Arbeiterbewegung

1) A. bezeichnet i. w. S. die soziale Massenbewegung, die seit Beginn des 19. Jhs. gegen die sozialen Folgen der industriellen Revolution und für eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen, sozialen und politischen Lage kämpfte.

2) A. bezeichnet i. e. S. die politischen Organisationen ( Gewerkschaften, Parteien) und sozialen Einrichtungen ( Genossenschaften, Vereine), die dazu beitrugen, die politischen Rechte der arbeitenden Bevölkerung durchzusetzen und deren soziale Lage zu verbessern.

Die A. fand (in unterschiedlichem Maße) in allen politischen Strömungen Rückhalt. Es lassen sich drei Grundtypen unterscheiden: a) Der englische, pragmatische Typus, der bei Anerkennung der kapitalistischen Wirtschaftsordnung mittels der Gewerkschaften für die unmittelbare Verbesserung der Lebensbedingungen arbeitender Menschen eintritt; b) Der klassenkämpferische, antikapitalistische Typus, der nur mittels der Revolution, die durch eine Partei (der Arbeiterklasse) vorangetrieben wird, Verbesserungschancen sieht; c) Der christlich-demokratische Typus, der revolutionäre Veränderungen ablehnt und versucht, mittels (Berufs-)Genossenschaften und Arbeiter- und Gesellenvereinen nach den Prinzipien der (katholischen) Soziallehre die Sozialordnung des Kapitalismus zu beeinflussen.

Siehe auch:
Industrielle Revolution
Gewerkschaften
Partei
Genossenschaft
Verein
Bevölkerung
Anerkennung
Revolution
Kapitalismus
Christliche Soziallehre

Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2018. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.



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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 40–41/2013)

Arbeiterbewegung

Die Geschichte der Arbeiterbewegung ist eng verknüpft mit der Geschichte der deutschen Demokratie. Die Organisation der Arbeiterbewegung in politischen, gewerkschaftlichen und kulturellen Zusammenhängen war ein wichtiger Faktor auf dem Weg zur Mitbestimmung und Mitregierung der Arbeiterklasse und benachteiligter Schichten insgesamt.

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