Analogie

sinngemäße Anwendung eines Rechtssatzes auf einen vom Gesetz nicht geregelten, aber ähnlichen Tatbestand. Analogie ist also nicht Gesetzesauslegung, sondern Ausfüllung einer Lücke des Gesetzes. – Im Strafrecht ist die Analogie aufgrund des in der Aufklärungszeit entwickelten Satzes »nullum crimen, nulla poena sine lege« (kein Verbrechen, keine Strafe ohne Gesetz) zum Nachteil des Täters nicht zulässig, soweit sie zu neuen Delikttatbeständen oder zu schärferen Strafen führen würde, wohl aber zu seinen Gunsten. Das strafrechtliche Analogieverbot ist für Deutschland in Art. 103 Abs. 2 GG und in § 1 StGB festgelegt: »Eine Tat kann nur bestraft werden, wenn die Strafbarkeit gesetzlich bestimmt war, bevor die Tat begangen wurde«.


Quelle: Duden Recht A-Z. Fachlexikon für Studium, Ausbildung und Beruf. 3. Aufl. Berlin: Bibliographisches Institut 2015. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.



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