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Deutschland und die UNO

1. Deutsche Doppelmitgliedschaft in der UNO



Bedingt durch den Deutschlandkonflikt waren in den ersten Dekaden der Nachkriegszeit weder die BRD noch die DDR Mitglied in der UNO. Die BRD versuchte die UNO für ihre politischen Ziele - zunächst Wiedervereinigung (Vereinigung), dann Verhinderung der Anerkennung der DDR - ebenso zu instrumentalisieren wie die DDR, die mit Hilfe der UNO gerade die internationale Anerkennung erreichen wollte. Erst nach Abschluss der ersten erfolgreichen Periode der Ost- und Entspannungspolitik traten die BRD und die DDR 1973 in die Vereinten Nationen ein und wurden vollwertige und gleichberechtige Mitglieder der Weltorganisation. Die BRD war bereits in den 50er und 60er Jahren Mitglied einiger Sonderorganisationen geworden wie z.B. der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltkulturorganisation (UNESCO), so dass man von einer Quasivollmitgliedschaft der BRD sprechen konnte. Der DDR dagegen gelang es erst 1972, Mitglied einer UNO-Sonderorganisation (UNESCO) zu werden.

Die BRD hat bereits in den 70er Jahren der UNO direkte Unterstützung für Blauhelmmissionen gewährt, die mit der Veränderung der Aufgaben für die Blauhelme seit 1989 ständig erweitert wurde. So stellte die Bundeswehr 1973 Luftransportkapazitäten für Teile der UNEF II- Mission wie auch 1978 bei der UNIFIL-Mission im Libanon. Mit 50 Beamten des Bundesgrenzschutzes sowie 35 Wahlbeobachtern war die BRD 1989 erstmals personell an einer UNO-Mission beteiligt. Im gleichen Jahr engagierte sich die BRD in Mittelamerika an verschiedenen UNO-Missionen in El Salvador und Nicaragua.


Quelle: Andersen, Uwe/Wichard Woyke (Hg.): Handwörterbuch des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland. 5., aktual. Aufl. Opladen: Leske+Budrich 2003. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2003.