Koranrezitation

(arab. qirāʾa, «Lesung», oder tajwīd, «kultische Rezitation»). Der Koran ist als liturg. Text eng an den Vortrag und an das Gebet gebunden. Die wichtigsten Kriterien bei der K. sind phonet. Modulationen (Vokalfärbung, Ligaturen). In vielen Drucken finden Sonderzeichen Verwendung, die genaue Anweisungen für die K. geben, so dass der Text (für den Kenner) fast einer Partitur ähnelt. Die K. ähnelt einem liturg. Gesang, der aber im islam. Verständnis nicht als Vokalmusik betrachtet wird; eine Begleitung durch Musikinstrumente ist nicht üblich.

Literatur:
: Kellermann, A.: Koranlesung im Maghreb, 1996. – Kermani, N.: Gott ist schön. Das ästhetische Erleben des Koran, 2007.

Autor/Autorinnen:
Prof. Dr. Marco Schöller, Universität Münster, Orientalistik


Quelle: Elger, Ralf/Friederike Stolleis (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte - Alltag - Kultur. München: 6., aktualisierte und erweiterte Auflage 2018.



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