Krise

Wirtschaftskrisen

zum einen die Konjunkturphase der Depression (siehe dort), zum anderen auch Bezeichnung einer lang andauernden Störung der wirtschaftlichen Entwicklung. Solche Wirtschaftskrisen können auf einzelne Wirtschaftsbereiche beschränkt bleiben (Krise der Stahl- oder Textilindustrie), eine nationale Wirtschaft erfassen in Form von Agrar-, Struktur-, Wachstums- und Währungskrisen, aber auch Weltregionen oder die gesamte Weltwirtschaft wie die Weltwirtschaftskrise.

Die im Spätsommer 2007 ausgebrochene Krise an den Weltfinanzmärkten (Finanzmarktkrise), die ihren Ursprung wiederum in geplatzten Spekulationen in den USA auf steigende Wohnimmobilienpreise hatte, erfasste mit einiger Verzögerung auch die Realwirtschaft. Man sprach auch von einer allgemeinen Wirtschaftskrise, die sich aufgrund der Globalisierung und der weltweit vernetzten Märkte für Güter, Dienstleistungen und Finanzprodukten zu einer neuen Weltwirtschaftskrise auswuchs. Hohe Defizite in den öffentlichen Haushalten und die Anhäufung großer Schuldenberge einiger Mitgliedsstaaten der Europäischen Währungsunion wie Griechenland, Irland, Portugal, Spanien oder Italien haben im Euroraum seit Ende 2009 bzw. Anfang 2010 zur europäischen Schuldenkrise geführt. Die Staatsschuldenkrise im Euroraum, die teilweise mit den Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf den Bankensektor zusammenhängt (Bankenkrise), machte dabei Hilfspakete mit Krediten und Bürgschaften aller Euroländer und die Einrichtung eines Euro-Rettungsschirms bzw. eines Europäischen Stabilitätsmechanismus nötig, um die Zahlungsfähigkeit der angeschlagenen Volkswirtschaften zu sichern und eine Ausweitung der Krise auf die Wirtschaft stabiler Mitgliedsländer zu verhindern. Solche Hilfen haben u.a. Irland, Portugal, Spanien und Griechenland in Anspruch genommen; Griechenland hat auch einen Teil seiner Schulden erlassen bekommen. Zusätzlich beschlossen die EU-Staaten den Fiskalpakt und verständigten sich für den Bankensektor auf einen einheitlichen Mechanismus zur Bankenaufsicht. Dabei übernahm die Europäische Zentralbank 2014 die Aufsicht über rund 120 systemrelevante Großbanken.


Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. 6. Aufl. Mannheim: Bibliographisches Institut 2016. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2016.



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