Actio libera in causa

eine mit Strafe bedrohte Handlung, die zwar unmittelbar im Zustand der Schuldunfähigkeit verübt wird und daher als solche nicht schuldhaft wäre (§ 20 StGB), bei der jedoch der Täter, als er sich in den schuldunfähigen Zustand versetzte, damit rechnete oder rechnen konnte, dass er eine bestimmte Straftat begehen werde. Hat er damit gerechnet, wird er wegen vorsätzlicher Tat bestraft (z. B. ein Brandstifter trinkt sich Mut an, um die Tat im Zustand der Trunkenheit zu begehen); konnte er nur damit rechnen, liegt ein fahrlässiges Delikt vor (z. B. der sich Betrinkende bedenkt pflichtwidrigerweise nicht, dass er im Rausch zu Körperverletzungen neigt). Vorsätzliche und fahrlässige A. l. in c. ist zu unterscheiden von dem selbstständig strafbaren Delikt des Vollrauschs (Rauschtat ).


Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.



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