Ḥusain

(ca. 625 – 680), der zweite Sohn von ʿAlī und Fāṭima. Ḥ. wurde in Medina geboren und hatte bis kurz vor seinem Tod kaum polit. Einfluss. Erst als Yazīd, der Sohn Muʿāwiyas (des Widersachers von ʿAlī), 680 als Kalif eingesetzt wurde, sammelte Ḥ. seine Anhänger in Mekka, um ihm entgegenzutreten. Bei Kerbela wurde er jedoch von den Truppen Yazīds eingekesselt und fand zusammen mit den meisten seiner Anhänger den Tod am 10. Muḥarram (dem ʿĀshūrāʾ-Tag). Bis heute wird dieser Tag von den Schiiten als Trauertag mit Umzügen und Passionsspielen begangen, wobei der Opfertod Ḥ.s aus religionswissenschaftlicher Sicht in einigen Aspekten dem Erlösungstod Jesu im Christentum entspricht.

Autor/Autorinnen:
Prof. Dr. Marco Schöller, Universität Münster, Orientalistik


Quelle: Elger, Ralf/Friederike Stolleis (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte - Alltag - Kultur. München: 6., aktualisierte und erweiterte Auflage 2018.



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