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Politische Stiftungen

1. Historische Entwicklungen



Als politische Stiftungen gelten in D. - seit 2000 - sechs Organisationen, die den im Bundestag vertretenen Parteien nahe stehen: die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung (HSS), die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung (FNS), die den Bündnisgrünen nahestehende Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) und die der PDS nahestehende Rosa-Luxemburg- Stiftung (RLS), die seit 1999 (formelle Neugründung 2000) als politische Stiftung voll anerkannt ist.

Älteste dieser sechs politischen Stiftungen ist die Friedrich-Ebert-Stiftung. Sie wurde bereits im Todesjahr des ersten deutschen Reichspräsidenten F. Ebert 1925 aus den Mitteln des Nachlasses des sozialdemokratischen Politikers gegründet. Nachdem die Friedrich-Ebert-Stiftung im Jahr der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 verboten worden war, wurde sie nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahre 1945 wieder ins Leben gerufen.

Diesem Vorbild folgend wurde 1958 die Friedrich-Naumann-Stiftung gegründet. Die Gründung der Konrad-Adenauer-Stiftung folgte 1964, die der Hanns-Seidel-Stiftung 1967. 1996 wurde die Heinrich-Böll-Stiftung gegründet, 2000 die Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Auch nach dem Umzug von Bundestag und Bundesregierung nach Berlin werden - zumindest vorerst - die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Konrad-Adenauer-Stiftung mit ihrem Hauptsitz in Bonn bzw. St. Augustin verbleiben. Beide Stiftungen haben aber bereits jetzt ihre Repräsentanz in Berlin verstärkt und werden diese in den nächsten Jahren vermutlich weiter ausbauen. Dies gilt insbesondere für die Konrad-Adenauer-Stiftung, die 2001 beschlossen hat, mit ihren wichtigen, politiknah arbeitenden Abteilungen nach Berlin umzuziehen. Die Hanns-Seidel-Stiftung behält - selbstverständlich - ihren Sitz in München, hat aber ebenfalls seit Jahren eine Repräsentanz in Berlin. Während die Heinrich-Böll-Stiftung und die Rosa-Luxemburg-Stiftung von Anfang an ihren Sitz in Berlin hatten, verlegte die Friedrich-Naumann-Stiftung 1999 ihren Sitz von Königswinter in die neue Bundeshauptstadt.


Quelle: Andersen, Uwe/Wichard Woyke (Hg.): Handwörterbuch des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland. 5., aktual. Aufl. Opladen: Leske+Budrich 2003. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2003.