kalkulatorische Kosten

Anderskosten, kalkulatorische Abschreibungen, kalkulatorische Zinsen, Zusatzkosten, (kalkulatorischer Unternehmerlohn), (kalkulatorische Miete).

Neben den Grundkosten (siehe dort), die den Zweckaufwendungen entsprechen, muss ein Betrieb in seiner Kostenrechnung mit Kosten rechnen, denen kein Aufwand (siehe dort) gegenübersteht. Zu diesen kalkulatorischen Kosten zählen:

1) Anderskosten, denen in der Finanzbuchhaltung ein Aufwand in anderer Höhe gegenübersteht, z. B. kalkulatorische Abschreibungen und kalkulatorische Zinsen (Zinsen auf das betriebsnotwendige Kapital); Beispiel: Das betriebsnotwendige Gesamtvermögen beträgt 900 000 € und der Marktzins 10 %, dann sind 90 000 € kalkulatorische Zinskosten anzusetzen.

2) Zusatzkosten, denen keine Aufwendungen gegenüberstehen. Zum einen arbeitet der Unternehmer produktiv mit(kalkulatorischer Unternehmerlohn), sodass sich der direkt verrechenbare Lohn (Fertigungslohn) vergrößert. Beispiel: Die Lohnkosten betragen 200 000 €, sodass durch 30 000 € produktiver Anteil des Unternehmers insgesamt 230 000 € Fertigungslöhne anzusetzen sind. Weiterhin steht dem Unternehmer ein Entgelt für die leitende und überwachende Tätigkeit im Betrieb zu. Für diese Leitung sollte das Gehalt eines vergleichbaren Angestellten angesetzt werden, z. B. für einen Betrieb zwischen 5 und 10 Beschäftigten 70 000 €, für einen Betrieb zwischen 10 und 20 Beschäftigten 80 000 €.

Zusätzlich zu den buchmäßigen Gemeinkosten, den Mietaufwendungen aus der Finanzbuchhaltung, geht der Unternehmer bei der Bemessung seiner eigenen, betrieblich genutzten Räume von der ortsüblichen Miete aus, wie sie bei einer Verpachtung zu erzielen wäre (kalkulatorische Miete).


Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. 6. Aufl. Mannheim: Bibliographisches Institut 2016. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2016.



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