwirklichung dieser Ziele gelten die in Art. 2 der Charta vereinbarten Grundsätze der souveränen Gleichheit aller Mitglieder, der friedlichen Streitbeilegung, des Gewaltverbots und der Achtung der territorialen Unversehrtheit aller Staaten. Von dem Grundsatz des Gewaltverbots ausgenommen sind das Recht auf Selbstverteidigung (Art. 51) sowie die vom Sicherheitsrat beschlossenen friedenssichernden oder friedenserhaltenden Maßnahmen nach Kapitel VII der Charta (UN-Friedenssicherungseinsätze und -missionen). Der den Staaten in Art. 2 (7) zugestandene Umfang ihrer "inneren Angelegenheiten" wurde zunehmend eingeschränkt; so gilt der Schutz der Menschenrechte immer weniger als ausschließlich innere Angelegenheit eines Staates.

Das System der Vereinten Nationen

Die Charta der Vereinten Nationen etablierte sechs Hauptorgane, die bei Bedarf Nebenorgane einrichten können. Ein Hauptorgan, der Treuhandrat, ruht seit der Unabhängigkeit des letzten Treuhandgebiets Palau im Jahr 1994.

Im Laufe der Zeit entstand ein vielschichtiges Netzwerk von Ad-hoc-Organen, Sonderorganisationen, Programmen und Fonds, die ihre Existenz entweder von einem oder mehreren der UN-Hauptorgane ableiten oder mit diesen vertraglich verbunden sind. Insbesondere die 15 Sonderorganisationen, deren Arbeit dem Prinzip nach der Wirtschafts- und Sozialrat koordinieren soll, sind durch abweichende Macht- und Mitgliederstrukturen weitgehend unabhängig vom UN-System. Bei den UN angesiedelt sind u.a. die Sekretariate der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) und des UN-Übereinkommens zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD), der in Hamburg angesiedelte Internationale Seegerichtshof (ISGH) und die Kommission zur Begrenzung des Festlandsockels (CLCS) mit Sitz in New York. Die Welthandelsorganisation (WTO) wird häufig den UN zugeordnet, sie ist aber rechtlich autonom und nicht in das UN-System eingegliedert, wenngleich sich vielfältige Kooperationsstrukturen herausgebildet haben. Auch die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) gehört rechtlich nicht zum UN-System; ihre enge Zusammenarbeit mit den UN ist durch Beziehungsabkommen geregelt.


Quelle: Der neue Fischer Weltalmanach 2018 © Fischer Taschenbuch Verlag in der S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2017.



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