Medina

(arab. Madīnat an-­nabī, «die Stadt des Propheten» bzw. ­al-­Madīna al-­munawwara, «die erleuchtete Stadt»), in vorislam. Zeit unter dem Namen «Yathrib» bekannt. Die Stadt in Saudi-­Arabien gilt neben Mekka und Jerusalem als einer der heiligsten Orte des Islams. Dies rührt daher, dass hierher der Prophet im Jahre 622 die Hijra (Auswanderung) von Mekka aus unternahm, nachdem die Mekkaner ihm und seinen Anhängern wegen des neuen Glaubens das Leben unmöglich gemacht hatten. Von M. gingen die späteren Aktivitäten des Propheten und seiner Nachfolger (Kalifen) zur Ausbreitung der neuen Religion und zu Bildung und Ausbau des jungen islam. Staates aus. M. gilt als die erste Hauptstadt des Islams. Die wichtigste Moschee ist die Moschee des Propheten, die von Muḥammad 623 gebaut wurde. Hier befindet sich sein Grab. Zu den Ritualen der Pilgerfahrt gehört es, dass dem Grab des Propheten in M. ein Besuch abgestattet wird. Deswegen wurde die Moschee im Laufe ihrer wechselvollen Geschichte immer wieder erweitert. Die heutige Stadt hat ca. 290 000 Einwohner und verfügt über eine sehr gute Infrastruktur. Der Zutritt zu den heiligen Stätten ist für Nichtmuslime verboten.

Autor/Autorinnen:
Dr. Abd al-­Halim Ragab, Universität Bamberg, Arabistik und Islamkunde


Quelle: Elger, Ralf/Friederike Stolleis (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte - Alltag - Kultur. München: 6., aktualisierte und erweiterte Auflage 2018.



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