Umm Kulthūm

(1904 – 1975), ägypt. Sängerin. Geboren in einem kleinen Dorf im Nildelta, wo sie bereits in ihrer Kindheit zusammen mit ihrem Vater und Bruder als Sängerin zu Feiern in der näheren Umgebung engagiert wurde, siedelte ihre Familie Anfang der 1920 er Jahre nach Kairo über. Dort machte U. K. Karriere, zunächst noch in Männerkleidung auf der Bühne und mit einem in Text und Stil religiös ausgerichteten Repertoire, dann aber setzte sie sich in der damaligen Unterhaltungsbranche durch. Sie nahm Privatstunden in Gesang und klassischer Poesie; ihr Gesangsstil ist von der Koranrezitation beeinflusst, die Stimmgebung nasal und heiser. Gestützt auf prestigereiche klassische Genres und angesehene Dichter und Musiker, verschloss sie sich nicht modernist. Bewegungen und konnte so neue künstler. und polit. Bewegungen mittragen. Sie nutzte alle zu ihrer Zeit aufkommenden Massen­medien wie Schallplatte, Radio und Film. Sprichwörtlich sind ihre wöchentlichen Konzerte, die im Radio übertragen wurden und in vielen arab. Ländern das öffentliche Leben nahezu lahmlegten.

Literatur:
Danielson, V.: The Voice of Egypt. Umm Kulthūm, Arabic Song, and Egyptian Society in the Twentieth Century, 1997.

Autor/Autorinnen:
Dr. Ines Weinrich, Universität Bochum, Arabistik und Islamkunde


Quelle: Elger, Ralf/Friederike Stolleis (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte - Alltag - Kultur. München: 6., aktualisierte und erweiterte Auflage 2018.



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